Stadt investiert in WLAN und in digitale Infrastruktur der Schulen

Die Corona-Auszeit hat den digitalen Nachholbedarf an den Schulen deutlich gemacht. Jetzt will die Stadt 56 Millionen Euro in WLAN und eine verbesserte digitale Infrastruktur an allen Frankfurter Schulen investieren.

Am Freitag hat der Magistrat eine Vorlage von Bildungsdezernentin Sylvia Weber beschlossen, die die Verwendung von knapp 50 Millionen Euro aus dem Digitalpakt für die Digitalisierung der Schulen auf den Weg bringt. Sechs Millionen Euro bringt die Stadt Frankfurt als Eigenanteil in diesen Betrag ein.

„Ich freue mich, dass der Magistrat meinem Vorschlag folgt und auf einen zügigen Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen setzt. Der Beschluss ermöglicht die Ausrüstung aller Frankfurter Schulen mit WLAN und eine verbesserte Ausstattung mit Laptops und Tablets. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulen nun sofort angegangen werden muss. Aber es geht nicht nur um Soforthilfen in der Krise, sondern auch um den langfristigen und strukturierten Ausbau der digitalen Ressourcen“, sagt Weber.

Nach den Osterferien hatte die Bildungsdezernentin bereits ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung des digitalen Unterrichts in der Corona-Krise vorgestellt. Teil des Maßnahmenpakets war unter anderem die Möglichkeit der Ausleihe von mobilen Endgeräten an Schüler, die Freischaltung von schulischen Computern für Videokonferenzen, ein breites Angebot von Online-Fortbildungen und Webinaren für Lehrer über das Medienzentrum Frankfurt und die Entwicklung eines Netzwerks, in dem Lehrkräfte Materialien und Methoden vorstellen und weitergeben.

WLAN in allen Klassenzimmern

Ein großer Teil der Mittel des Digitalpakts, nämlich 13 Millionen Euro, gehen in die flächendeckende Ausstattung der Schulen mit WLAN und die Anschaffung zusätzlicher Endgeräte. Zukünftig werden die Schulen in allen Klassenräumen mit drahtlosem Internet ausgestattet, zudem wird die Quote der mobilen Endgeräte zu den stationären Computern von 30:70 auf 50:50 erhöht.

„Unser WLAN-Pilotprojekt hat gezeigt, dass sich die Schulen eine flächendeckende Abdeckung der Räume mit WLAN wünschen. Dies ist auch aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen nachvollziehbar und sinnvoll. Zusammen mit dem drahtlosen Internet erhalten die Schulen auch mehr mobile Endgeräte“, erläutert Weber.

Im Rahmen eines Pilotprojekts waren vor einem Jahr 14 Schulen mit WLAN ausgestattet worden. Die Erfahrungen der Schulen fließen nun in den Ausbau des drahtlosen Internet in der Fläche ein. Pro Jahr werden etwa 30 Schulen mit WLAN und neuen Endgeräten versorgt, so dass bis zum Ende der Laufzeit des Digitalpakts im Jahr 2024 alle 167 Schulen in Trägerschaft der Stadt Frankfurt entsprechend ausgestattet sind.

Unterstützung auch für inklusiven Unterricht

Ein Teil der Mittel des Digitalpakts ist auch für die Unterstützung des inklusiven Unterrichts vorgesehen. Gerade Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, beispielsweise im Hinblick auf die Förderschwerpunkte Hören und Sehen, können in ihren Lernmöglichkeiten profitieren, wenn sie Geräte mit speziell auf sie zugeschnittenen Anwendungen nutzen. Darüber hinaus ist der Ausbau von Clouddiensten vorgesehen sowie Investitionen in die Serverstruktur und die Gebäudeverkabelung an den Schulen.

Die digitale Ausstattung wird von den Schulen jeweils separat beim Schulträger beantragt und von der Stadt Frankfurt dann in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt in Auftrag gegeben. „Der Magistrat legt nun seinen Vorschlag zur digitalen Ausstattung der Schulen der Stadtverordnetenversammlung vor, die im Juni darüber entscheiden wird. Danach werde ich die Schulen über das weitere Vorgehen und die Antragstellung informieren“, erläutert Weber die weiteren Schritte.

Der Digitalpakt ist ein Förderprogramm des Bundes und der Länder für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur. Er hat eine Laufzeit von 2019 bis 2024. In Hessen sind die Förderrichtlinien für den Digitalpakt im Dezember 2019 verabschiedet worden.

Informationen: Stadt Frankfurt

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