Bitte recht freundlich Gruseln!

In vielen Vorgärten stehen schon Kürbisse. Die Vorräte an Süßigkeiten für klingelnde Monster sind angelegt. Die Kinder sind ohnehin längst aufgeregt. Halloween, nach altem gälischem Glauben die erste Nacht des Winters, ist traditionell am Reformationstag, der heuer auf einen Samstag fällt. Aber bereits am heutigen Freitag feiern die Betreuer der zweiten Grundschule mit den Ferienkindern einen gruseligen Nachmittag. Das KiJu in Kalbach (Am Brunnengarten 19) startet ebenfalls bereits heute ab 17 Uhr eine Disco-Party für die etwas älteren Geister. Der Eintritt kostet zwei Euro. Selbst in manchen Geschäften in unserem Viertel sind die Kürbisse los und die Kunden bekommen eine kleine Überraschung, wenn sie alle versteckten Fratzen finden.

Die Stadt Frankfurt allerdings sah sich genötigt, Exzessen Einhalt zu gebieten. In einer Pressemitteilung heißt es: „Leider ist Halloween auch immer mehr mit Ärger verbunden. Junge Leute, die mehr Interesse an „Saurem“ anstatt „Süßem“ haben, beschädigten im vergangenen Jahr verstärkt fremdes Eigentum.“ Fakt ist: Es wurden Eierwürfe an Häuser, in offene Fenster, an fahrende Autos und Busse gemeldet. In einigen Fällen kostete die Beseitigung solcher Schäden an Hauswänden mehrstellige Summen. Insbesondere der Regionalrat Fechenheim hat die Schulen und Jugendeinrichtungen darum gebeten, die Themen Vandalismus und Sachbeschädigung an Halloween in den Tagen vor dem Fest zu besprechen.

Doch bei uns waren bisher – zum Glück – alle Geister recht freundlich. Halloween boomt. Wir haben für Sie auch noch zwei schöne Grusel-Termine gefunden:

Lichterzauber ab 18 Uhr im Colorado-Park/ Ginnheim

Im Colorado-Park, wo normalerweise Kinder miteinander basteln und spielen, sind am heutigen 30. Oktober, die Grenzen zwischen Diesseits und der „Anderswelt” aufgehoben. An jedem Freitag nach der Winterzeitumstellung verwandelt sich der 8000m große Park mit Hilfe der Dunkelheit, vieler Lichterquellen, des Schattens und vieler Akteure in eben diese phantastische „Anderswelt”. Der Lichterzauber hat sich in Zusammenarbeit mit vielen Kindern entwickelt, aus dem heraus, was diese zur „Anderswelt” – dem „Zeitpunkt zwischen Diesseits und Jenseits” – assoziieren und kreieren. So zeigt sich diese Veranstaltung jedes Jahr mit einem neuen Gesicht, zu dem auch der Märchenerzähler Rudi Gerharz und das antagon-theater AKTion mit neuen, immer wieder überraschenden Darbietungen ihren künstlerischen Beitrag leisten.

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Gruseln in der Titus-Therme

Am Sonntag, 1. November, verwandelt sich die Schwimmhalle in den Titus Thermen unter dem Motto „Süßes, oder es gibt Saures!“ in ein Gruselkabinett. Beginn der Halloween-Party ist um 14 Uhr. Gegen 17.30 Uhr gibt es eine „schreckliche“ Überraschung. Die kleinen Badegäste können mit dem BBF-Animationsteam Kürbisfratzen schnitzen. Zusätzlich gibt es Aqua-Fun für Groß und Klein und viele Spiele im und rund ums Wasser. Tageskarten für Kinder kosten 5 Euro. Erwachsene dürfen für 9 Euro und Familien für 15 Euro ganztägig Gänsehaut erleben. Weitere Informationen gibt es unter http://www.bbf-frankfurt.de .

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Nosferatu – die Symphonie des Grauens – im Museum

93 Jahre, so lange schon ist Friedrich Murnaus Gruselklassiker „Nosferatu“ Vorbild für die meisten späteren Horrorfilme. Der über 70-minütige, 1922 entstandene Stummfilm, lässt mit seiner extrem wirkungsvollen Dramaturgie auch noch heutige Betrachter erschaudern. In seiner „Symphonie des Grauens“, so der Untertitel des Films, verarbeitet Murnau Bram Stokers Dracula-Stoff: Der handelt vom Grafen Orlok, einem Vampir aus den Karpaten, der sich in eine Frau verliebt und ihre Heimatstadt Wisborg in Angst und Schrecken versetzt.

Am Dienstag, dem 3. November 2015 (Beginn: 19:00 Uhr), besteht für Kino-Liebhaber und Murnau-Fans im Museum Giersch der Goethe-Universität eine der seltenen Gelegenheiten, in die grausige Welt von „Nosferatu“ einzutauchen. Nicht nur wird der Film in voller Länge gezeigt. Er wird in einer Live-Aufführung musikalisch begleitet und dramaturgisch unterstützt vom rumänischen Trio Kontraste mit eigens für den Film komponierter Musik der bekannten rumänischen Komponistin Violeta Dinescu, die an der Universität Oldenburg eine Kompositionsprofessur innehat. Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um eine Spende für das Deutschland-Stipendium der Goethe-Universität gebeten. Da nur ein begrenztes Kontingent von insgesamt 50 Plätzen zur Verfügung steht, ist frühzeitiges Erscheinen ratsam. Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main.

(Foto: cd)