Der Goethe-Campus am Niederurseler Hang ist heute ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Riedbergs. Hier dreht sich alles rund um die Naturwissenschaften, außerdem sind Bibliothek und Mensa wichtige Orte des Lernens und Zusammenkommens für viele Studenten und Schüler.
Was viele nicht wissen: Bis 1993 stand auf einer Frankfurter Planungskarte zwischen A5, Niederursel und Universität in großen Buchstaben „Zoo“. Acht Jahre zuvor hatte der Magistrat besprochen, dass nicht mehr benötigtes Universitätsgelände als Zoogehege benutzt werden sollte, denn die Tiere im Zoo sollten mehr Platz bekommen. Letztendlich scheiterte das Projekt – aber woran?
Die Niederurseler Stadtchronik verzeichnet 1980 Proteste von Reitern und Landwirten gegen das Vorhaben, nicht mehr benötigtes Universitätsgelände am Niederurseler Hang als Zoo-Außenstelle zu verwenden. Am 28.06.1985 folgt der Magistratsbeschluss, dieses Vorhaben realisieren zu wollen.
Daraufhin veranstaltete die Stadt Frankfurt 1987 einen Ideenwettbewerb, um den besten Entwurf für das neue Zoogehege zu finden. Als Gewinner ging die Gruppe aus den Landschaftsarchitekten Gottfried und Anton Hansjakob, Prof. Schmid-Huber und dem Augsburger Zoodirektor hervor.
Als Hinweis für dieses Vorhaben dient unter anderem die historische Karte „planungsrechtliche Festlegungen – Stand 1993“, auf der die Fläche am Niederurseler Hang immer noch als Außenstelle für den Frankfurter Zoo markiert ist.
Trotz der Planungen scheiterte das Projekt, denn der Bau eines neuen Stadtteils, des Riedbergs, nahm Fahrt auf. Nach durchgeführten Voruntersuchungen im Jahr 1993 entschied die Stadtverordnetenversammlung „die besondere Eignung und Bedeutung des Gebietes für die Siedlungsflächenentwicklung der Stadt Frankfurt am Main“ zu nutzen, laut Webseite des Stadtplanungsamts.
Der erste Bebauungsplan „Nr.803“ wurde über die Jahre hinweg öfters verändert. 2013 lag dann der endgültige Bebauungsplan „Nr.803 Ä6 Riedberg- Niederurseler Hang“ vor.
Das neu geplante Stadtviertel wurde in sieben Quartiers eingeteilt. Das siebte Quartier „Niederurseler Hang“, der Westflügel des Stadtteils, überschneidet sich teilweise mit der geplanten Fläche für die Zooaußenstelle.

Der Wohnungsbau setzte sich schließlich durch. Die Planung der Zooaußenstelle wurde laut Niederurseler Stadtchronik auf eine 100 ha große Fläche auf den Geiersberg verlagert. Auch dort wurde das Projekt nicht realisiert. Ein Grund dafür sei Geldmangel gewesen.
Der Frankfurter Zoo scheiterte an seinem Vorhaben außerhalb der Innenstadt eine Außenstelle errichten zu lassen. 2005 unter neuer Leitung wurde der Plan endgültig aufgegeben. Stattdessen entwickelte sich der Zoo mithilfe von „Tierpatenschaften, Spenden und vor allem das Investitionsprogramm der Stadt Frankfurt“ mit neuer Infrastruktur für die Tiere weiter.
Da das Ereignis schon etwas länger zurückliegt, können viele Informationen nur Sekundärquellen entnommen werden. Deswegen sind viele Einzelheiten wie die genauen finanziellen und politischen Motive, die das Zooprojekt zum Scheitern brachten, wie groß die Zoofläche sein sollte oder welche Grundstücke und Straßen auf dem heutigen Zoogelände stehen, noch zu erforschen.
Weiterführende Links:
- https://www.stadtgeschichte-ffm.de/de/stadtgeschichte/stadtchronik/1985
- https://frankfurt.de/frankfurt-entdecken-und-erleben/stadtportrait/stadtgeschichte/chroniken-der-stadtteile/chronik-von-niederursel
- https://www.zoo-frankfurt.de/de/unser-zoo/geschichte
- http://www.zoo-ag.de/ZooAG-GeplanteZoos.htm
- https://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/riedberg_5309.html
- https://www.zobodat.at/pdf/Ber-Naturwiss-Ver-fuer-Schwaben_95_0034-0064.pdf
- https://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/baustein_01_09_6887.html
- https://mediatum.ub.tum.de/1497358
- https://www.zobodat.at/pdf/Ber-Naturwiss-Ver-fuer-Schwaben_95_0034-0064.pdf
- https://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/riedberg_5309.html

