Gewerbliche Nutzung in Kalbach soll langfristig gesichert werden

Die Firma Mersen in Kalbach

Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main stellt die Weichen für die Zukunft des Gewerbegebiets an der Tal- und Carbonestraße. Ein neuer Bebauungsplan soll den traditionellen Industriestandort vor Fehlentwicklungen schützen und modernisieren.

Das rund 6,5 Hektar große Areal im Stadtteil Kalbach blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier eine Kohlebürstenfabrik gegründet. Bis heute prägen die charakteristischen Backsteinbauten der ehemaligen Deutschen Carbone AG (heute Mersen) das Erscheinungsbild des Standorts und verleihen ihm einen industriegeschichtlichen Charakter, der auch bei der künftigen Entwicklung gewürdigt werden soll.

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Mersen / Deutsche Carbone

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Mersen / Deutsche Carbone 50.183082, 8.653579

Schutz vor Verdrängung und Spekulation

Hauptziel des nun eingeleiteten Bebauungsplanverfahrens ist es, die gewerbliche Nutzung langfristig abzusichern und planungsrechtliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Die Stadt reagiert damit auf eine zunehmende Problematik: Die Durchmischung des Gebiets mit Wohnnutzungen, insbesondere westlich der Autobahn A661, führt zu Nutzungskonflikten. Da gewerbliche und andere Nutzungen räumlich eng verflochten sind, strebt der Magistrat gemäß dem städtischen Gewerbeflächenentwicklungsprogramm eine klare funktionale Trennung an.

Zudem soll der neue Plan den steigenden Umnutzungsdruck mindern. Oftmals verdrängen zahlungskräftige Akteure wie Betreiber von Rechenzentren, Einzelhandels- oder Beherbergungsbetriebe das klassische, produzierende Gewerbe. Durch gezielte Festsetzungen will die Stadt sicherstellen, dass die Bodenpreise auf einem für das Gewerbe verträglichen Niveau bleiben und Bodenspekulationen unterbunden werden. Ziel ist es, den Standort primär für arbeitsplatzintensive und emissionsrelevante Betriebe zu erhalten, die auf solche Flächen angewiesen sind.

Optimierung der Infrastruktur

Neben der rechtlichen Sicherung der Flächen steht die Modernisierung der Infrastruktur im Fokus. Die bestehende verkehrliche Erschließung, insbesondere zur Kalbacher Hauptstraße, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und soll im Zuge der Planungen angepasst werden.

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Verbesserung der Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer. Geplant ist ein Lückenschluss zwischen der U-Bahn-Haltestelle Kalbach und dem Ortskern. Diese neue Verbindung soll durchgehend, sicher, barrierefrei und städtebaulich ansprechend gestaltet werden, um die Mobilität im Stadtteil insgesamt aufzuwerten.

Mit diesem Maßnahmenpaket möchte die Stadt Frankfurt den wichtigen Wirtschaftsstandort im Norden fit für die Zukunft machen und Investitionssicherheit für ansässige sowie neue Unternehmen schaffen.

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