Hier entsteht unser längster Park

Noch sind hier Pfützen, Schutt und Kräne.

Doch am Ende der rund einen Kilometer langen Nord-Süd-Achse ist die Skyline zu sehen. In der anderen Himmelsrichtung Feldberg und Taunus. Exakt hier, an der „Römischen Straße“, wo einst die Legionäre des Römischen Reiches vom Städtchen Nida zum Kastell Saalburg und zum Limes marschierten, bekommen die Riedberger ihren längsten Park. Das Grünflächenamt könnte theoretisch schon Anfang 2017 mit den Arbeiten beginnen.

„Ich möchte Sie gerne auf einen Spaziergang mitnehmen“, beginnt Jörg Sander, Experte des Grünflächenamtes, seine Ausführungen in der Sitzung des Ortsbeirats. Dann fährt er fort: „Wir gehen vom Riedbergzentrum die Riedbergallee nach Westen, bis dorthin, wo die Stadtbahn ins Grüne führt.“ Blickt man jetzt nach links und rechts, ist eine Schneise zu sehen, die quer durchs Univiertel und weiter bis zu den letzten Häusern im Quartier Altkönigblick führt. Diese unverbaute Achse ist sozusagen das Relikt der alten Römer-Straße. Deshalb soll hier in Zukunft, leicht erhöht, ein Weg entlangführen. Mit Basaltsteinen rechts und links, „Pflanzinseln“ mit Hecken, Bäumen und Bänken, sowie insgesamt drei Spielplätzen.

Die „neue“ Römische Straße ist asphaltiert. Das soll an die Bedeutung als Verkehrsweg in der Antike erinnern. Radfahrer und Fußgänger dürfen den Weg nutzen. Dort, wo die Straße den neuen Teil des Kätcheslachparks kreuzt, soll später ein kleiner Platz entstehen, Café inklusive.

Landschaftsarchitekt Jürgen Weidinger, der Planer des Kätcheslachparks, hat auch den Zuschlag für den neuen Grünzug erhalten. Der Ortsbeirat stimmte am Freitag den Planungen im Grundsatz zu – mit Optimierungswünschen: Der Zugang zu den Bänken soll rollstuhlgerecht sein. Dann soll einer der Spielplätze statt für die Altersgruppe von 1 bis 12 Jahren, für die Altersgruppe von 6 bis 12 gestaltet werden. Poller sollen die Durchfahrt von den Straßen zum Park verhindern. Gerne hätte man auch noch eine Brunnenanlage und Bänke, deren Zwischenräume nicht – wie am Riedbergplatz – mit Müll zugestopft werden können. Laut Grünflächenamt dürfte ein Brunnen mit hohen Unterhaltungskosten oder eine Abweichung vom Modell der „Frankfurter Bank“ aber schwer durchsetzbar sein.

Am längsten wurde über das Thema römische Zahlen diskutiert, auch in der Bürgerfragestunde. Plan der Landschaftsarchitekten war es, die Distanz nach Rom auf der neuen Straße zu markieren. In römischen Lettern. Allerdings in Kilometern, nicht wie die alten Römer in Meilen. Die Grünen sprachen von „nicht verständlichen Markierungen“ – und hatten einen Gegenvorschlag. Vor 2000 Jahren zeigten Steinsäulen die Wegstrecken an. Entsprechend hätte der Ortsbeirat gerne drei Meilensteine an „markanten Punkten“. Oder zumindest eine größere Steinsäule. Auch soll der „Geo-Lehrpfad“ nebst Infotafeln auf der Römischen Straße fortgesetzt werden.

meilenstein
Die Römer hatten „Meilensteine“ entlang der Verkehrswege. Meist waren die Distanzen angegeben oder Huldigungen an den Kaiser eingemeißelt. Der Ortsbeirat würde gerne nach antikem Vorbild gefertigte Säulen am Park „Römische Straße“ anbringen.

Übrigens: Vom Riedberg nach Rom sind es 1237 km, also umgerechnet rund 836 alte, römische Meilen. Der oder die runden Meilensteine könnten am Wegrand oder an einem Platz stehen, während nicht weit davon entfernt Kinder spielen, eine Kräuterwiese duftet und Bänke zum Sitzen einladen. Soweit ein bisschen Idylle pur. Fakt ist: Der Ortsbeirat gab grünes Licht für den Park – allerdings mit einigen „Ergänzungen“. Was davon realisiert werden kann, muss erst noch geprüft werden. Das könnte den Beginn der Bauarbeiten verzögern. Aber vielleicht schon bis 2018 werden die Riedberger ihren neuen, längsten Park bekommen.

Roman soldier

Roman soldier

Aber Vorsicht: Motorisierte Riedberger dürfen den neuen Weg nicht nutzen – selbst als Römer verkleidet… Grafik: Tromeur

(Text/ Foto oben: cd)