Schlagwort: Feuerwerk

Vorläufige Bilanz der Frankfurter Polizei zum Jahreswechsel

Polizeiabsperrung

Die Frankfurter Polizei blickt auf eine arbeitsintensive Nacht im Frankfurter Stadtgebiet zum Jahreswechsel 2025/2026 zurück.

Um für die Sicherheit der Bürger zu sorgen, waren in diesem Jahr über 700 Polizeibeamte, unterstützt durch Einsatzkräfte des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz, im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Diese Maßnahmen wurden durch die von der Stadt Frankfurt am Main eingerichteten Feuerwerksverbotszonen im Bereich der Zeil und am Eisernen Steg ergänzt.

Die Polizei zeigte frühzeitig eine starke Präsenz, um das offensive Einsatzkonzept umzusetzen. Bis zum Morgen wurden ca. 700 Personen kontrolliert, ca. 200 Platzverweise erteilt und nach derzeitigem Stand 73 Personen festgenommen. Der überwiegende Teil dieser Festnahmen resultierte aus dem widerrechtlichen Mitführen von Schreckschusswaffen, Verstößen wegen des Besitzes und Abbrennens von nicht zugelassener Pyrotechnik sowie Körperverletzungsdelikten.

Die livegesichteten Aufnahmen der Videoschutzanlagen stellten sich erneut als besonders hilfreich heraus, um Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen, das Einhalten der Regelungen der Feuerwerksverbotszonen zu überwachen und zielgerichtet darauf reagieren zu können. Die beiden Verbotszonen haben sich aus Sicht der Polizei auch in diesem Jahr wieder bewährt. Es konnten nur vereinzelte Verstöße festgestellt werden.

Der Eiserne Steg war als Örtlichkeit für den Jahreswechsel wieder derart beliebt, dass er bereits gegen 22:00 Uhr wegen drohender Überfüllung gesperrt wurde. Auch der Holbeinsteg zog viele Feiernde an, dass eine temporäre Sperrung von Nöten war. Auf der Zeil sowie entlang der Mainufer war ebenfalls ein hohes Personenaufkommen zu verzeichnen.

Die häufigsten Einsatzanlässe für die Polizei waren der missbräuchliche Gebrauch von Feuerwerkskörpern, Körperverletzungsdelikte, Verstöße gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigungen, auch durch Feuer. Darüber hinaus kam es immer wieder zum Beschuss mit Pyrotechnik auf Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Es gab aber auch körperliche Angriffe auf die Einsatzkräfte.

Hierbei sind folgende Sachverhalte besonders erwähnenswert:
In der Fahrgasse wurde gegen Mitternacht ein Rettungswagen des Deutsche Roten Kreuzes während einer Einsatzfahrt durch eine größere Personengruppe auf der Straße blockiert und an der Weiterfahrt gehindert. Nachdem das Fahrzeug zum Stillstand gebracht wurde, beschädigte die Personengruppe den Wagen durch Schläge und Tritte. Darüber hinaus wurden Fahrzeugteile abgerissen. Nachdem einer der Rettungsdienstmitarbeiter aus dem Fahrzeug ausstieg, wurde dieser durch eine männliche Person aus der Gruppe heraus durch einen Tritt in den Rücken angegriffen, wodurch er mit dem Kopf gegen das Fahrzeug stieß und zu Boden fiel. Beim Aufstehen bemerkte er nach eigenen Angaben eine männliche Person, die vor ihm mit einem Messer hantierte, ohne ihn dabei direkt zu bedrohen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen verschaffte sich die Personengruppe gewaltsam Zugang zum Behandlungsraum des Rettungswagens, legte dort eine bewusstlose Frau auf der Behandlungsliege ab und verlangte, diese in ein Krankenhaus zu verbringen. Der beschädigte Rettungswagen fuhr daraufhin, mit der zuvor abgelegten Frau, zu einem umliegenden Krankenhaus und wurde dabei mit Pyrotechnik beschossen. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Der verletzte DRK-Mitarbeiter wurde anschließend im Krankenhaus untersucht, wo eine Rückenverletzung diagnostiziert wurde, die der weiteren Abklärung bedarf. Erkenntnisse zum Verletzungsbild und dem Verbleib der bewusstlosen Frau liegen derzeit noch nicht vor.

In Griesheim (Ahornstraße), Ginnheim (Platenstraße), Rödelheim (Zentmarkweg) und Bonames (Ben-Gurion-Ring) wurden an mehreren Stellen Mülltonnen sowie weiterer Unrat auf die Straße geschoben und durch unbekannte Personen entzündet. Die zu diesen Örtlichkeiten entsandte Feuerwehr wurde bei den Löscharbeiten mit Pyrotechnik beschossen. Daraufhin wurden die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr im weiteren Verlauf der Nacht zeitweise in den nördlichen Stadtteilen durch Streifenwagen der Polizei zu deren Einsätzen begleitet. Um Gegenstände von der Straße zu entfernen, kam auch ein Sonderwagen der Polizei zum Einsatz.

Insgesamt wurden 11 Polizisten im Zuge von Festnahmen oder nach Beschuss mit Pyrotechnik verletzt (z.B. Knalltrauma oder Verletzungen durch Funkenflug). Hiervon konnten 8 Einsatzkräfte ihren Dienst nicht mehr fortsetzen.

Böllerverbot in den Niederlanden

Die Niederlande haben zum Jahreswechsel 2026/2027 ein Böllerverbot erlassen. Silvester soll so sicher wie möglich werden, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung. Ein Verzicht auf ein selbst gezündetes Silvesterfeuerwerk…

  • spart den Haushalten teils erhebliche Ausgaben für Feuerwerkskörper,
  • ist eine Erleichterung für Haus- und Wildtiere
  • entlastet die städtische Straßenreinigung
  • reduziert erheblich die Zahl der verletzten Personen
  • entlastet Feuerwehr, Krankenfahrzeuge und Polizei
  • reduziert die CO2-Belastung der Atmosphäre
  • entspricht dem mehrheitlichen Wunsch der Bevölkerung
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Die Risiken des Feuerwerks

Feuerwerk

Verletzungen an den Händen

An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen die Hände wie an Silvester. Darauf weisen die Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie hin und rufen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Feuerwerk auf.

Gerade angetrunkene Menschen missachten oft die Sicherheitsvorschriften beim Zünden von Böllern und Raketen. Durch selbst gebastelte Böller oder nicht-zertifizierte Feuerwerkskörper werden oft sehr komplexen Handverletzungen verursacht, die bis zu 10-stündige Operationen notwendig machen. Dazu gehören offene Weichteilverletzungen, tiefe Verbrennungen, Verletzungen von einem oder mehreren Fingern sowie die Zerstörungen der ganzen Hand.

Folgende Ratschläge für Ihre Sicherheit

  • Kaufen Sie Feuerwerkskörper nur im Fachhandel! Lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig und achten Sie auf das CE-Zeichen und die BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung).
  • Am besten nur Feuerwerkskörper verwenden, die nicht in der Hand gezündet werden müssen.
  • Verwenden Sie keine selbst gebastelten oder manipulierten Feuerwerkskörper. Sie sind besonders gefährlich, da sie zu früh oder viel stärker explodieren können als erwartet.
  • Lagern Sie Feuerwerkskörper verschlossen und in sicherem Abstand, keinesfalls jedoch am Körper.
  • Wenn Sie Alkohol getrunken haben: Hände weg von Feuerwerkskörpern. Alkohol macht unvorsichtig.
  • Feuerwerkskörper, die nicht explodiert sind, nicht noch einmal zünden. Am besten sammeln Sie solche ein und entsorgen sie. Damit schützen Sie Kinder und Jugendliche, die am Neujahrstag Blindgänger sammeln und nachzünden.
  • Knaller und Böller sollten für Kinder und Jugendliche tabu sein.
  • Kinder und Jugendliche verletzen sich, wenn sie versuchen, am Neujahrstag Blindgänger zu sammeln und herumliegendes, nicht abgebranntes Feuerwerk anzuzünden.

Ist etwas schief gegangen, und es kommt zu Verletzungen, erkennen viele Betroffene das Ausmaß einer schweren Böllerverletzung erst nach Silvester. Das verminderte Schmerzempfinden durch Alkoholgenuss und das eingeschränkte objektive Beurteilungsvermögen führen dazu, dass selbst schwerwiegende Verletzungen zunächst als Bagatelle abgewertet werden. Auch verharmlosen viele die Situation, weil es ihnen peinlich ist, dass man sich ungeschickt angestellt hat, übermutig war oder man einfach weiterfeiern will.

Eine verschleppte medizinisch erforderliche Behandlung erhöht die Infektionsgefahr der Wunde und vermindert die Chancen, dass verletztes Gewebe wiederhergestellt werden kann. Daher wäre es eine Überlegung wert, im Freundes- oder Bekanntenkreis eine Person auszuwählen, die so nüchtern bleibt, dass sie die Lage realistisch beurteilen und bei Bedarf Hilfe koordinieren kann.


Quelle: https://idw-online.de/de/news844601

Weiterführende Links

1) Mediziner warnen: Keine Silvesterböller in Kinderhände, Pressemitteilung der DGOU https://dgou.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht-pressemitteilungen/artikel/mediziner-warnen-keine-silvesterboeller-in-kinderhaende

2) Flyer: Silvester feiern – ohne Handverletzungen: Ratgeber für sicheres Böllern
https://www.dg-h.de/wp-content/uploads/2022/12/DGH_Silvester-Flyer.pdf

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