Die Initiative „Mein Bonames“ macht mobil

Wohnen am Bügel in Bonames

Die Initiative „Mein Bonames“ will den Stadtteil aufwerten, die Bürger vernetzten und örtliche Flächen zu Treffpunkten entwickeln.

Wenn man sich zum Beispiel den Platz „Am Wendelsgarten“ einmal näher ansieht, wird man feststellen, dass die Boulebahn eher wie ein Blumenbeet aussieht und deswegen auch nicht wie vorgesehen genutzt wird.

Die Beton/Pflastersteinwüste des Platzes wird zwar im Frühling schnell warm, aber in unseren tropischen Sommertagen entwickelt sich dort eine höllische Glut. Ab dem Moment möchte sich dann kein Bürger mehr dort aufhalten und sucht Unterflucht in schattigen „Oasen“ wie nahe gelegenen Eisdielen. Auch Sitzgelegenheiten werden schmerzlich vermisst, nicht nur von Senioren, sondern auch von Eltern, die ihre Sprösslinge beaufsichtigen wollen.

Zum Glück gibt es inzwischen die Initiativgruppe „Mein Bonames“, die ähnlich gelagerte Interessen der Bürger bündelt und in Kooperation mit dem Ortsbeirat beim Magistrat vorträgt.

Anders als in Kalbach-Riedberg, wo es ein Familienzentrum gibt, findet sich nichts Vergleichbares in Bonames. Daher fehlt jungen Familien die Möglichkeit, während ihrer Elternzeit auch mal Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.

Auch ein Quartiersmanagement wie in anderen Stadtteilen sucht man hier vergebens. Das nächstgelegene Quartiersmanagement findet sich in der Nordweststadt oder in Eckenheim. Die nordwestlichen Ortsteile sind leider nicht vertreten (Übersicht Quartiersmanagement: https://frankfurt-sozialestadt.de/wp-content/uploads/2022/11/Uebersicht-Quartiere-Stadtplan-2022.pdf).

So kommt schnell das Gefühl auf, Bonames ist ein vergessener Stadtteil. Das erinnert mich an den alten makabren Witz, wo ein Patient zum Doktor kommt: Herr Doktor, Herr Doktor, ich habe das Gefühl, mich nimmt keiner wahr! Darauf der Arzt: „Der nächste Patient bitte …“

Ähnlich wie Kalbach ist Bonames ein Ort mit jahrhundertealter Tradition. Dementsprechend fließen auch hier die Verkehrsströme durch den alten Ortskern. Fast 6.500 Bürger hat der Ort inzwischen. Er leidet noch heute unter den Bausünden der 1970er-Jahre als der Ben-Gurion-Ring, eine Hochhaussiedlung entstand, die bald den Spitznamen „Golanhöhen“ weg hatte. Entsprechend hoch ist dort die Fluktuation und um so schwerer fällt es den Bewohnern, Wurzeln zu schlagen.

Im Sommer will die Initiativgruppe „Mein Bonames“ ein Fest der Höfe auf den Weg bringen. Das soll die Identifikation mit dem alten Ortskern fördern und die Vernetzung der Bürger unterstützen. Die Initiativgruppe sucht weitere Mitstreiter. Wer mitmachen möchte, erreicht die Gruppe unter mein.bonames@gmx.de.


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