Eskalation am Opernplatz – Polizisten mit Flaschen beworfen

Wochenlang wurde in Frankfurt friedlich draußen gefeiert – in der Nacht zum Sonntag aber kippte die Stimmung am Opernplatz und es kam zu Randale und schweren Ausschreitungen gegenüber Polizisten. Die Polizei spricht von einem „Hagel von Flaschen“ gegen Beamte. Die erschreckende Bilanz: 39 Festnahmen, mindestens fünf verletzte Polizistinnen und Polizisten, mehrere tausend Euro Schaden.

In den frühen Morgenstunden gegen 3 Uhr kam es auf dem Opernplatz zu massiven Ausschreitungen gegen die Polizei. Der Platz musste in der Folge von der Polizei geräumt werden. Es kam zu 39 vorübergehenden Festnahmen. Den Festgenommenen wird unter anderem schwerer Landfriedensbruch sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

In den Abend- und Nachtstunden waren, wie an den vergangenen Wochenenden, rund 6000  bis 7000 Menschen in der Stadt feiern. Sie trafen sich am Hafenpark, am Mainufer, im Günthersburgpark, in der Kalbächer Gasse (Fressgasse) sowie am Opernplatz.

So kippte die Stimmung am Opernplatz

Die Frankfurter Polizei war dort überall mit eigenen Beamtinnen und Beamten sowie mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei präsent. Mit Ausnahme des Opernplatzes blieb es an allen anderen Örtlichkeiten friedlich. In der Spitze waren am Opernplatz etwa 3000 Menschen zum Feiern zusammengekommen. Zunächst geschah dies auch friedlich, gegen 1 Uhr begann die Stimmung zu kippen. Es blieb nicht friedlich und ausgelassen, „sondern wurde unter den Feiernden zunehmend aggressiver, was sich in kleineren Schlägereien untereinander zeigte“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Gegen 3 Uhr entwickelte sich am Brunnen des Opernplatzes eine größere Schlägerei mit 25 bis 30 Personen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 500 bis 800 Personen auf dem Opernplatz. In der Folge stellten die Beamten ein blutendes Opfer der Schlägerei am Brunnen fest. In der Absicht, dem offenkundig verletzten Opfer zu helfen und den Streit zu schlichten, gingen etwa zehn Polizisten Richtung Brunnen. Hierbei wurden die zehn Polizisten unvermittelt und massiv mit Flaschen beworfen.

Aus der Menge kamen „All Cops Are Bastards“-Rufe

Die umstehende Menge klatschte dazu Beifall und skandierte Beleidigungen gegen die Beamten, insbesondere „ACAB“-Rufe („All Cops Are Bastards“).

Aufgrund der hohen Aggressivität und der fortgesetzten massiven Flaschenwürfe wurden weitere Polizeikräfte von anderen Plätzen und von Revieren zusammengeführt. Dabei wurden alarmierte Kräfte bei der Anfahrt bereits mit Flaschen beworfen und deren Fahrzeuge durch die Würfe beschädigt. Die randalierende Menge von rund 500 bis 800 Personen wurden von mit Schildern und Helmen geschützten Beamten in Richtung der Fressgasse abgedrängt.

„Die Flaschenwürfe waren bei der Räumung so heftig, dass die Räumung mehrfach gestoppt werden musste“, so die Polizei. In der Fressgasse selbst konnten dann rund 400 Personen eingeschlossen werden. Aus der Gruppe der Störer nahm die Polizei gezielt 39 Personen fest. Die Personen sind im Alter zwischen 17 – 23 Jahre alt. Bis auf eine Frau waren alle Festgenommenen männlich.

Durch die Angriffe mit Flaschenwürfen wurden mindestens fünf Polizisten verletzt. Sie erlitten Schürfwunden und Prellungen. An mehreren Polizeifahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.

„Höhepunkt der Respektlosigkeit“ gegenüber der Polizei

In der heute Mittag um 12 Uhr durchgeführten Presskonferenz im Polizeipräsidium Frankfurt hat Herr Polizeipräsident Gerhard Bereswill sein Entsetzen über die ungehemmten Gewaltausbrüche zum Ausdruck gebracht. „Heute Nacht war der negative Höhepunkt einer schon seit einigen Wochen festzustellenden zunehmenden Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber der Polizei. Das Verhalten der Menschen in den späten Abendstunden hat sich in den letzten Wochen zu unserem Nachteil verändert, was auch mit den aufgeheizten und den undifferenzierten Vorwurfslagen uns gegenüber zu tun hat. Was dabei besonders schmerzlich ist, dass die gesamte Menschenmenge von 500 bis 800 Personen johlt und Beifall klatscht, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen von Flaschen getroffen werden.“

Bereswill dankte zugleich den eingesetzten Beamtinnen und Beamten für ihr couragiertes Einschreiten und den eingesetzten Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei, „die uns sehr rasch zur Seite standen und uns unterstützt haben“. Er sei sicher, dass durch besonnenes und konsequentes Vorgehen weitere Ausschreitungen und größerer Schaden abgewendet werden konnte.

Frankfurter Polizei bittet um Hinweise

Für Zeugen- und sonstige Hinweise hat die Frankfurter Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Rufnummer des Kriminaldauerdienstes 069-755 53110 zu erreichen.

Die Frankfurter Polizei hat einen Hinweisserver für Bilder und Videos eingerichtet. Unter www.polizei-hinweise.de/opernplatz können Aufnahmen hochgeladen werden. Bitte machen Sie davon rege Gebrauch, jeder Hinweis kann dazu beitragen Tatbeteiligte der Ausschreitungen zu identifizieren.

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