Damit so etwas Schönes, wie ein »Tiny Forest« gestartet werden kann, müssen einige wichtige Dinge zusammenkommen und wie ein Zahnrad ineinandergreifen.
Baustein Fläche
Zuerst wird eine freie Fläche benötigt, die durch Verkabelung oder andere Bauten im Untergrund für Pflanzen nicht geeignet ist. Flächen hat die Goethe-Universität reichlich. Etwa 950.000 qm in Frankfurt, davon ein Drittel hier am Riedberg. Von daher können auch noch weitere »Tiny Forests« auf den Uni-Geländen platziert werden.

Baustein Helfer & Organisatoren
Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine große Schar von Helfern, die die erste Pflanzung in die präparierte Erde bringen. Und da wir gerade von Vorbereitung reden, so ein Projekt muss im Vorfeld gut und reichlich organisiert werden. Beispielsweise muss der Boden von der Grasnarbe befreit werden, die Erde muss aufgelockert und mit Nährstoffen angereichert werden.
Zahllose Geräte (Spaten, Hacken, Schaufeln, Rechen, Harken, Handschuhe, …) müssen für die Helfer bereitgestellt werden. Es braucht Getränke, Nahrung und Toiletten, damit die Helfer mit vollem Einsatz anpacken können.
Nach dem Pflanzeinsatz muss die Oberfläche gemulcht werden, um die Pflanzen zu schützen, und das Beet muss gewässert werden, um die Wurzeln anzuregen, sich in die Erde zu bohren.
Dank des Einsatzes von Herrn Robert Anton (von Beruf Landschaftsgärtner), dem technischen Leiter des Wissenschaftsgartens, seinem Team, sowie Mitarbeitern der Firma Keil-Schewe-Keil waren die optimalen Bedingungen für die Pflanzaktion hergestellt worden.

Praxis-Einführung für die Helfer
Baustein Sponsoren
Frau Honnef, die an der Goethe-Universität für die private Hochschulförderung zuständig ist, und Vertreterinnen der Firma Merz Lifecare (mit ihren Produkten der Marken tetesept, Merz Spezial und Brooklyn Soap Company), die in Universitätsnähe hier am Riedberg ihre Büros haben, hatten sich gefunden und die “Chemie stimmte”.
Merz Lifecare und MIYA forest e. V. starteten 2025 eine dreijährige Kooperation. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Förderung von Tiny Forests. Die Leitung des lokalen Büros war über die Presse auf die Errichtung von »Tiny Forests« hier am Riedberg aufmerksam geworden. Durch die finanzielle Unterstützung der Firma konnte so ein neuer »Tiny Forest« praktisch vor ihrer „Büro-Haustür“ errichtet werden.
Die Goethe-Universität leidet aktuell unter Budgetkürzungen des Landes Hessen und ist daher vermehrt auf finanzielle Zuschüsse von Freunden und Förderern angewiesen.

Baustein Gymnasium Riedberg
Als vierter Baustein kommt nun noch das Gymnasium Riedberg mit Schülern seiner 8. Klassen ins Spiel. Vor fünf Jahren – während der Pandemiezeit – wurde zusammen mit dänischen Kollegen das Erasmus-Projekt „Forests for Future“ gegründet, damit die Schüler die Veränderungen in den Wäldern beobachten können. Viele Kinder saßen damals zu Hause fest, sowohl in Dänemark als auch in Deutschland. Nach den Pandemie-Beschränkungen ist es nun aber besonders wichtig, die Schüler wieder rauszubringen, zurück in die Natur.
Was wurde bisher erreicht?
Das Thema »Tiny Forest« hat in Frankfurt viel Begeisterung ausgelöst. Als die Goethe-Universität mit dieser Idee begann, wurde sie von der Begeisterung, die sie damit auslöste, sehr überrascht. Inzwischen sind es bereits 7 »Tiny Forests«, die teilweise schon umgesetzt sind oder sich zumindest in der Planung befinden.
Spendenaufruf
In der Weihnachtszeit hatte die Universität einen Spendenaufruf gestartet und viele private Förderer hatten ihre Geldbeutel geöffnet und für dieses Projekt eine großzügige Weihnachtsspende geleistet. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Firma Merz Lifecare. Sie vereinbarte mit der Universität, falls es ihr gelingt, einen »Tiny Forest« über Spenden zusammen zu bekommen, würden sie einen weiteren »Tiny Forest« finanzieren.
Yin & Yang
Die neue Pflanzfläche ist diesmal asiatisch inspiriert. Die beiden Hälften, die an diesem Wochenende bepflanzt werden, sind nach dem Muster von Yin und Yang angelegt worden. Ein Sandweg trennt die beiden Teile voneinander.
Im Hinblick auf den Klimawandel werden hier besonders wärmeliebende Arten angepflanzt, beispielsweise Esskastanien, verschiedene andere wärmeliebende Arten (Zerreiche, Flaumeiche, Roteiche, Weißdorn, Holunder, Esche, Felsenbirne, Pfaffenhütchen) und so weiter.
Welche Ziele sollen längerfristig erreicht werden?
Durch die Errichtung der »Tiny Forests« soll:
- Die Biodiversität erhöht werden (Insekten, Vögel, …)
- Menschen mit Natur wieder in Kontakt gebracht werden
- Bürger für Umweltbelange sensibilisiert werden
- Biologische Grundkenntnisse vermittelt werden
- CO2 gespeichert und Sauerstoff abgegeben werden
Verwandte Links
- https://www.merz-lifecare.com/news/miniwalder-fur-gesundere-stadte
- https://main-riedberg.de/zwei-tiny-forests-entstehen-am-unicampus-riedberg/
- https://main-riedberg.de/tiny-forests-goethe-universitaet-startet-klima-projekt-mit-buergerbeteiligung/
- https://main-riedberg.de/zu-besuch-bei-eckenheims-tiny-forest/
- https://main-riedberg.de/goethe-universitaet-sucht-neue-unterstuetzer-fuer-weitere-projekte/
- https://main-riedberg.de/ein-miyawaki-waeldchen-fuer-den-riedberg/
