Nahezu punktgenau vier Jahre nach der Grundsteinlegung feierten die Polytechnische Gesellschaft und die Goethe-Universität Frankfurt am 18.09.2026 die feierliche Eröffnung des Neubaus für das Institut für Bienenkunde in Oberursel. Unter dem Motto „VISION HONIGBIENE!“ wurde eine moderne und ökologisch bedeutsame Forschungseinrichtung eingeweiht, die Spitzenforschung, praktische Imkerei sowie Bildungs- und Vermittlungsarbeit erstmals zentral an einem Standort vereint.
Über 15 Millionen Euro für Zukunftsforschung und Nachhaltigkeit
Das Bauprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von mehr als 15 Millionen Euro, das vollständig von der Polytechnischen Gesellschaft finanziert wurde. Die Goethe-Universität Frankfurt übernimmt im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen die Kosten für die forschungsbezogene Ausstattung, den laufenden Betrieb, die Unterhaltung sowie das wissenschaftliche und technische Personal.
An der feierlichen Eröffnung nahmen zahlreiche Persönlichkeiten teil, darunter Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger (Präsident der Polytechnischen Gesellschaft), Prof. Dr. Bernhard Brüne (Vizepräsident für Forschung der Goethe-Universität), Antje Runge (Bürgermeisterin der Stadt Oberursel) sowie Prof. Dr. Bernd Grünewald (Leiter des Instituts und Professor am Fachbereich Biowissenschaften). Nach den Grußworten und der musikalischen Begleitung durch die Band Blind Foundation erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe an Institutsleiter Prof. Grünewald.

Komplex und Garten von oben, © Norbert Miguletz
Vorzeigeprojekt für klimafreundliches Bauen
Auch architektonisch setzt das Forschungsgebäude Maßstäbe für die Region. Der Entwurf des Heidelberger Architekturbüros hs/c (Till Schweizer und Marcel Heller), der aus einem Wettbewerb mit 72 Teilnehmern hervorging, erfüllt höchste Umweltstandards. Das überwiegend in Holzbauweise errichtete Gebäude erreicht nach ökologischen Bewertungskriterien 98 von 100 möglichen Punkten und entspricht dem KfW-55-Standard.
Zur nachhaltigen Energie- und Ressourcenversorgung beitragen eine eigene Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe mit vortemperierter Zuluft sowie ein durchdachtes Regenwasserkonzept mit Zisterne und natürlicher Versickerung. Umgeben ist der Gebäudekomplex von einem eigens angelegten, ökologischen Vogel- und Insektengarten, der den Forschungsgegenstand auch in der Außengestaltung aufgreift.
Relevanz von Bienen in Zeiten des Klimawandels
Das 1937 von der Polytechnischen Gesellschaft gegründete Institut blickt auf eine lange Tradition zurück. Mit den neuen Räumlichkeiten und dem modernisierten Imkereitrakt erhalten Forschende, Studierende und Auszubildende optimale Arbeitsbedingungen.
Angesichts von Klimawandel und Biodiversitätsverlust erforscht das Institut die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf Wild- und Honigbienen sowie Konzepte für eine zukunftsfähige Bienenhaltung. Bienen sichern durch ihre Bestäubungsleistung nicht nur Ökosysteme, sondern erbringen allein in der Landwirtschaft eine jährliche ökonomische Leistung von über drei Milliarden Euro. Neben der Grundlagenforschung stehen künftig auch erweiterte Angebote für Öffentlichkeitsarbeit, Lehre und Schulkooperationen im Fokus.

