Schlagwort: Sanierung

Frankfurts kleine Brücken im Fokus

Sperrung der Brücke am Eschersheimer Niddabad

🚧 Baustellen und Barrieren

Zwei aktuelle Meldungen aus Frankfurt unterstreichen die zentrale Bedeutung kleiner Fuß- und Radwegbrücken für das innerstädtische Verkehrsnetz. Während die erst 6Jahre alte Brücke am Eschersheimer Freibad wegen Baumängeln gesperrt ist, steht der Abriss und Neubau eines 70 Jahre alten Holzstegs in Niederursel bevor. Beide Fälle zeigen die Herausforderungen beim Erhalt wichtiger Querungen für den nicht-motorisierten Verkehr.

🌉 Die Problemfälle im Norden Frankfurts

Jäher Stopp am Eschersheimer Freibad

Die Fuß- und Radwegbrücke über die Nidda am Eschersheimer Freibad, die erst zu Beginn der Badesaison 2019 eröffnet wurde, ist wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Diese Sperrung, die voraussichtlich Ende November beendet sein soll, kommt für viele überraschend. Die Brücke selbst, die aus Stahl im Westerwald gefertigt und in Duisburg veredelt wurde, ersetzt eine in die Jahre gekommene Holzkonstruktion.

Grund der Sperrung: Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) berichtet, dass sich der Asphalt des Weges direkt an der Brücke im Zentimeterbereich abgesenkt habe. Ein Baugrundgutachten zeigte, dass das Material unter dem Weg von vornherein „nicht geeignet“ war und ausgetauscht werden muss. Erste Setzungen traten bereits ein Jahr nach der Fertigstellung der Brücke auf. Das ASE betont, dass die Standsicherheit der Brücke selbst zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt war.

Auswirkungen und Kosten: Radfahrer aus dem Frankfurter Norden und der Wetterau, die die Verbindung zur Anfahrt in die Stadt nutzen, müssen nun Umwege fahren. Aus Richtung Bonames muss vor dem Freibad durch Alt-Eschersheim abgebogen werden. Die Kosten der Sanierung trägt die Baufirma, die die ursprünglichen Arbeiten ausgeführt hatte.

Ein Jahr lang keine Brücke in Niederursel

Ein Abriss und Neubau steht auch in Niederursel an. Der 70 Jahre alte Holzsteg über den Urselbach an der Wiesenau, eine wichtige Verbindung zwischen der U-Bahn-Haltestelle Wiesenau und der Hohemarkstraße, wird ersetzt.

Grund des Neubaus: Der 1954 errichtete Holzsteg ist aufgrund seiner eingeschränkten Lebensdauer und der Nähe zum Urselbach einem feuchten Mikroklima ausgesetzt. Dies fördert den Befall mit Pilzen und Schwämmen, weshalb eine Instandsetzung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Details zum Neubau: Der alte Steg wird durch eine breitere Stahlkonstruktion ersetzt, die statt 1,74 Meter zukünftig 3 Meter messen wird. Aus Hochwasserschutzgründen wird dabei auf die bisherige Mittelstütze im Bachbett verzichtet. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Herbst 2027 oder Frühjahr 2028 beginnen und etwa ein Jahr dauern.

Auswirkungen: Während der Bauzeit ist der Zugang zur U-Bahn-Station von der Hohemarkstraße aus nicht möglich; auch der parallele Neumühlenweg muss gesperrt werden. Betroffene Schulen, wie die Heinrich-Kromer-Schule, werden über die Umleitung des Schulwegs informiert.

Brücke über den Urselbach an der Wiesenau

Brücke über den Urselbach an der Wiesenau

🔄 Parallelen und Unterschiede

Kriterium Eschersheimer Freibad (Nidda) Niederursel (Urselbach)
Gewässer Nidda Urselbach
Materialproblem Fehlerhaftes Unterbaumaterial des Weges (Asphalt/Baugrund) Alterungsbedingte Mängel der Holzkonstruktion (Pilze/Schwämme)
Konstruktion Stahlbrücke (Baujahr 2019) Holzsteg (Baujahr 1954)
Status Sanierung (Kurzzeit-Sperrung bis Ende Nov. 2025) Neubau (Langzeit-Sperrung für ca. 1 Jahr ab 2027/2028)
Verbesserung Wegstabilisierung zur Beseitigung der Stolperkante Breitere Querung (von 1,74 m auf 3 m) und Stahlkonstruktion

🛑 Bedeutung für den Verkehr

Beide Brücken sind wichtige Engstellen und Verbindungen im dichten Netz des Frankfurter Fuß- und Radverkehrs. Die Sperrung in Eschersheim trifft Pendler, die die Achse in die Stadt nutzen. In Niederursel dient der Steg unter anderem als wichtiger Schulweg zu den U-Bahn-Haltestellen.

Die Fälle verdeutlichen, dass selbst moderne Bauwerke (Eschersheim) aufgrund von Mängeln in der Bauausführung sofortige Probleme verursachen können, während alte Brücken (Niederursel) planmäßig das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und ersetzt werden müssen. Unabhängig von der Ursache führen die Sperrungen zu erheblichen Einschränkungen und Umleitungen für Bürger.

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Sanierung der Bastionen und Stützwände in der Römerstadt

Bastion in der Römerstadt

Die Bastionen und Stützwände in der Römerstadt, ein markantes Beispiel für das „Neue Frankfurt“, werden derzeit denkmalgerecht saniert.

Diese Maßnahme kommt nach über 25 Jahren des Wartens und ist Teil der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des »Neuen Frankfurt«, das in der gesamten Stadt mit Ausstellungen und Veranstaltungen gewürdigt wird.

Historische Bedeutung der Römerstadt

Die fast zwei Kilometer lange Mauer mit ihren halbrunden Bastionen wurde in den 1920er-Jahren unter der Leitung des Städteplaners Ernst May errichtet. Diese Bauwerke sind nicht nur architektonisch bedeutsam. Die Bastionen sind strategisch entlang der Uferlinien platziert und bestehen aus robusten Materialien.

Ihre Form und Struktur sind darauf ausgelegt, den Druck des Wassers abzufangen. Sie wurden im Rahmen der städtischen Hochwasserschutzmaßnahmen entwickelt. Früher sorgten immer wieder Hochwasser der Nidda für Überschwemmungen der umliegenden Landschaften.

Neben ihrer Schutzfunktion bieten die Bastionen auch Freiflächen und Grünanlagen, die den Bewohnern und Besuchern der Stadt zur Erholung dienen.

Sie bilden den südlichen Abschluss der Römerstadt zum Landschaftsraum der Nidda und stehen seit 1971 unter Denkmalschutz. Sie gelten als bedeutendes Beispiel für Bauten aus Eisenbeton und waren ein wichtiger Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkonzepts. Die Sanierung ist daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des baukulturellen Erbes von Frankfurt.

Ein Besuch dieser Bastionen bietet nicht nur einen Einblick in die Ingenieurskunst, sondern auch in die Geschichte des Hochwasserschutzes in Frankfurt.

Sanierungsdetails und Vorgehensweise

Bei der Sanierung kooperieren die Stadt Frankfurt und die ABG Frankfurt Holding. Während die eigentlichen Bastionen im Eigentum der Stadt stehen, gehören die Stützwände der ABG. Die Maßnahme wurde bereits 2020 in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen, zur Sicherstellung einer hohen baulichen Qualität.

Um eine denkmalgerechte Umsetzung zu gewährleisten, werden vorab Musterflächen angelegt. Der neue Deckputz wird dem historischen Putz nachempfunden, um die Originalsubstanz bestmöglich zu erhalten. Ziel der Sanierung ist eine substanzschonende Grunderneuerung, die die historische Integrität der Mauern wahrt.

Verkehrsmaßnahmen während der Sanierung

Im Zuge der Sanierungsarbeiten muss der Weg vor den Stützwänden und Bastionen gesperrt werden. Der Fuß- und Radverkehr wird auf einen südlicheren Weg umgeleitet, der entlang der Gärten verläuft. Zudem wird ein Teil des Parkplatzes in der Hadrianstraße für die Baustelleneinrichtung und Anlieferung gesperrt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Sicherheit der Passanten während der Bauarbeiten zu gewährleisten.

Kooperation von Stadt Frankfurt und ABG Holding

Die Sanierung der Bastionen und Stützwände in der Römerstadt ist ein bedeutendes Projekt, das nicht nur die bauliche Substanz erhält, sondern auch das kulturelle Erbe Frankfurts würdigt. Nach Jahrzehnten des Wartens wird mit dieser Maßnahme ein wichtiger Schritt zur Aufwertung des Stadtteils unternommen.

Die Römerstadt, als Teil des historischen Erbes, wird damit für zukünftige Generationen erhalten und bleibt ein zentraler Bestandteil des Frankfurter Stadtbildes. Die Fertigstellung der Arbeiten ist für Februar 2026 geplant, und die Stadtverwaltung sowie die ABG Frankfurt Holding setzen alles daran, die Sanierung so schnell und sorgfältig wie möglich durchzuführen.

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