Notrufe aus der Hosentasche

Es sind drei Zahlen, die Leben retten können: 112 – die Notrufnummer, die europaweit gilt. Übrigens auch weiterhin in Großbritannien, Brexit hin oder her. Passend zur Notrufnummer gab’s am gestrigen 11.2. ein „Twittergewitter“ der Feuerwehr Frankfurt, die im Verbund mit mehr als 50 Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren im Land auf den „Europäischen Tag des Notrufs“ aufmerksam machen und einen Blick hinter die Kulissen von Feuerwehr und Rettungsdienst geben wollten. Hierzu hat ein insgesamt achtköpfiges Team im Wechsel, in der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr, nahezu alle Einsätze und Wissenswertes von Feuerwehr und Rettungsdienst getwittert. Kuriose Notrufe inklusive.

„Bitte Handy immer sperren!“ – warum vermeintliche Notrufe die Leitung blockieren

Die Twitter-Bitte „Handy immer sperren, bevor es in die Hosen- oder Handtasche wandert. Danke!“ lässt erahnen, dass so manche Notrufe versehentlich erfolgen. Ungefähr 15 solcher Anrufe gehen pro Stunde ein und blockieren damit auch die Leitungen. Oder jemand ruft an, weil er die Auskunft erreichen wollte. Gestern meldete sich eine Dame am Notruf, beschwerte sich über ihren Pflegedienst und bezichtigte ihn des Diebstahl. Hier vermittelte die Notrufzentrale die Lady weiter zur Polizei.

Ein anderer Anrufer hatte seit vier Tagen Schnupfen, Fieber und Bauchweh. „Er wurde freundlich, aber bestimmt auf das gut funktionierende Hausarztsystem hingewiesen“, schreibt die Feuerwehr. Um 17.44 Uhr am Nachmittag meldete ein Mann über Notruf, dass sein Fahrzeug zugeparkt ist. Der wurde gebeten, „sich an das zuständige Polizeirevier zu wenden“. Dazu kommen an manch anderen Tagen noch Menschen, die anrufen und ihre Handy-Karte entsperren lassen wollen.

Die Einsatzbilanz der Feuerwehr

Dabei hatte die Feuerwehr, insbesondere nach Sturmtief „Sabine“, jede Menge zu tun. Im Aktionszeitraum gab es gestern insgesamt 334 Einsätze, davon 293 Rettungsdiensteinsätze, 12 Brände und 19 Hilfeleistungseinsätze. Mehr als 100.000 Follower verfolgten die Tweets, am Ende waren es sogar einige Tausend mehr. Die Feuerwehr Frankfurt war jedenfalls äußerst zufrieden. Auch Frankfurts Sicherheitsdezernent, Stadtrat Markus Frank, und der stellvertretende Leiter der Branddirektion, Thomas Jackel, ließen es sich nicht nehmen, mitzuwirken und die Aktion mit diversen Tweets zum Thema Sicherheit zu unterstützen.

Die Tweets sind rückwirkend noch unter www.twitter.com/feuerwehrffm einsehbar. Frankfurt: #Frankfurt112 Bundesweit: #112Live

Foto: Archiv