Tischtennis-Boom – aber
keine Hallenzeiten

Tischtennis am Riedberg boomt. Inzwischen gibt es AG-Angebote an allen vier Schulen. Im Gymnasium hatten sich sogar 55 Mädchen und Jungs der fünften bis siebten Klassen angemeldet. Weit mehr als erwartet, was ein paar Schwierigkeiten mit sich bringt. Trainer Wieland Speer indes sagt, dass er gewohnt ist, auch hunderte Kinder organisatorisch zu „bändigen“. Bei den Kids Open in Düsseldorf sind es sogar über 1000 Kids. Platz ist hier begrenzt, Schläger und Bälle habe er aber genügend. Der Mann, der schon als Bundestrainer beim Deutschen Behindertensportverband und als Bundesliga-Trainer gearbeitet hat, hat die Tischtennis-Begeisterung hier im Stadtteil erst möglich gemacht. Mit viel Engagement, das weit über die Schul-Angebote hinausgeht. Das Problem ist nur: Alle, die so begeistert davon sind, dass sie auch im Verein trainieren wollen, haben am Riedberg bislang keine Chance. Es gibt zu wenige Turnhallen für immer mehr Kinder und keine Hallenzeiten. Sogar die Schüler an der neuen IGS müssen vorerst draußen spielen, was im Winter schwierig werden dürfte. Oder viel Improvisationstalent braucht.

Auch der Deutsche Tischtennis-Bund setzt sich ein

Wie aber könnte es weitergehen? Der Sportkreis Frankfurt und inzwischen auch der Deutsche Tischtennis-Bund setzen sich dafür ein, dass die neue Turnhalle für die IGS speziell auch für Tischtennis geeignet ist. Diese wird neben den bisherigen Containern der Gymnasialen Oberstufe (NGO) in unmittelbarer Nähe der U-Bahn-Haltestelle Riedberg entstehen, wo in einem späteren Schritt die IGS ebenfalls gebaut wird. Fakt ist: Derzeit gibt es keine einzige Turnhalle in der gesamten Stadt Frankfurt, in der Tischtennis-Turniere gespielt werden können. Fakt ist aber auch: Derzeit ist trotz des Platzmangels in Sachen Sport am Riedberg nur eine kleinere (!) Halle im Gespräch und zudem sind die konkreten Planungen noch längst nicht abgeschlossen. Es dürfte also mindestens drei Jahre dauern, bis hier etwas fertiggestellt ist. „Immer am Ball bleiben und immer wieder bohren“, lautet deshalb die Devise. Sagt Experte Speer.


Tischtennis-Experte Wieland Speer hat für den Boom am Riedberg gesorgt

Möglichkeiten für Tischtennis-Begeisterte

Einige tischtennisbegeisterte Jungs spielen inzwischen in Eschenheim in einem Verein. Wie sie hoffen, nur vorübergehend. Aber auch der Riedberger SV bietet neuerdings am Dienstag von 17 bis 18.30 Uhr freies Tischtennistraining in Kooperation mit dem TV Kalbach in einem kleinen Mehrzweckraum dort an (siehe riedberger-sv.de). In der aktuellen Woche gibt es außerdem Gespräche eines ehemaligen Tischtennis-Profis und Trainers mit dem SC Riedberg in Sachen Tischtennis. Und nach dem Umzug des Familienzentrums Billabong in die Graf-von-Stauffenberg-Allee gibt es dort einen größeren Mehrzweckraum, wo eventuell ebenfalls – im kleinen Rahmen – etwas Training möglich wäre. „Im Moment sind mehrere Optionen auf dem Tisch. Irgendwann wird’s irgendwie funktionieren“, hofft Tischtennis-Trainer Speer.

Das sind die neuen Mini-Meister

Übrigens: Die Sieger des ersten Schul-Entscheids der 35. Tischtennis-mini-Meisterschaften heißen Maureen Mehrer und Jin-Ho Park. Die beiden setzten sich in der Altersgruppe 11-/12-Jährige in der Sporthalle des Gymnasiums Riedberg durch. Weitere Schulentscheide in den anderen Schulen auf dem Riedberg werden bis zum 18. Februar folgen. Wie gesagt: Tischtennis boomt!

(Fotos. W. Speer/ Logo: Veranstalter)