Sperrstunde, Alkoholverbot, Maskenpflicht: Das sind die neuen Corona-Regeln

In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Neuinfektionen in Frankfurt bei 46,5. Damit steht Frankfurt kurz vor Erreichen der vierten Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes Hessen. Ab Freitag gelten deshalb  noch wesentlich striktere Corona-Regeln.

Folgende Maßnahmen gelten ab Freitag, 9. Oktober, bis Ende der kommenden Woche: Es wird eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr eingeführt. Im öffentlichen Raum wird der Konsum von Alkohol verboten. Das gilt für Plätze, Straßen und Grünflächen. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wird eine Maskenpflicht eingeführt. Eine genaue Übersicht der betroffenen Örtlichkeiten wird derzeit erarbeitet.

Begrenzungen bei privaten Feiern: höchstens 25 Teilnehmende in öffentlichen oder angemieteten Räumen. Für Feiern in privaten Räumen: dringende Empfehlung von maximal 10 Personen. Auch das Hygienekonzept für die Dippemess light, die geplanten Mini-Rummelplätze in der City unter dem Überbegriff „Herbst in der Stadt“, wird überarbeitet. 

Kommt die Maskenpflicht im Unterricht?

Das Angebot, dass sich städtisches Personal im Kita-Bereich kostenlos testen lassen kann, wird verlängert. Es wird auch geprüft, ob nach den Herbstferien analog zum Vorgehen Offenbachs eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen eingeführt wird.

Für religiöse Feiern gilt eine Maskenpflicht analog zu Gottesdiensten. Im Individualverkehr wird bei mehreren Personen ein Mund-Nase-Schutz empfohlen.

„Kampf gegen Corona ist ein Langstreckenlauf“

Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt: „Der Kampf gegen Corona ist ein Langstreckenlauf. Bislang ist Frankfurt gut durch die Krise gekommen. Aber noch ist nichts gewonnen, wie die steigenden Zahlen zeigen. Wir müssen jetzt reagieren, sonst verspielen wir die bisherigen Erfolge.“

„Leider zeigen die Infektionszahlen im Vergleich zu letzter Woche nun eine Tendenz in die Breite der Bevölkerung, sodass wir gezwungen sind, mit unseren deutlichen Maßnahmen dem entgegenzuwirken, um einen bevorstehenden Lockdown zu verhindern“, ergänzt Gesundheitsdezernent Stefan Majer. „Hierbei gilt es allerdings, die Schäden für die Wirtschaft, die Kultur und den Sport so gering wie möglich zu halten und die getroffenen Maßnahmen ständig neu auf ihre Verhältnismäßigkeit zu überprüfen.“

Der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt hat sich gestern in einer Sondersitzung auf das umfangreiche Maßnahmenpaket verständigt. Konkret erfordert die neue Eskalationsstufe ein konsequentes Beschränkungskonzept, um die Pandemie einzudämmen, sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem COVID-19-Planungsstab des Hessischen Sozialministeriums und den Versorgungseinrichtungen.

Kein Grund zur Panik – aber die Lage ist ernst

Der größte Anteil der aktuell Neuinfizierten findet sich weiterhin bei den 20 bis 29-Jährigen mit 24,0 Prozent, gefolgt von der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen mit 22,8 Prozent. Bei 30 Fällen handelt es sich um Reiserückkehrende, drei Fälle sind im Zusammenhang mit Sportvereinen aufgetreten und 89 Fälle gehen auf eine Gemeinschaftsunterkunft zurück, über die bereits zurückliegend berichtet wurde.

„Einen Grund für Panik gibt es nicht“, sagen Feldmann und Majer. „Aber die Lage ist ernst. Jetzt kommt es auf jeden Einzelnen an. Halten Sie Abstand, tragen Sie Maske und waschen Sie Ihre Hände regelmäßig. Und: Wenn Sie eine Feier planen, überlegen Sie, ob sich diese nicht verschieben oder in einem kleineren Rahmen organisieren lässt. Bedenken Sie: Allein Ihr Verhalten entscheidet mit über den Verlauf der Pandemie.“

Das sind die Zahlen und Fakten 

Insgesamt wurden 3775 Personen mit Wohnsitz in Frankfurt positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Davon gelten 3247 Menschen gemäß RKI-Kriterien inzwischen als genesen. Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in Frankfurt gab es bisher 72.
Bei den Verstorbenen liegt der Altersdurchschnitt bei 77 Jahren (Median 80 Jahre).

In Frankfurt gibt es derzeit 456 „aktive“ Fälle. In häuslicher Quarantäne befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt 846 Kontaktpersonen. In den zurückliegenden 4 Wochen wurden insgesamt 116 Reiserückkehrer mit Wohnsitz in Frankfurt positiv auf SARS-CoV-2 getestet. In Frankfurt liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 46,5 Fällen/100.000 Einwohnern (Stand: HLPUG 6.Oktober 2020, 11.30 Uhr).

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: CDC on Unsplash.com

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