Sportvereine fordern Öffnungsplan

Seit November sind die Sportplätze und Hallen leer, Amateursport ist praktisch nicht mehr möglich – mit gravierenden Folgen insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der Landessportbund fordert jetzt einen Stufenplan für eine schrittweise Öffnung. Auch die Vereine hier vor Ort schlagen Alarm.

„Kinder leiden besonders unter der Pandemie und dem damit einhergehenden Bewegungsmangel. Um die Langzeitfolgen abzumildern, sollte die Politik daher eine prioritäre Öffnung des Kinder- und Jugendsports in Betracht ziehen“, heißt es in einem neuen Aktionspapier des hessischen Landessportbundes. In gleicher Weise wie Kitas und Schulen wieder geöffnet werden, sollte dies auch für den Kinder- und Jugendsport im Verein erfolgen. Der Sportbund legt zugleich einen Stufenplan für eine entsprechende „Corona-Sportampel“ vor. 

Auch Frankfurts Sportdezernent Markus Frank forderte in dieser Woche bereits, „den Vereinssport wie den Schulsport zu behandeln“. Spätestens mit der Aufnahme des Regelbetriebes in den Schulen soll auch der Vereinssport ermöglicht werden, natürlich unter den dann geltenden Hygienevorschriften. 

Doch was sagen und fordern die Vereine hier vor Ort, was bedeutet der Lockdown für sie und ihre Mitglieder? MAINRiedberg hat in Riedberg, Kalbach und bei der TSG Nordwest, die hier im Stadtteil ebenfalls aktiv ist, nachgefragt.

„Ich plädiere für eine sofortige Teilöffnung für den Vereinssport“

„Für mich ist es völlig unverständlich, warum kein Amateursport betrieben werden darf. Wir hatten im letzten Jahr hervorragende Hygiene-Konzepte. Es gab keinen einzigen Corona-Fall. Sport ist für Kinder und Ältere ein wichtiger Bestandteil für die Gesundheit, gerade auch in Pandemie-Zeiten. Ich plädiere für eine sofortige Teilöffnung für den Vereinssport. Man kann die Gruppen verkleinern, oder Sport im Freien anbieten. Auch schwimmen sollte möglich sein. Im Hinblick auf unseren Verein hat der Lockdown vor allem die Folge, dass der Mitgliederbestand schrumpft und somit die Einnahmen.“ Lutz Ullrich, Vorsitzender der TSG Nordwest

„Unser größter Wunsch ist, dass wir wieder raus dürfen“

„Glücklicherweise hat der Lockdown für den SC Riedberg bisher wenig Auswirkungen. Sowohl die Mitgliederzahlen als auch die Finanzen bleiben bei uns stabil. Fehlenden Einnahmen stehen weniger Auslagen für Kursleiter oder Hallenmieten gegenüber. Um den Kontakt nicht zu verlieren, sind alle Trainer aufgerufen, regelmäßig mit ihren Mannschaften in Kontakt zu treten. Wir bieten als Verein auch verstärkt eSports-Wettkämpfe an, um wenigstens ein bisschen das Vereinsleben und die Wettkampfatmosphäre aufrecht zu erhalten. Was uns Sorge bereitet, sind die Perspektiven für unsere Sponsoren. Es bleibt zu hoffen, dass diese wirtschaftlich den Lockdown überstehen und uns auch danach finanziell weiter unterstützen können. Der größte Wunsch bleibt aber, dass wir alle bald raus dürfen auf die Sportplätze und in die Hallen, um gemeinsam wieder Sport treiben zu können.“ Axel Leonhardt, Vorsitzender des SC Riedberg

„Gerade für die Kinder wäre jetzt der Sport wichtig“

„Wir vom FC Kalbach versuchen natürlich, mit unseren begrenzten Mitteln den Verein am Leben zu halten. Aber es ist sehr schwer. Vor allem die Kinder tun uns leid, wäre doch gerade jetzt der körperliche Ausgleich und das Erlebnis mit Freunden zusammen Sport zu machen wichtig für Körper und Geist. Wir haben noch nicht mit Mitgliederabgang zu kämpfen, aber die finanzielle Belastung nimmt zu,  auch durch den Wegfall geplanter Veranstaltungen. Unterstützung erhalten wir keine. Leider. Es werden derzeit nur Vereine unterstützt, die bereits im Minus sind. Glücklicherweise haben wir eine kleine Zuwendung vom Ortsbeirat erhalten, die uns gut tut. Wir bleiben aber positiv. So haben wir beispielsweise unser Boot Camp Angebot auf digital umgestellt. Das kommt sehr gut an.“ Reinhard Vanhöfen, Vorsitzender des FC Kalbach

Foto: Sandro Schuh / Unsplash

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