Schlagwort: Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft

Eine Genossenschaft expandiert in bedachten Schritten

Generalversammlung der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft e. G.(FraBeG) 2026

Am 8 Juni fand die 3. Generalversammlung der Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) statt. Nach der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat war Zeit, sich ausgiebig mit den aktuellen und kommenden Projekten auseinanderzusetzen.

Mitgliederwachstum und Zeichnung von Anteilen

Derzeit bietet die Genossenschaft keine weiteren Anteile zur Zeichnung an, da es noch keinen zusätzlichen Finanzbedarf für neue Projekte gibt. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit Ende 2024 von 120 auf 160 Mitglieder erhöht. Es werden noch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die das Thema Reduzierung von CO2 -Emissionen in Frankfurt und Umgebung vorantreiben wollen.

Aktuelle Projektplanung

Es stehen derzeit zwei Vertragsabschlüsse kurz vor Abschluss. Mit der Umsetzung könnte noch dieses Jahr begonnen werden.

Die Kommunale Wärmeplanung

Ein weiteres großes Betätigungsfeld eröffnet die »Kommunale Wärmeplanung«. Der erste Entwurf dazu ist inzwischen veröffentlicht und die Verbände, die sich mit diesen Themen beschäftigen, sind aufgefordert, ihre Verbesserungsvorschläge dazu einzureichen. Wichtigster Kernpunkt in diesem Konzept ist, dass Bürger, Firmen und Verwaltungen im Stadtgebiet jährlich über eine Milliarde Euro ausgeben für das Heizen mit fossilen Brennstoffen (Öl, Gas, Kohle).

Dieses Geld fließt komplett ins Ausland und sorgt dort für den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen. Frankfurt und sein Umland profitieren davon nicht mehr. Wenn die »Kommunale Wärmeplanung« richtig umgesetzt wird, kann ein guter Teil dieses Geldes im Rhein-Main-Gebiet zum Einsatz kommen. Das bedeutet lokale Wertschöpfung und Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Rohstofflieferungen.

Windpark Schäferköppel

Zwei Dinge werden mit diesem Projekt in Frankfurt ein Novum sein: Zum ersten Mal wird ein Windpark auf Frankfurter Fläche entstehen. Zum anderen wird hier eine Kooperation zwischen einer Bürgerenergiegenossenschaft und Mainova ins Leben gerufen.

Seit März ist die Projektgesellschaft der Mainova mit den ersten Baumaßnahmen unterwegs. Zuerst mussten die bestehenden Wege zu den Standorten ausgebaut und stabilisiert werden. Danach wurden Kranstellflächen und Fundamentflächen vorbereitet. Derzeit wird schon an den zukünftigen Fundamenten gearbeitet. Danach werden Kabeltrassen verlegt, um den Windpark an das Frankfurter Stromnetz anzubinden.

Die 4 neuen Windenergieanlagen des Typs Nordex N163/6.X verfügen über eine Nennleistung von 6,8 Megawatt. Man erwartet einen jährlichen Ertrag von etwa 54 Gigawattstunden grünen Strom. Damit soll der jährliche Strombedarf von etwa 22.000 Zwei-Personen-Haushalten gedeckt werden.

Das besondere hierbei: Den umliegenden Anwohnern des Windparks wird die Möglichkeit gegeben, Genossenschaftsanteile zu zeichnen und so das Projekt direkt finanziell zu fördern und von den zukünftigen Erträgen einen entsprechenden Anteil zu bekommen.

Wenn die Kooperation in diesem Projekt zu einer erfolgreichen Umsetzung führt, werden sicherlich in Zukunft gemeinsam noch weitere interessante Projekte im Rhein-Main-Gebiet angegangen werden.


Weiterführende Links

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Erste Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) gegründet

FraBeG-Vorstand

Gestern hatte der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Mike Josef, bei der Pressekonferenz der Bürgerenergiegenossenschaft (FraBeG) die Hoffnung geäußert, dass die Genossenschaft die Unterstützung vieler Bürger im Rhein-Main-Gebiet gewinnen kann. Die FraBeG hat sich das Ziel gesetzt, Projekte im Bereich erneuerbarer Energien zu planen und umzusetzen. Die Stadt Frankfurt will das Vorhaben politisch unterstützen, da es die Ziele Frankfurts bis 2035 klimaneutral zu werden fördert.

Oberbürgermeister Mike Josef hob die Bedeutung des Klimaschutzes hervor:
„Es ist erst knapp zwei Wochen her, dass ein Unwetter über dem Rhein-Main-Gebiet tobte. Die Leitstelle der Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus, es wurden Wasserschäden, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume gemeldet. Dies zeigt, die Auswirkungen des Klimawandels sind auch hier bei uns in Frankfurt deutlich spürbar.“

„Es ist daher entscheidend, dass die Investitionen für den Klimaschutz konsequent in unserer Infrastruktur ankommen. Daher freut es mich, dass die FraBeG zum Start den Schwerpunkt auf Fotovoltaikprojekte gelegt hat, da diese relativ zügig zu verwirklichen sind. Ich begrüße die niedrigschwellige Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, sich zu beteiligen.“

Seit 2006 sind bundesweit rund 950 Bürgerenergiegenossenschaften gegründet worden. Etwa 220.000 Bürger sind Mitglied geworden. Über 3 Milliarden Euro wurden für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien investiert.

Klima- und Umwelt-Dezernentin Rosemarie Heilig:
„Die Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft war die erste Initiative, die das neue Beratungsangebot der Stadt genutzt hat und in der Gründungsphase vom Klima- und Umweltdezernat begleitet wurde, und sie ist die erste Initiative, die sich voll auf den Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Stadt konzentriert. Eine unglaublich wertvolle Initiative, in einer Zeit, in der wir die Auswirkungen des Treibhausgasausstoßes und des voranschreitenden Klimawandels immer stärker zu spüren bekommen. Wir brauchen auf kommunaler Ebene eine Vielzahl solcher Initiative, um uns auf die Folgen der Klimakrise einzustellen.“

Klimadezernentin Heilig freut sich, zum Ende ihrer Amtszeit die Gründung der FrabeG zu feiern. „Sobald ich keine Dezernentin mehr bin, steige ich ein“, verspricht sie.

Die FraBeG hat aktuell rund 45 aktive und weitere fördernde Mitglieder. Jedes Mitglied hat in der Generalversammlung – unabhängig von der Zahl der gezeichneten Genossenschaftsanteile – eine Stimme. „Die Bürgerenergiegenossenschaft steht somit für ein demokratisch organisiertes, solidarisches Wirtschaften“, sagte Andreas Heming, Aufsichtsratsvorsitzender der FraBeG.
350 Anteile à 150 Euro wurden schon gezeichnet. Mit dem Geld und ihrem Fachwissen plant die Genossenschaft Projekte, berät ihre Mitglieder und gibt den Bau etwa von Fotovoltaikanlagen bei Fachfirmen in Auftrag.

Alle Bürger im Rhein-Main-Gebiet haben nun die Möglichkeit, vor Ort einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten. Wer Mitglied werden möchte, füllt eine Beitrittserklärung aus und zeichnet mindestens einen Anteil in Höhe von 150 Euro. Hinzu kommt ein Aufgeld von maximal 5 Euro, dessen Höhe mit der Zahl der gezeichneten Anteile sinkt.

Anderswo würden den Genossenschaften die Anteile aus den Händen gerissen, wenn ein neues Windkraftwerk oder eine große PV-Anlage ansteht. Heming: „Das müssen wir in Frankfurt auch hinkriegen, nach dem Motto: Energiewende in Bürgerhände“.

Die Arbeit der FraBeG wird von einem dreiköpfigen Vorstand gesteuert und von einem Aufsichtsrat kontrolliert. Alle Aktiven in der FraBeG arbeiten ehrenamtlich. Die Eintragung der Bürgerenergiegenossenschaft in das Handelsregister hat im März 2024 stattgefunden.

Vergleicht man bundesweit den Zuwachs an Energieproduktion aus erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren, dann fällt die Steigerungsrate in denjenigen Städten und Gemeinden am stärksten aus, in denen Bürgerenergiegenossenschaften aktiv sind, betonen die drei Vorstände der FraBeG, Markus Schaufler, Lothar Stanka und Christian Stenglein.

„Im ersten Schritt bietet insbesondere der Ausbau der Solarenergienutzung auf den Dachflächen in Frankfurt ein erhebliches Potenzial für klimaneutrale und lokal produzierte Energie, das bisher nur wenig ausgeschöpft ist.“ Sogar von Windkraftanlagen ist die Rede, auch wenn das Stadtgebiet dafür zu eng ist. Vernetzung mit der Region sei gefragt, in jeder Hinsicht, sagt Vorstandsmitglied Markus Schaufler.

Das erste Projekt der FraBeG wird daher die Errichtung einer Solaranlage auf dem Dach der Josephine- Baker-Gesamtschule auf dem Riedberg sein. Aktuell beträgt der Stromverbrauch der Schule jährlich etwa 150 Megawattstunden (MWh). „Wir gehen davon aus, dass durch die projektierte Anlage künftig rund 60 % des Stromverbrauchs im Tagesverlauf durch Solarenergie gedeckt werden kann“, erklären die drei Vorstände. Die Installation der Anlage ist in den Schulsommerferien 2024 geplant. Für die Finanzierung müssen die Mitglieder etwa 1.000 Anteilsscheine zeichnen.

Umfang und Geschwindigkeit, mit der weitere Projekte angegangen werden können, werden maßgeblich von der Bereitschaft der Bürger abhängen, sich bei der FraBeG zu engagieren. „Wir sind für weitere Projekte bereits in Gesprächen mit verschiedenen Partnern, unter ihnen beispielsweise die Mainova“, erläutern die drei Vorstände.


Kontakt
FraBeG Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft eG
Zur Kalbacher Höhe 56
60438 Frankfurt am Main

Web: https://www.frabeg.de/
eMail: info@frabeg.de

Teile diesen Beitrag mit Freunden