Schüler fordern Wechselunterricht – und drohen mit Streik

Die Schülervertretungen von sieben Frankfurter Schulen, unter anderem vom Gymnasium Riedberg, fordern eine sofortige Einrichtung des Wechselunterrichts – und drohen mit Streik. An der IGS Kalbach-Riedberg laufen bereits Planungen für ein Hybrid-Modell.

„Wir fühlen uns mit den jetzt getroffenen Maßnahmen in den Schulen nicht mehr geschützt“, schreiben die Schülervertretungen unter anderem der Neuen Gymnasialen Oberstufe, des Riedberg-Gymnasiums, des Goethe-Gymnasiums und der Otto-Hahn-Schule in einer Rundmail an die Medien. Sie fordern die hessische Landesregierung auf, „in ein Hybridmodell an Schulen überzugehen, da der Mindestabstand zurzeit an den meisten Schulen nicht einhaltbar ist und wir uns von Masken alleine nicht genug geschützt fühlen.“ Zudem wird ein neues Infektionsschutzkonzept gefordert und mehr Mitsprache.

Die Schülerinnen und Schüler haben „Angst, selbst infiziert zu werden“ und „unkontrolliert“ Mitschüler und die Familie anzustecken. Das Wechselmodell würde in ihren Augen dafür sorgen, dass Ansteckungen an Schulen minimiert werden, Kontaktpersonen leichter nachverfolgt werden können und der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Streik-Aufruf für Montag

Falls ihre „Forderungen und Ängste“ nicht ernstgenommen werden sollten, sähen sie sich „gezwungen, in einen Schulstreik zu treten“. Ganz konkret wird heute auf der Facebook-Seite der StadtschülerInnenrates Frankfurt allerdings schon zu einem Schulstreik am Montag, 30. November, um 11 Uhr in Form eine Demonstration vor dem Gesundheitsamt aufgerufen. Als Alternative wird der „digitale Streik durch Zuhause-Bleiben“ genannt.

Gymnasium Riedberg ist die Schule mit den geringsten Corona-Zahlen

In einem aktuellen Rundschreiben an die Eltern verweist Helmut Kühnberger, Schulleiter des Gymnasiums Riedberg, unterdessen auf die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin und der Tagung des Corona-Kabinetts der Hessischen Landesregierung. Wie bisher gelten weiterhin die Maskenpflicht im Unterricht und auf dem ganzen Schulgelände sowie die weiteren Corona-Regeln. Es werde aber kein allgemeines Wechselmodell geben. 

Das Gymnasium Riedberg ist die Schule mit den geringsten Corona-Zahlen in Frankfurt. Hier gab es bisher nur vier bestätigte Corona-Fälle. Dies rechtfertige aus Sicht des Gesundheitsamtes und der Schulleitung kein Wechselmodell für die gesamte Schule.

IGS will Wechselunterricht einführen

In der zweiten weiterführenden Schule im Stadtteil, an der IGS Kalbach-Riedberg, laufen – aufgrund der unverändert hohen Corona-Zahlen in und um Frankfurt – bereits die Planungen für ein Wechselmodell. Demnach könnten die Kinder im täglichen Wechsel zuhause und im Klassenraum unterrichtet werden. Hausaufgaben würden über die digitale Schulplattform „Moodle“ gestellt oder an den Tagen in der Schule. Klassenarbeiten sollen wie geplant stattfinden.

Aber auch an den Tagen ohne Präsenzunterricht soll um 10 Uhr eine digitale Klassenkonferenz stattfinden. „Denn dieser Startschuss in den Tag und eine Struktur ist für die Kinder sehr wichtig“, erklärt Schulleiterin Susanne Gölitzer. Täglich von 8 bis 10 Uhr könnten Lehrerinnen und Lehrer auch direkte Ansprechpartner in der Schule sein. Kinder, die nicht über das digitale Equipment verfügen, bekommen dieses gestellt.

Die Planungen sind also schon sehr konkret, die Schule möchte mit dem Wechselunterricht am 7. Dezember starten – wenn die Schulkonferenz zustimmt und auch das Schulamt keine Einwände hat.

Symbolfoto: CDC on Unsplash

 

 

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