Tolle Bilanz für den Eltern-Kind-Treff

Eine junge Mutter ist erst vor kurzem hierhergezogen. Sie fühlt sich am Riedberg noch nicht zuhause  – und ist umso glücklicher, „hier Kontakte zu knüpfen“. Andere kommen aus Ginnheim in die Riedbergallee, aus der Nordweststadt, Kalbach, Nieder-Eschbach und weiteren Stadtteilen. Manche leben noch nicht lange in Deutschland. „Es sind auch fast immer Väter mit Kindern da“, freut sich Noshaba Helmand, ehrenamtliche Helferin im Eltern-Kind-Treff des Kinderschutzbundes. Es sind zudem Pädagoginnen vor Ort, die mit den Eltern über Erziehungsthemen oder Alltagssorgen sprechen. Das Angebot wird ergänzt durch Informationen rund um die Themen Gesundheit, Ernährung und Erziehung.

Kleine „Geburtstagsfeier“ am 29. März

Ein Ort der Begegnung, eine Möglichkeit für Austausch und Gespräche, während die Babies und Kleinkinder bis drei Jahren spielen, betreut werden oder einfach erst mal die Welt außerhalb von ihrem Zuhause bestaunen und erkunden – all das möchte der Treff im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses sein, den eine gemeinnützige Stiftung unterstützt. Exakt vor einem Jahr wurde die Einrichtung eröffnet und feiert am 29. März eine kleine „Geburtstagsfeier“. Natürlich mit Mamas, Papas, vor allem den Kindern plus leckeren Kuchen und Speisen, die Eltern mitbringen wollen. Den Kindern gefällt womöglich die blaue Spiel-, Kletter- und Krabbellandschaft im hinteren Teil des Treffs noch besser. Oder die Bälle und Bobby-Cars.

Eine Weltkarte mit Herz: Hier haben die BesucherInnen ihre Heimatländer gekennzeichnet

„Wir sind von Anfang an gut im Stadtteil aufgenommen worden. Auch im Sommer waren wir überraschenderweise immer gut besucht“, zieht Claudia Lukaschek, Leiterin des Eltern-Kind-Treffs, eine positive Bilanz. „Über das Jahr verteilt haben wir im Durchschnitt 21 Kinder, 18 Mütter, zwei Väter und zwei Großeltern zu Besuch.“ Es gab aber auch schon Tage mit 36 Eltern und 41 Kindern. Bei so vielen großen und kleinen Menschen müssen alle noch mehr Sorgfalt walten lassen, noch mehr aufpassen.

An der Wand hängt eine Weltkarte, mit vielen roten Herzen. Die Herzen haben die Besucher auf ihre Heimatländer geklebt. „Hier sehen Sie, wie wunderbar gemischt wir hier sind und aus welchen Ländern Eltern zu uns kommen“, lautet die Erklärung. Im vergangenen Jahr aus 52 Staaten, unter anderem den Ländern Japan, Korea, China, Thailand, Singapur, Pakistan, Iran, Kasachstan, USA, Türkei, Algerien, Libyen, Bosnien, Marokko, Spanien, Griechenland, Ungarn, Polen, Schweden, Peru, Mexiko, Äthiopien, Tunesien und Afghanistan.

Zieht eine sehr positive Bilanz: Claudia Lukaschek, Leiterin des Eltern-Kind-Treffs (hier mit einer „Babylotsin“ des Frankfurter Kinderschutzbundes)

„Die Rückmeldungen der Eltern sind durchweg positiv.“ Sie genießen es, dass der Treff so lange und regelmäßige Öffnungszeiten hat, dass sie unangemeldet kommen können und immer Getränke und etwas zum Essen bereit steht. Die Eltern sitzen am großen Tisch, füttern die Kinder und kommen ganz ungezwungen ins Gespräch. Neu zugezogene Eltern bekommen schnell Anschluss.

Eltern besorgt über fehlende Betreuungsplätze

Immer wiederkehrende Themen der Eltern sind die Betreuungsplätze, die am Riedberg und in zahlreichen anderen Stadtteilen fehlen, und die Unsicherheit, die damit verbunden ist. Nicht zu wissen, wann die Arbeit oder das Studium wieder aufgenommen werden kann.

Auch hier will man zuhören und versucht, Hilfestellung zu leisten. Das Angebot im Eltern-Kind-Treff reicht aber über pädagogische Beratung hinaus und einige Helfer sind ehrenamtlich dabei. Wie Noshaba, die selbst vier Kinder hat und meint, dass zuhause natürlich „immer viel zu tun ist“. Aber hier, mit Mamas, Papas, Omas oder Opas plus Kleinkindern, hilft sie gerne mit und hier wird sie gebraucht.

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Eltern-Kind-Treff Riedberg
Riedbergallee 15
(Haltestelle U8/U9 Uni Campus Riedberg)
Öffnungszeiten Mo.-Fr. von 9.30 bis 13 Uhr

Das Angebot ist kostenlos.

Weitere Informationen unter www.kinderschutzbund-frankfurt.de

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Fotos: MAINRiedberg/ Archiv