Rassistische Beleidigungen in Briefkästen

Zwei Familien mit türkischen Wurzeln haben Zettel mit rassistischen Beleidigungen in ihren Briefkästen vorgefunden. Die Polizei ermittelt. Auch der Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg wurde bereits verständigt und positioniert sich klar gegen jegliche Form von Rassismus. Allerdings gibt es noch Ungereimtheiten, was die Veröffentlichung der Vorfälle in den sozialen Medien betrifft.

Die Polizei schreibt in einer Information an die Bewohner des betroffenen Mehrfamilienhauses von einem „Zettel mit volksverhetzerischen Inhalt“ und weist ausdrücklich darauf hin, dass man sich bei Fragen oder sachdienlichen Hinweisen an den Schutzmann vor Ort, Adrian Homeier, sowie auch außerhalb des normalen Dienstes an die Wache des 14. Polizeireviers im Mertonviertel wenden könne.

Bei den Anfeindungen soll es sich um Papierstreifen mit wenigen Sätzen handeln, wo Migranten beleidigt und insbesondere Muslime bedroht werden.

„Klar ist, dass wir keinen Rassismus dulden“

„Der Ortsbeirat wurde von der Polizei bereits verständigt und hat die Vorfälle mit Bestürzung wahrgenommen“, erklärt Carolin Friedrich, Vorsitzende des Ortsbeirates Kalbach/ Riedberg. „Klar ist, dass wir keinen Rassismus dulden können und wollen.“ In der kommenden Ortsbeiratssitzung am Freitag gibt es mehrere, teils interfraktionelle Anträge gegen Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz. Auch als Reaktion auf den Anschlag von Hanau. Friedrich betont aber zugleich, dass Frankfurts jüngster Stadtteil Riedberg mit Bewohnern unterschiedlichster Nationen eigentlich Vorbildcharakter habe und man mit diesem Problem zum ersten Mal konfrontiert sei.

Unklar ist, warum ein Zettel mit dem genauen Wortlaut der Anfeindungen in den sozialen Medien veröffentlicht wurde –  in einem grafisch verfälschten Flyer, der nachträglich erstellt wurde. Ein Teil der Veröffentlichungen wurde inzwischen gelöscht.

Die Frankfurter Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgrund von Volksverhetzung und Beleidigung aufgenommen.

Symbolbild: privat