Das Geheimnis der witzigen IKEA-Namen

Wer ist BILLY? Warum lieben wir ÄPPELKAKA? Und warum schlummern wir besonders gut auf HAMARVIK? Die witzigen IKEA-Namen gehören längst zu unserem Alltag. Aber was steckt dahinter? Im neuen Blog IKEA Kult blicken wir hinter die Kulissen der schwedischen Möbelmarke.

Nur eine kurze Bemerkung vorweg: Bei ÄPPELKAKA geht’s natürlich vollkommen wohlschmeckend um einen Apfelkuchen, weil „Äppel“ das schwedische Wort für Apfel ist und „Kaka“ schlicht Kuchen bedeutet. Gibt’s normalerweise nicht weit entfernt von den berühmten Hot Dogs und von Köttbullar, den schwedischen Frikadellen.

Aber warum um Himmels Willen müssen auch Möbel Namen haben? Gegenfrage: Warum nicht? Jede Marke braucht eine schöne Legende. Bei IKEA war es wohl tatsächlich so, dass sich der inzwischen verstorbene Gründer Ingvar Kamprad schlecht Zahlen merken konnte und selbst auf die Idee kam, statt Nummern Namen für seine Produkte zu verwenden. Das gilt seit der Gründung in den 40er Jahren bis heute und die Produktnamen sind rund um den Globus dieselben. Schwedisch für Anfänger sozusagen.

IKEA-Namen machen richtig Arbeit

Die Namensgebung hat System und macht richtig Arbeit. Zwei Mitarbeiter bei IKEA in Schweden sind dafür verantwortlich. Ihre Hilfsmittel sind Landkarten, Kalender, Wörterbücher, Synonymlexika und Nachschlagewerke. Manchmal entdecken sie auch beim Autofahren Orts- und Flussnamen, die sie verwenden können. Sogar bei Geburtsanzeigen sind die beiden schon fündig geworden.

Dann müssen die Namensvorschläge geprüft werden. Einerseits um sicherzustellen, dass kein geschütztes Warenzeichen verletzt wird, und andererseits soll auch verhindert werden, dass sie in Ländern, in denen der Konzern vertreten ist, die falschen Assoziationen wecken.

„Aber bei ÄPPELKAKA, GUTVIK und KAGGE kann mir keiner meiner schwedischen Kollegen erzählen, dass sie geprüft haben, ob die Namen bedenkenlos verwendet werden können“, schreibt eine deutsche Mitarbeiterin süffisant im Unternehmensblog.

Die lustigsten Namens-Pannen

GUTVIK gab es tatsächlich. Es war ein Etagenbett für Kinder. HAMARVIK, eine beliebte Federkernmatratze, ist immer noch im Sortiment. Beides sind übrigens friedliche Dörfer in Norwegen. Denn Betten und Kleiderschränke haben in der Regel norwegische Namen, während Sofas, Sessel oder Couchtische meistens schwedische Ortsnamen bekommen. KLIPPAN beispielsweise ist eine Gemeinde in Südschweden.

Bei der Namensgebung gibt es festgelegte Regeln: Badezimmerartikel sind nach Flüssen und Seen benannt. Leuchten bekommen schwedische Bezeichnungen aus Musik, Chemie oder Meteorologie. Stoffe und Gardinen haben weibliche Namen, Regalsysteme Männernamen. Eine Besonderheit gibt es bei Küchenartikeln, wo der Name oft die Funktion des Gerätes beschreibt. So heißt ein Schneidebrett LÄMPLIG, was übersetzt einfach „zweckmäßig“ bedeutet.

Unvergessen sind die kleinen Namens-Pannen. Die vorher genannte Vase KAGGE war formschön und kugelig. KAGGE bedeutet im Schwedischen nur „Fässchen“ oder „Tönnchen“. Es gab auch eine WC-Bürste namens VIREN, was angesichts von Corona nicht mehr ganz so witzig erscheint. Viel schöner dagegen war eine Osterkollektion mit dem Namen KACKLING. Wer in Schweden an Ostern denkt, denkt nicht nur an den Hasen, sondern auch an das Huhn. „Kackla som en höna“ heißt so viel wie „Gackern wie ein Huhn“.

Sitzt Du gern auf „Bielefeld“?

Nur ein einziges Mal schien der schwedische Konzern ins Grübeln zu geraten. Im Jahr 2016 wurde in einem Online-Beitrag veröffentlicht, dass Möbel hierzulande auch deutsche Namen bekommen sollen. Das Bestseller-Sofa KLIPPAN sollte angeblich in „Bielefeld“ unbenannt werden. Doch zum Glück erschien der Artikel am 1. April! Denn würden wir wirklich lieber auf „Bielefeld“ sitzen, auf einer Matratze „Klagenfurt“ schlummern (Österreich ist ja analog zur Verbindung Schweden/ Norwegen ein Nachbarland von uns) oder einen „Kalten Hund“ essen? Dann lieber BILLY, HAMARVIK, ÄPPELKAKA & Co. Klingt doch schon viel schöner…

Der Blog „IKEA Kult“ wird ab sofort jeden Monat auf main-riedberg.de erscheinen. Weiter geht’s Anfang April. Nicht vergessen!

Sie möchten mehr über IKEA erfahren? Hier geht’s zur Internetseite: https://www.ikea.com

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