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Sport für alle! Auch ein Riedberger hilft mit

Das Social Start-Up ONE TEAM geht mit dem Ziel „Sport für alle!“ an den Start – und ein Riedberger ist ganz vorne mit dabei. Torben Rutz hat uns auf diese tolle Aktion aufmerksam gemacht und wir berichten natürlich gerne darüber: Im Zeitraum vom 8. März bis 8. April sollen mithilfe der Crowdfounding-Kampagne insgesamt 10.000 Euro gesammelt werden. Mit den Einnahmen werden Sportprojekte für Kinder und Jugendliche weltweit gefördert – auch folgendes Beach Volleyball-Projekt in Honduras.

Ein Ex-Nationalspieler engagiert sich

Das Projekt in Honduras wird von Manu Wilmoth geleitet. Der ehemalige Nationalspieler weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Sport für die Entwicklung von jungen Menschen ist. „Viele unserer Kinder und Jugendlichen wachsen in sehr armen Haushalten auf. Ihnen fehlt es an Bildung, Vorbildern und Orientierung“, sagt Wilmoth im Kampagnenvideo . Mit seinem Projekt bietet er Kindern aus schwierigen Verhältnissen einen geschützten Raum und kostenlose Beach Volleyball Trainings. Zusätzlich werden den Kindern Werte wie Fairplay und Teamgeist, sowie Wissen zu Hygiene und Umweltschutz vermittelt.

Das Honduras-Projekt verdeutlicht die Arbeit des Start-Ups. Die Frankfurter ermöglichen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Sport. Und darüber hinaus wird der Sport eingesetzt, um Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung zu fördern. Die Projekte vor Ort werden von zuverlässigen Partnerorganisationen umgesetzt, die durch langjährige Berufserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit bekannt sind.

Auch diese Projekte werden gefördert

Mit den Einnahmen der Crowdfunding-Kampagne fördern die Frankfurter das Projekt in Honduras sowie Skateboarding- und Fußballprojekte in Ruanda und Tansania. Zudem wird ein kleiner Teil der Einnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland eingesetzt, um noch mehr Förderer für den guten Zweck zu gewinnen. Gehälter werden nicht gezahlt, denn alle Mitglieder der Initiative engagieren sich ehrenamtlich.


Auch dieses SOS-Kinderdorf in Togo wird unterstützt

Partner der Kampagne ist der American Football-Verein Samsung Frankfurt Universe. Der Frankfurter Joshua Poznanski ist Football-Nationalspieler und Botschafter. Im Kampagnen-Video erklärt er, dass er „wie ONE TEAM von der Kraft des Sports überzeugt“ ist. Das Video ist abrufbar auf der Homepage www.oneteam.social

Weitere Partner sind der Frankfurter Bundesliga-Verein United Volleys und das Unternehmen Outfitter. Sie bieten Prämien wie zum Beispiel Eintrittskarten und Gutscheine an. So können die Spender Kindern und Jugendlichen Perspektiven bieten und erhalten ein Dankeschön.

(Informationen und Fotos: ONE TEAM)

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Dritte Grundschule gefordert

Der Riedberg wächst – was Kinder betrifft, wesentlich stärker als prognostiziert. Die erste Grundschule hat inzwischen keine Kapazitäten mehr. Die zweite, die Marie-Curie-Schule im Westflügel, wurde erst im Herbst 2014 eröffnet und für rund 450 Kinder erbaut – doch ab Sommer sollen 600 Kinder hier zur Schule gehen. Tendenz steigend. Die Elternvertreter sind schon seit Monaten alarmiert und jetzt wird von FDP und Grünen in der heutigen Ortsbeiratssitzung am Abend folgender Eilantrag gestellt: Der Magistrat wird gebeten, „unverzüglich die notwendigen Schritte zur Errichtung einer Grundschule für den Stadtteil Riedberg einzuleiten“. Die Sitzung (siehe unten) ist öffentlich.

Bildungsdezernentin stellt im Juni Aktionsplan für Kitas und Schulen vor

Zugleich aber hat das Bildungsdezernat bereits mit Ortsvorsteherin Carolin Friedrich vereinbart, dass die zuständige Stadträtin Weber „am 15. Juni in den Ortsbeirat kommen wird, um eine Gesamtlösung für die Kita- und Schulsituation vorzustellen“. Das hat Jetta Lüdecke, Sprecherin des Dezernats für Integration und Bildung von Sylvia Weber (SPD), soeben MAINRiedberg bestätigt.

Aber geht das schnell genug? Im heutigen Antrag wird gefordert, dass „ein pragmatisches Vorgehen bei der Suche nach Grundstücken erforderlich“ sei. Mit der Vorgabe, zunächst vorrangig dem Platzbedarf für die Grundschulplätze nachzukommen und andere Planungsabsichten zurück zu stellen. Platz wäre etwa noch am nördlichen Ende der Altenhöferallee, wo die Sportplatz-Erweiterung entstehen wird und früher bereits ein Kita-Provisorium stand.

Die Marie-Curie-Schule wird im Herbst um vier Pavillons erweitert – doch auch das wird den Bedarf nicht decken

Holzpavillons für neue 1. Klassen zu Schulstart NICHT fertig

Aktuell herrscht auch folgende Problematik: „Wir platzen aus allen Nähten“, hatten Elternvertreter der Marie-Curie-Schule schon seit Monaten gemahnt. Bereits für das laufende Schuljahr muss ein Raum der Ganztagsbetreuung als Klassenzimmer genutzt werden, die Eltern sehen generell die Ganztagsbetreuung für alle Schüler gefährdet, wenn ab Herbst vier weitere 1. Klassen dazukommen, die in Holzpavillons auf dem Schulhof untergebracht werden. Dieses Pavillons werden aber „erst zu den Herbstferien bezugsfertig sein“, wie in dieser Woche die Auskunft aus dem Amt für Bau und Immobilien auf MAINRiedberg-Frage lautete. Auch hier aber sollen aktuell Pläne für eine Übergangslösung erarbeitet werden.

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Die Ortsbeiratssitzung findet am heutigen Freitag, dem 16. März 2018, um 20 Uhr im Familienzentrum Billabong, Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b, am Riedberg statt. Die Sitzung ist öffentlich.

(Für Interessierte besteht im Vorfeld der Sitzung die Möglichkeit, um 19.30 Uhr an einer Führung durch das Familienzentrum teilzunehmen)

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Fotos: Fotolia/ MAINRiedberg

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Mehr Grün plus Spielplatz „Bauernhof“

Zugegeben: Am Foto oben sieht’s noch nicht sehr Grün aus. Doch am Rand des Riedberg, in Verlängerung der Frischluftschneise vom Kätcheslachpark Richtung Norden, sind seit Ende Februar Arbeiter, Bagger und Abgrenzungen zu sehen. Denn dort, wo bisher Ackerland war, wird noch mehr Grün entstehen, plus ein großer Spielplatz zum Thema „Bauernhof“ für kleinere, aber auch größere Kinder. Abenteuer inklusive. „Die Bauzeit beträgt nach jetziger Planung etwa vier Monate. Die Pflanzung erfolgt im Herbst“, informiert Willi Körner, Sprecher der Hessenagentur.

Die Planung stammt noch von 2013/ 2014, „ruhte aber bekanntermaßen wegen des Feldhamsters“, so Körner weiter. Zur Erinnerung: Naturschützer mussten erst untersuchen, ob in diesem Bereich geschützte Feldhamster leben. Als sich herausstellte, dass nur noch zwei Männchen zu finden sind, die auch nur in einer Erhaltungsstation gerettet werden können, gab es grünes Licht.

Die Bauarbeiten für den Grünzug am Nordende des Riedbergs haben schon begonnen

Apropos Grün: Direkt an den bereits bestehenden Spielplatz neben der Kita Mobile wird eine Grünfläche entstehen. Mit einzelnen, kleinkronigen Bäumen wie Misteln und auch mit größeren wie Linden oder Ahorn. Ansonsten soll die Fläche als Wiese angelegt werden, die auch genug Platz zum Liegen und Bolzen bietet.

Das Highlight: Der Themenspielplatz „Bauernhof“

Nach diesem ersten Teil wird sich das Grün in einem breiteren Streifen 300 Meter Richtung Kalbach ziehen. Das hat zwei Gründe: Einerseits wird direkt daneben noch die Sportplatz-Erweiterung gebaut, andererseits ist hier der Themenspielplatz „Bauernhof“ geplant – das Highlight der neuen Grünfläche.

Mehr Grün plus Spielplatz „Bauernhof“: Hier ist der Plan der Hessenagentur

Landschaftsarchitekt Wilfried Baumgärtner schreibt von „Spiel- und Aufenthaltsbereichen für Kleine und Große“. Und darauf kann man sich freuen: eine Doppelseilbahn mit Startrampe, die durch das natürlich abfallende Gelände zum Wettgleiten einlädt plus eine Kletterlandschaft, die einem Getreideland nachempfunden ist, und eine Windmühle mit einzelnen Stockwerken. Diese Mühle aus Holz, die für Mamas, Papas und Großeltern ein Blickfang sein mag, kann über Stufen, Stangen und Netze erklommen werden. Drinnen kann man sich wunderbar verstecken oder wie in einer Höhle fühlen – und über eine Rutsche geht’s dann wieder raus.

Kletter-Trecker und Heuwagen plus Sand für die Kleinen

Im Kleinkind-Spielbereich wird es eine Sandfläche mit buntem Klettertrecker und einem Heuwagen geben. Der Heuwagen bietet eine Gurtrutsche sowie Backtisch, Sandschütte und Aufzug für Sandspiele. Auch sind noch unter anderem Holzhäuschen, eine integrative Spielanlage und natürlich Sitzgelegenheiten geplant.

Im wenigen Monaten kann’s dann losgehen…

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Pläne & Informationen: HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH

Fotos: MAINRiedberg

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OB-Wahl: Feldmann siegt mit 70,8 Prozent

Deutlicher Sieg für Peter Feldmann: Mit 70,8 Prozent hat sich der Amtsinhaber bei der heutigen Stichwahl um das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters gegen seine Herausforderin Bernadette Weyland durchgesetzt. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen waren 46 Prozent der Wählerstimmen auf den Sozialdemokraten entfallen. Christdemokratin Weyland, zuletzt Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium, erreichte im ersten Wahlgang 25,4 Prozent.

„Ich möchte mich bei allen Wählern für ihr demokratisches Engagement bedanken. Mein besonderer Dank gilt allen Unterstützern und Helfern, die sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten unermüdlich dafür eingesetzt haben, die gesamte Stadt für die Bedeutung der Direktwahl zum Amt des Oberbürgermeisters zu sensibilisieren“, sagte Peter Feldmann, der übrigens in Kalbach wohnt, kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses im Frankfurter Rathaus Römer.

Hier gratuliert Bernadette Weyland dem neuen und alten Frankfurter OB. Im Hintergrund sind Thorsten Schäfer-Gumbel, Nancy Faeser und Petra Roth zu sehen     Foto: Maik Reuss

Feldmann, seit 2012 Oberbürgermeister von Frankfurt, betonte zugleich, dass er sein Regierungsprogramm wie angekündigt fortführen werde. „Kernthemen meiner zweiten Amtszeit bleiben die Ausweitung des geförderten Wohnungsbaus, die Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums, die Ausweitung des bei der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft ABG eingeführten Mietpreisstopps auf die Nassauische Heimstätte, günstiger öffentlicher Nahverkehr sowie die Förderung von Bildung und Kultur. Das heutige Wahlergebnis zeigt, dass viele Frankfurterinnen und Frankfurter die von mir aufgezeigten Lösungen von der Stadtregierung einfordern. In den kommenden sechs Jahren wartet auf den Magistrat eine Menge Arbeit, die es gilt, gemeinsan anzupacken.“

Feldmann auch am Riedberg vorn – doch nicht so deutlich

Die Ergebnisse im Stadtteil Kalbach-Riedberg lauten: Auch hier war Feldmann mit 63,2 Prozent klar vor Herausforderin Bernadette Weyland (36,8 Prozent) – aber nicht so deutlich wie in der gesamten Stadt.

Im Detail: Überdurchschnittlich viele Stimmen bekam Christdemokratin Weyland in den beiden Wahllokalen in der Grundschule Riedberg, die die Straßen am Bonifatiusbrunnen und im Quartier Ginsterhöhe abdecken. Dort lag sie deutlich über 38 Prozent. In den beiden Wahllokalen im Gymnasium hingegen, also Riedberg Mitte und „Altkönigblick“, wurde sehr unterschiedlich gewählt, nämlich im Bezirk 65103 mit über 39 Prozent für die CDU-Politikerin, im Wahllokal direkt nebenan waren es für sie fast acht Prozent weniger – und OB Feldmann lag wieder noch deutlicher vorn. In den beiden Wahllokalen in der Marie-Curie-Schule wurde wieder sehr gleichmäßig gewählt. Hier lag Bernadette Weyland zwischen 32 und über 33 Prozent und Peter Feldmann somit zwischen knapp 67 und 68 Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag in unserem Stadtteil insgesamt bei sehr niedrigen 35,8 Prozent, doch höher als im städtischen Durchschnitt.

Informationen: Amt für Kommunikation und Stadtmarketing/ Bürgeramt Statistik und Wahlen

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Wissenschaftler am Riedberg planen Höchstleistungs-Rechner

Symbolbild für den Neubau von Rechenzentren

Mit dem geplanten neuen Goethe-Hochleistungsrechner, der vom Wissenschaftsrat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 7,5 Millionen Euro gefördert wird, ist die Goethe-Universität in die angesehene Gauß-Allianz aufgenommen worden – als eines von insgesamt drei Hochleistungsrechenzentren in Hessen. Die Gauß-Allianz ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Supercomputing-Ressourcen der obersten Leistungsklassen in Deutschland.

Die Initiative und Forschung ging vom Frankfurt Institute for Advanced Studies am Campus Riedberg aus. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Dr. Birgitta Wolff, sagte: „Glückwunsch für das Team um Volker Lindenstruth und Hans Jürgen Lüdde. Mit ihrem smarten und originellen Konstruktionsansatz von Großrechnern ist es ihnen gelungen, höchste Energieeffizienz und extreme Leistungsfähigkeit in einzigartiger Weise miteinander zu kombinieren. Der Erfolg wissenschaftlicher, aber auch anderer Großprojekte wird in Zukunft maßgeblich davon abhängen, ob ausreichende Rechnerkapazitäten vorhanden sind. Die Goethe-Universität und benachbarte Einrichtungen sind mit dem GOETHE-HRL sehr gut gerüstet.“

Mit dem Höchstleistungsrechner GOETHE-HRL knüpft die Goethe-Universität an ihre außergewöhnliche Green IT-Erfolgsgeschichte an. Diese begann Ende 2010 mit dem LOEWE-CSC, der nun abgelöst werden soll. Das Team um Rechnerarchitekten Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde hat das innovative Konstruktionsprinzip weiterentwickelt, das hohe Energieeinsparungen mit stark gestiegener Leistungsfähigkeit verbindet. Supercomputer dieser Bauart haben bereits mehrfach Spitzenpositionen in internationalen Rankings für Rechenleistung und Energieeffizienz erzielt. Errichtet wird der Rechner im Rechenzentrum des LOEWE-CSC im Industriepark Höchst.

Ziel der Gauß-Allianz ist es, das „High Performance Computing“ (HPC) als eigenständige strategische Forschungsaktivität zu fördern und die internationale Sichtbarkeit der deutschen Forschung auf diesem Gebiet zu verbessern. Derzeit gehören der Allianz 19 Forschungszentren und Universitäten an. In Hessen sind es jetzt Goethe-Universität, der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die TU Darmstadt. Die Goethe-Universität vertritt das Green Computing in der Gauß-Allianz. Darunter zu verstehen sind höchst effiziente Rechenzentren, Hochleistungsrechner und Algorithmen, die durch ihren niedrigen Energieverbrauch die Umweltressourcen schonen. Schon jetzt werden die bestehenden Hochleistungsrechner an der Goethe-Universität CO2- neutral betrieben.

„Mit dem Ausbau der hoch innovativen Rechnerarchitektur demonstriert die Goethe-Universität ihre langfristige Unterstützung des energieeffizienten Hochleistungsrechnens, des Green-IT. Die neue Rechnerinfrastruktur eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Anwendung und in der datenintensiven Forschung“, so Prof. Volker Lindenstruth.

Informationen: Pressestelle Goethe-Universität

Symbolfoto: Weissblick

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Ist das auch Frankfurts verschlossene Welt?

Herausragende Kritiken und Anfragen aus der ganzen Welt: Die Serie „Bad Banks“ geht durch die Decke. Cool, atemlos und hochspannend zeigt der Sechsteiler die Welt der Menschen, die in den gläsernen Bankentürmen mit schwindelerregenden Summen handeln – und die nächste Finanzkrise heraufbeschwören. Das Amt für Kommunikation und Stadtmarketing hat mit Lisa Blumenberg, Initiatorin von „Bad Banks“ und Produzentin der Studio Hamburg-Tochter Letterbox, über die Entwicklung des Plots, die Dreharbeiten, über die Welt der Banker und über Frankfurt gesprochen. Diese ist auch hier im Stadtteil präsent, viele verfolgten fasziniert die Serie. Deshalb möchten wir Ihnen das spannende Interview nicht vorenthalten.

Sehen Sie sich Ihre eigenen Produktionen im Fernsehen an?

Ich habe noch nie eine Party veranstaltet, um gemeinsam mit Freunden einen unserer Filme anzuschauen. Aber: Die Premiere von „Bad Banks“ bei der Berlinale im Zoopalast habe ich sehr genossen. Das gesamte Ensemble war dabei. Wir haben quasi Hand in Hand in diesem legendären Kino gesessen und die erste Folge zusammen angesehen – das war ein großes Erlebnis.

Das klingt nach einer großen Filmfamilie – wie war die Atmosphäre am Set?

Es war ein besonderer Spirit, den ich selten so erlebt habe. Und der mit jedem einzelnen zu tun hatte. Das Ensemble und das Team konnte nicht genug voneinander bekommen. Die Drehtage waren lang und trotzdem wollten alle am Abend noch zusammensitzen.

Wie lange haben Sie gedreht?

Von November 2016 bis März 2017. Wir hatten 63 Drehtage für sechs Folgen, die wir hauptsächlich in Frankfurt, Luxemburg und Berlin verbracht haben, aber auch in London, Leipzig, Paris, Brüssel und Bahrain. Das war ein straffes Programm.

Wie kamen Sie auf die Idee zu Bad Banks?

Die Idee formierte sich während der Finanzkrise 2008. Die Lehman-Pleite hat gezeigt, wie extrem dünn das Eis ist, auf dem die reiche westliche Welt sich bewegt. Das System von Banken, Geld und Investitionen ist existenziell für das Funktionieren unserer Welt, die Menschen vertrauen darauf. Und gleichzeitig ist es instabil und unberechenbar. Gerät das Dominospiel einmal ins Laufen, weiß niemand, wohin der nächste Stein fallen wird. Ich wollte aus Deutschland, aus Frankfurt heraus erzählen, wie dieses System funktioniert, das gleichzeitig auf der ganzen Welt gilt und damit globale Relevanz hat.

Lisa Blumenberg ist Initiatorin und Produzentin von „Bad Banks“              Foto: Studio Hamburg/ FilmProduktion Thorsten Jander

Welche Länder wollen „Bad Banks“ noch zeigen?

Wir haben die Serie in mehr als 30 Länder verkauft. Unter anderem nach Australien, Neuseeland, Großbritannien. Weitere Deals unter anderem auch mit den USA stehen kurz vor dem Abschluss. Dieses Interesse ist ein großes Lob für unsere Produktion. Die ich natürlich nicht allein gestemmt habe. Ein Projekt dieser Größenordnung setzt man mit einem gut eingespielten Team um, dazu gehören Günther Russ und Christian Friedrichs, die mit mir die Finanzierung geschlossen haben und Junior-Producerin Lisa Arndt. Außerdem hatten wir mit HessenFilm und Medien einen starken Förderer in der Region an unserer Seite.

„Und welche Serie guckst du?“ ist inzwischen beinahe eine Standardfrage. Warum sind Serien derart angesagt?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen haben die Zuschauer offenbar das Bedürfnis, eine Figur intensiver kennenzulernen und zu begleiten. In Serien kann man die Komplexität der Charaktere mit all ihren Eigenheiten, Widersprüchen, mit Graubereichen, Schattenseiten und schillernden Facetten in einer anderen Qualität zeigen als in einem 90-minütigen Film. Zum anderen fordern neue Technik und Verbreitungswege immer neuen Content. Niemand kann alle Serien ansehen. Und trotzdem ist der Bedarf der Sender und Plattformen noch lange nicht gedeckt.

Wie funktionieren Serien heute?

Die Grundidee ist doch immer, den Zuschauern eine neue Welt zu eröffnen. Und wenn es das All ist – als Kind war ich total fasziniert von Raumschiff Enterprise. Auch „Bad Banks“ zeigt eine fremde, verschlossene Welt. Mit unserer Serie wollen wir aus der Binnenperspektive von ihr erzählen und versuchen, sie zu verstehen. Ohne Vorurteile, dafür mit großer Neugierde.

Wie viel Recherchearbeit war dafür nötig?

Für einen Stoff wie „Bad Banks“ kann man sich keine einzige Zeile ausdenken. Das war für Headautor Oliver Kienle und sein Autorenteam harte Arbeit. Wir erzählen, wie eine neue Finanzkrise entstehen kann – dazu muss man zuallererst eine detaillierte Grundlagenrecherche betreiben. Alles muss Hand und Fuß haben. Sonst lachen sich die Banker tot, wenn sie unsere Serie ansehen. Es gab von Anfang an vier Fachberater, die als Investmentbanker gearbeitet hatten, unter ihnen eine Brokerin aus New York für die weibliche Perspektive. Wir wollten wissen und verstehen, welche Prinzipien hinter den Geschäftsmodellen der Banken stecken, wozu es welches Produkt gibt und warum es erfunden wurde. In einem zweiten Schritt war es uns wichtig zu erfahren: Wie fühlt sich die Welt der Banker an? Wie schmeckt sie, riecht sie, sieht sie aus? Dazu haben wir und vor allem Regisseur Christian Schochow Dutzende von Hintergrundgesprächen geführt.

Und?

Ihre Welt ist fiebrig, schillernd, adrenalingeladen. Sie ist faszinierend, eine Elitenwelt: Banker sind gebildet, schnell und international. Sie sind leidenschaftlich und stehen im ständigen Wettbewerb. Ihnen geht es nicht mehr ums Geld, ihnen geht es um Anerkennung. Das alles haben Banker gemeinsam. Und dennoch sind sie grundverschieden. Das wollen wir mit den Figuren aus „Bad Banks“ zeigen.

Was sagen die Menschen aus der Bankenwelt zu Ihrer Serie?

Sie kommt sehr gut an. Manche erzählen, sie hätten die Folgen geradezu verschlungen. Andere halten die Handlung für etwas überspitzt. Allerdings: Wenn man die Entwicklung einer Finanzkrise in sechs Folgen à 50 Minuten zeigen will, ist diese Überspitzung der erzählerischen Verdichtung geschuldet.

Das ZDF hat bereits eine zweite Staffel „Bad Banks“ angekündigt – wann geht es los?

Wir sind mitten in der Entwicklung. Das Konzept haben wir schon während der ersten Staffel erarbeitet. Im Winter 2019 wollen wir mit den Dreharbeiten beginnen.

Frankfurt gilt vielen als kalte Finanzmetropole – wie haben Sie die Stadt erlebt?

Komplett anders. Ich kenne Frankfurt seit Ende der 80er Jahre, als ich Studentin in Mainz war. Frankfurt war für mich die sexy Alternative zum gemütlichen Mainz, das TAT mein Wohnzimmer. Seitdem hat sich die Stadt sehr verändert. Bankentürme, Rotlicht, Altstadt – diese Mischung verschiedener Welten finde ich hochattraktiv. Der Blick vom Sachsenhäuser Ufer, vom Filmmuseum hinüber zur Skyline – für mich ist er der schönste der Stadt. Frankfurt ist auch unserer verantwortlichen Redakteurin beim ZDF, Caroline von Senden, bestens vertraut. Sie lebt dort und hat sich immer wahnsinnig gefreut ans Set zu kommen.

Die Fragen stellte Anja Prechel

Presse-Info Stadt Frankfurt/ Amt für Kommunikation und Stadtmarketing

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großes Foto: ZDF und m KNSK Werbeagentur GmbH/ Sammy Hart

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„Bad Banks“ ist in den Mediatheken von arte und ZDF noch bis 31. August online und abrufbar.

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Hier passiert was!

Hier blüht uns was! Viele haben sicher schon die signalgelben Schilder am Riedberg bemerkt, mit einer Hummel und dem Zusatz „Wiesen für Insekten“ des Grünflächenamtes. Diese sind zu finden am Grünzug zwischen Bonifatius- und Kätcheslachpark, aber dann auch weiter Richtung Stadtgrenze. Dort, wo der Wind je nach Wetterlage vom Taunus Richtung City pfeift. Damit sind wir einer von 80 Standorten im neuen Frankfurter Wiesen- und Staudenkonzeptes. Mit den Schildern werden Flächen gekennzeichnet, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und somit einen hohen Wert für die heimische Tierwelt haben. Bunte Wildblumen und auch Stauden sollen hier wachsen. Ideal für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

„Wiesen sind ein besonders wertvoller Lebensraum. Etwa die Hälfte aller in Deutschland beheimateten Pflanzenarten und 55 Prozent der Arten auf der ´Roten Liste` kommen hier vor“, heißt es dazu im Grünflächenamt.

Auszeichnung in „Gold“ für Frankfurts Engagement 

Auch deshalb ist gestern Frankfurt am Main neben Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach als bundesweit erste Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ für die naturnahe Gestaltung der Grünflächen ausgezeichnet worden. Das Label wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verliehen. Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verbänden sowie Bundes- und Landesbehörden verfolgten die Label-Vergabe im Rahmen eines Fachkongresses in Frankfurt.

Das Label „StadtGrün naturnah“ ist Herzstück des Projekts „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das von 2016 bis 2021 durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Die BfN-Präsidentin Beate Jessel erklärte: „Das Label lenkt den Blick auf die zahlreichen, oft ungenutzten Potenziale für mehr Natur in der Stadt. Wir hoffen, dass das Label eine Signalwirkung hat, die möglichst viele Nachahmer findet.“ Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig freute sich nicht zuletzt über die sofortige Auszeichnung in Gold: „Ich freue mich sehr über das Label ‚StadtGrün naturnah‘ in Gold für unser jahrelanges Engagement für mehr Stadtnatur in Frankfurt. Als besonders erfolgreich hat sich unser Ansatz herausgestellt, den Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts den Wert und Nutzen der Biodiversität zu vermitteln. Denn ohne ihren Zuspruch hätten wir den Umstieg auf eine naturnahe Pflege nie geschafft.“

Wann wird’s hier blühen?

Apropos Bürgernähe: Erfahrungsgemäß gibt es öfter Rückmeldungen von BürgerInnen, die sich über das ungepflegt erscheinende Bild beschweren („Hat das Grünflächenamt kein Geld mehr für die Pflege?“) . Die Schilder sollen signalisieren „Hier passiert etwas“, und über den QR-Code gibt es weitere Infos.

Wann aber wird es hier richtig blühen? Laut Grünflächenamt sei das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, wie lange es die Wiese schon gibt, was vorher auf dieser Fläche war, also beispielsweise Baustelle oder Acker, und wie die Bodenbeschaffenheit ist. Man versicherte uns auf Nachfrage aber: „Irgendwas blüht immer. Die diesjährigen Blumen können nächstes Jahr schon wieder verschwunden sein und an Ihrer Stelle blühen andere.“ Es könnte also schon in diesem Frühjahr beginnen…

Informationen: Grünflächenamt/ Foto: MAINRiedberg

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„Das siebte Kreuz“: Lesung, Musik und Historie

Es ist der berühmteste Roman von Anna Seghers. Marcel Reich-Ranicki schrieb einmal: „<Das siebte Kreuz>, dieses große Kunstwerk, ist heute ein Roman gegen die Diktatur schlechthin.“ Aus sieben gekuppten Platanen wurden im Konzentrationslager Westhofen Folterkreuze für sieben geflohene Häftlinge vorbereitet. Sechs Männer müssen für den Fluchtversuch mit dem Leben bezahlen. Ein Kreuz aber bleibt leer, weil einem Mann Dank Hilfe von Genossen im Untergrund, aber auch von mutigen Deutschen die Flucht gelingt…

Mittwoch, 18. April, 19 UhrAnna Seghers, ihr Buch „Das Siebte Kreuz“ und das Frankfurt der 30er Jahre – zu einer Lesung, Historie und Musik lädt die neue IGS Kalbach-Riedberg ein. „Wir freuen uns sehr, dass wir als Mitveranstalter bei Frankfurt liest ein Buch dabei sind“, heißt es dort. Gast ist der Stadtführer und Autor der UNORTE-Bücher, Christian Setzepfandt, der das Buch, Frankfurt und unsere Region näher bringt. Ein musikalischer Rahmen mit Saxophon und Schlagzeug ist auch geplant, anregende Getränke gibt es auch.

Veranstalter ist die neue Gesamtschule in der Carl-Hermann-Rudloff-Allee (Westflügel), Eintritt 4 Euro, behindertengerechter Zugang. Die Anmeldung ist ab sofort über den Förderverein möglich unter foerderverein@igs-kalbach-riedberg.de Ein Tipp: „Schreiben Sie eine Mail an den Förderverein, dann haben Sie Ihren Platz sicher!“

Das ist der Flyer zum Lesefest in der IGS Kalbach-Riedberg

Seghers (1900–1983), gebürtige Mainzerin, ist eine der großen Töchter dieser Region. 1938/39 im französischen Exil geschrieben, hat sie auch die Handlung des Romans in diesen Teil Deutschlands verlegt, in die Landschaft, mit der sie stärker verbunden war als mit jeder anderen: Die Flucht des KZ-Häftlings Georg Heisler beginnt bei Worms und führt ihn bis nach Mainz und Frankfurt/Main, wobei viele konkrete Orte beschrieben werden.

Der Roman von Anna Seghers steht 2018 im Mittelpunkt von „Frankfurt liest ein Buch“, treffend ausgewählt für das Rhein-Main-Gebiet. Weitere Lesungen, Vorträge, Theater-/Museums-/Opern- und Filmabende, literarische Exkursionen und Stadtrundgänge sind Teil des großen Lesefestes. Ab dem 21. März ist das gesamte Programm online!

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Grafik: Frankfurt liest ein Buch/ Flyer des Fördervereins der IGS Kalbach-Riedberg

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Von Foto-Ausstellung bis Irish Folk

Möchten Sie die Gewinnerbilder und die bestplatzierten Fotografien des Wettbewerbs „Der Riedberg – Mein Ort“ sehen? Das können alle Interessierten bei der Foto-Ausstellung ab heute in den Räumen des Familienzentrums Billabong in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b tun. Zudem gibt es immer mehr Events und Angebote in unserem Stadtteil, auch in den nächsten Wochen. Unter anderem am 16. März die St. Patrick’s Night mit Irish Folk und Andacht und bereits am nächsten Sonntag wieder eine „Kulinarische Weltreise“ mit der IG Riedberg. Ins sonnige Sizilien. Aber lesen Sie selbst:

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Von Oktober bis Ende des Jahres waren die Riedbergerinnen und Riedberg aufgerufen unter dem Motto „Der Riedberg – Mein Ort“, Fotos von ihrem Lieblingsplatz im Stadtteil oder aus der schönsten Perspektive zu machen. Insgesamt 47 Teilnehmer reichten 219 Fotos beim 1. Riedberg-Fotowettbewerb ein, den der Culture Club Riedberg (CCR), das Familienzentrum Billabong und das Stadtteilmagazin MAINRiedberg ausgelobt hatten. Maßgeblich organisiert hatte ihn die Fotografin und CCR-Mitglied Ksenia Beizerova: „Wir haben so viele tolle Aufnahmen bekommen, dass uns die Entscheidung sehr schwergefallen ist. Es scheint, dass am Riedberg viel Kreativität zu Hause ist.“

Bei den Erwachsenen ging der erste Preis für eine Aufnahme des winterlichen Campus an Michael Scherbeck, Zweite wurde Ardiana Dacic. Bei den Jugendlichen überzeugte die Jury stimmungsvolle Nachtaufnahme, die von Laura Hartinger eingereicht wurde.

Die Gewinnerbilder sind ab heute in den Räumen von Billabong zu sehen.

Gewinner-Foto bei den Jugendlichen: diese Nachtaufnahme von Laura Hartinger

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Einladung zum Spieleabend

Als nächster Termin des Culture Club Riedberg findet am kommenden Mittwoch, den 7. März, ab 19 Uhr ein Spieleabend im Raum Dessauer im Jugendhaus (Friedrich-Dessauer-Straße) statt. Wer vorbeikommen will, ist herzlich eingeladen – nur wer mitspielen will, bitte möglichst pünktlich sein.

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„Kulinarische Weltreise“ nach Sizilien

Die Veranstaltungsreihe „Kulinarische Weltreise“ der IG Riedberg geht weiter. Am Sonntag, 11. März, wird zum Zwischenstopp in Sizilien eingeladen.

Das Ganze findet wieder im Jugendhaus Riedberg in der Friedrich-Dessauer-Strasse 4-6 statt. Einlass ist um 17 Uhr, um 18 Uhr startet die kulinarische Reise. Diesmal steht das Team der „Villa Belvedere“ am Herd und bereitet typische sizilianische Köstlichkeiten zu. Es wird neben den Leckereien auch kulturelle Hintergrundinformationen zum Etappenstopp sowie Erläuterungen zu den Zutaten und Speisen geben. Bitte der IG: Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, sollte man sich möglichst frühzeitig unter kontakt@ig-riedberg.de anmelden.

Der Essensbeitrag beträgt 10 Euro pro Person. Getränke sind vor Ort separat zu bezahlen.

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St. Patrick’s Night mit Irish Folk

Am 16. März ab 19 Uhr ist die diesjährige St. Patrick’s Night auf dem Riedberg in St. Edith Stein, zur Kalbacher Höhe 56. Mit Live-Music und Irish Beer! Ab 18 Uhr findet eine Andacht statt.

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Riedberger Straßennamen und ihre Geschichte – Elly Heuss-Knapp

Elly Heuss-Knapp, die erste „First Lady“ der jungen Bundesrepublik Deutschland, war eine kluge und sozial engagierte Frau. Sie kämpfte unermüdlich für die Rechte der Frauen. Ihr wichtigstes Vermächtnis ist das Müttergenesungswerk.

Am 22. März hält Christine Naegele einen weiteren Vortrag zum Thema „Riedberger Straßennamen und ihre Geschichte“ in den Räumen der Seniorenwohnanlage Paulinum „Am Riedberg“ in der Hans-Leistikow-Straße 6. Dieses Mal geht es um Elly Heuss-Knapp.

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Flohmarkt für Kinder-, Babybekleidung und Spielzeug

Verkauf von Privat an Privat – veranstaltet vom Freundeskreis der Marie-Curie-Grundschule am 21. April. In Ruhe stöbern und Kaffee und Kuchen genießen ab 14 Uhr. Tische (max. 3m Standfläche inkl. Kleiderständer, etc.) sind selbst mitzubringen. Der Flohmarkt findet je nach Wetterlage drinnen oder draußen statt. Plätze werden entsprechend der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Anmeldung ab 12. März unter http://freundeskreis.marie-curie-schule.de/flohmarkt Standgebühr 5 EUR + 1 selbstgebackener Kuchen oder Salat

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(Fotos: Fotowettbewerb „Der Riedberg – Mein Ort“ / St. Edith Stein)
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Fernwärme: Anschlüsse sind „tendenziell überdimensioniert“

Die neuen Mainova-Tarife für Fernwärme sorgen auch Wochen nach der Einführung für Diskussionen. Die neuen Verträge gelten seit Jahresbeginn. Das betrifft alle Riedberger, da hier ein Anschlusszwang für diese umweltfreundliche Energieform gilt. Ein Kunde aus dem Stadtteil hat Marktmissbrauchsbeschwerde beim Kartellamt gegen das neue Preissystem eingelegt. Die Mainova spricht unterdessen von Transparenz, leichter Entlastung, verweist auf 150 Millionen Euro Investitionen und neue Entwicklungen auf dem Wärmemarkt.

Außerdem hat man festgestellt, dass „viele Anschlüsse an die Fernwärme in der Vergangenheit tendenziell überdimensioniert“ wurden. Auch am Riedberg. Der Energieversorger informiert und unterstützt nun, dass Kunden ihre Anschlüsse optimieren.

Hier die wichtigsten Fragen – und Antworten:

Was hat sich seit dem 1. Januar 2018 geändert?

Die Kosten für die Fernwärme setzen sich aus dem Grundpreis für die Bereitstellung der Fernwärme und aus dem Arbeitspreis, also dem Preis für den tatsächlichen Energieverbrauch, zusammen. Der Grundpreis hat sich jetzt von netto 19,89 Euro pro Kilowatt vorgehaltener Wärmeleistung auf 39,60 Euro verdoppelt. Diese Erhöhung ging mit einer geringen Absenkung des Arbeitspreises von 5,93 auf nun 5,30 Cent pro Kilowatt-Stunde einher. Kritiker argumentieren: Damit werde Energiesparen bestraft.

Wie wird der Wärmebedarf und damit die Anschlussleistung festgelegt? Das heißt auch: Wer oder was bestimmt, wie viel wir Kunden als Grundpreis zahlen?

Die Anschlussleistung der Fernwärme-Übergabestation richtet sich nach dem Wärmebedarf des Hauses. Diesen lässt der Kunde in der Regel beim Einbau der Anlage von einem Installateur ermitteln und teilt ihn dem Energieversorger mit. Ändert sich der Wärmebedarf beispielsweise im Zuge von Dämmmaßnahmen oder einer veränderten Bewohnerzahl, sollte die Anschlussleistung entsprechend angepasst werden, heißt es bei der Mainova.

Das neue Fernwärme-Preissystem setzt nun eine „optimal ausgelegte technische Anlage beim Kunden voraus“, so Pressesprecherin Ulrike Schulz. Das bedeutet: Überdimensionierte Anschlussleistungen führen im neuen Preissystem zu deutlich steigenden Kosten aufgrund der Erhöhung des Anteils des Grundpreises. Hintergrund ist aber auch, dass sich zunehmend Großkunden für die Fernwärme interessieren. Die notwendigen Kapazitäten dafür sind aber derzeit begrenzt.

Stimmt es, dass Anschlüsse am Riedberg teilweise überdimensioniert sind? Sprich: Dass zahlreiche Kunden zu viel zahlen?

Leser haben MAINRiedberg bereits vor Wochen mitgeteilt und auch Besucher des Mainova-Informationsabends berichteten, dass die Heizlast sogar bei Häusern ähnlicher Bauart verschieden sein kann und offensichtlich zu hoch berechnet wurde. Ein Beispiel: So zahlt der Besitzer eines Hauses mit 200 Quadratmetern momentan für weniger Kilowatt Leistung als ein Besitzer eines deutlich kleineren Reihenhauses. Sogar unmittelbare Nachbarn in fast deckungsgleichen Häusern zahlen teils unterschiedlich viel.

Bisher lag laut Mainova dennoch kein Anreiz vor, die Anschlussleistung zu optimieren. Die Leistungen müssen aber vorgehalten werden, auch wenn sie nicht abgerufen werden.

Albana Lekiqi, Projektleiterin Wärmeabrechnung, Thomas Gebhart, Leiter Fernwärme, und Jörg Schulze Steinen, Abteilungsleiter Vertrieb Privat- und Gewerbekunden, beantworteten am Info-Abend der Mainova Mitte Februar die Fragen der Kunden (Foto: MAINRiedberg)

Was können Hausbesitzer jetzt tun?

Die Mainova empfiehlt Hauseigentümern, im Zweifel einen Energieberater bzw. einen Heizungsinstallateur zu engagieren, um die optimale Anschlussleistung anhand einer DIN-gerechten Heizlastberechnung zu ermitteln. Diese bildet dann die Basis für eine mögliche Leistungsreduzierung des Fernwärmeanschlusses.

Es gibt Indizien, wo auch Kunden selbst erkennen können, dass Handlungsbedarf besteht: Das kann an den sogenannten Vollbenutzungsstunden erkannt werden. Gut ausgelegte Heizungsanlagen erreichen etwa 1.200 bis zu 1.800 Vollbenutzungsstunden. Diese kann der Kunde ganz einfach selbst ausrechnen, indem er seinen Jahresverbrauch an Wärme (kWh) durch die Anschlussleistung (kW) teilt. Die notwendigen Angaben finden sich in der Fernwärme-Jahresrechnung. Die Vollbenutzungsstunden sind aber nur eines von mehreren Kriterien.

Das Problem ist allerdings: Mieter haben in der Regel keine Kenntnis über die Anschlussleistung der gesamte Anlage und wissen somit nicht, ob sie umgerechnet „zu viel“ zahlen. Hier betont die Mainova, dass man insbesondere mit den Wohnungsbaugesellschaften ABG und Nassauische Heimstätte in engem Kontakt stehe, um Einsparpotentiale zu finden.

Wie viel kostet diese Energieberatung? Beteiligt sich auch die Mainova daran?

Die Kosten der Netzdienste Rhein-Main für An- und Abfahrt sowie Montage von rund 100 bis 150 Euro brutto werden von Mainova übernommen. Die Kosten für einen Energieberater / Heizungsinstallateur für die normgerechte Heizlastabrechnung sind abhängig von den Gegebenheiten vor Ort. Sie trägt der Eigentümer. Mainova gewährleistet im Rahmen seines Klima-Partner-Programms einen Zuschuss von bis zu 100 Euro für die erforderliche normgerechte Heizlastabrechnung.

„Gerne unterstützen wir unsere Kunden bei der Suche nach einem geeigneten Installationsbetrieb. Hierzu haben wir Ihnen eine Auswahl an Fachbetrieben bzw. Heizungsinstallateuren zusammengestellt“, heißt es bei der Mainova. Energieberater in der Nähe finden sich auch über das Deutsche Energieberater-Netzwerk e. V. unter www.den-ev.de.

Ab wann muss man dann weniger zahlen? 

Nachdem wir den Auftrag zur Reduzierung der Anschlussleistung mit den entsprechenden Unterlagen vom Kunden erhalten haben, vereinbart ein Mitarbeiter der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main (NRM) einen Termin zur Anpassung der Anschlussleistung vor Ort. Die Auskunft der Mainova: „Unabhängig von der tatsächlichen Umstellung beim Kunden berücksichtigen wir die verminderte Anschlussleistung ab dem Zeitpunkt des Eingangs der Unterlagen bei uns.“

Werden auch all die Fernwärme-Kunden informiert, die bisher noch nichts davon wissen?

Pressesprecherin Ulrike Schulz: „Wir informieren unsere Kunden schrittweise über die Bedeutung einer optimal eingestellten Anschlussleistung ihrer Fernwärme-Übergabestation.“ Dabei habe man zunächst Kunden mit ungewöhnlich niedrigen Vollbenutzungsstunden angeschrieben, die auf einen überdimensionierten Anschlusswert hinweisen.

Es wurde ein Leitfaden entwickelt, der dem Kunden die Vorgehensweise zur Überprüfung seines Anschlusswertes erklärt. Der „Antrag zur Förderung einer normgerechten Heizlastabrechnung“ steht im Internet unter www.mainova.de/fernwaerme zum Download zur Verfügung.

Für Informationen zur Anpassung der Anschlussleistung ist die Mainova unter 0800 589 456 8 (kostenfrei für Anrufer aus dem Festnetz) oder 069 800 88 0 23 (Ortstarif für Mobilfunk) zu erreichen oder per Mail unter fernwaerme@mainova.de.

So startet ein Youtube-Video der Mainova zum Thema Fernwärme und neue Verträge

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Recherche: MAINRiedberg

Foto: Archiv

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