Glasfaserausbau in Frankfurt: Bund bewilligt Millionenförderung für Versorgungslücken

Glasfaserausbau entlang der Straße

Die Stadt Frankfurt am Main hat einen entscheidenden Etappensieg beim Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur erzielt. Mit einer Förderzusage des Bundes in Millionenhöhe sollen nun auch die Gebiete erschlossen werden, die für private Telekommunikationsunternehmen bisher wirtschaftlich unrentabel waren.

Frankfurt treibt das Tempo beim Glasfaserausbau massiv voran. Wie die Stadtverwaltung gestern bekannt gab, hat der Bund Fördermittel in Höhe von 10,45 Millionen Euro bewilligt. Diese Gelder sind zweckgebunden für den Ausbau in sogenannten „weißen Flecken“ vorgesehen – also in Bereichen, die bisher als wirtschaftlich weniger attraktiv galten und daher im rein eigenwirtschaftlichen Ausbau vernachlässigt wurden.

Schließung der Versorgungslücken

Laut dem aktuellen Breitbandatlas sind in Frankfurt insgesamt 93.453 Adresspunkte für einen Glasfaseranschluss vorgesehen. Während der Großteil dieses Ausbaus eigenwirtschaftlich durch private Unternehmen auf Basis des Telekommunikationsgesetzes erfolgt, verbleiben rund 2.300 Adresspunkte im Stadtgebiet, die aktuell nicht gigabitfähig sind. Da diese Anschlüsse für Unternehmen kaum Gewinne versprechen, greift hier die staatliche Unterstützung.

Um diese Lücken zu schließen, hatte die Stadt bereits im Jahr 2025 Anträge im Rahmen der Gigabitförderung gestellt. Die Finanzierung ist dabei auf mehrere Säulen verteilt:

  • Bund: übernimmt 50 % der Projektkosten.
  • Land Hessen: beteiligt sich ergänzend.
  • Stadt Frankfurt: trägt lediglich einen Eigenanteil von 10 %.

Der nun erhaltene Bescheid bildet die rechtliche und finanzielle Grundlage für die anstehende Ausschreibung, mit der die weiteren Bauarbeiten vergeben werden.

Infrastruktur als Standortfaktor

Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger, Digitales und Internationales, betont die Relevanz des Projekts für die Stadtgesellschaft. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sei in der heutigen Zeit ebenso essenziell wie die Versorgung mit Strom oder der Zugang zum Straßennetz. Ziel sei es, die Chancengerechtigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Frankfurts zu sichern, damit kein Bürger und kein Unternehmen digital abgehängt wird – ungeachtet der wirtschaftlichen Attraktivität des Standorts.

Hohes Ausbautempo seit 2022

Der Bericht verdeutlicht zudem die Dynamik der letzten Jahre: Zwischen 2022 und 2025 wurden in Frankfurt mehr als 12 mal so viele Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen wie im gesamten Zeitraum bis einschließlich 2021. Um den Bedarf und die schwierigen Ausbaugebiete präzise zu ermitteln, arbeitete die Stadt eng mit der Infratech Services GmbH zusammen.

Informationen für Bürger

Für die Einwohner Frankfurts bietet die Stadt zusätzliche Transparenz. Auf der offiziellen Website steht unter frankfurt.de/glasfaserausbau eine interaktive Karte zur Verfügung. Dort können Bürger den aktuellen Ausbaustatus in ihrer direkten Nachbarschaft prüfen und sich über geplante Maßnahmen informieren.

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