Die fortschreitende Digitalisierung verändert den Alltag grundlegend. Ob die Vereinbarung von Arztterminen, das Buchen von Fahrkarten oder Behördengänge – viele zentrale Dienstleistungen verlagern sich zunehmend in den digitalen Raum.
Um ältere Menschen nicht von gesellschaftlichen Angeboten auszuschließen und ihre Selbstständigkeit zu bewahren, hat die Stadt Frankfurt ein umfassendes Förderprogramm zur digitalen Teilhabe im Alter initiiert. Das Angebot richtet sich gezielt an Senioren, die bislang kaum Zugang zur digitalen Welt haben oder von finanzieller Armut betroffen sind.
Finanzielle Zuschüsse für Endgeräte
Ein wesentlicher Baustein des Programms ist die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der notwendigen Hardware. Das Jugend- und Sozialamt stellt für berechtigte Personen ab 65 Jahren einen einmaligen Zuschuss von 250 Euro bereit. Dieses Geld ist zweckgebunden für den Kauf eines Laptops, Tablets oder Smartphones gedacht.
Anspruchsberechtigt sind Frankfurter Bürger, die zum Zeitpunkt der Antragstellung Sozialleistungen wie Grundsicherung oder Wohngeld beziehen oder Inhaber eines Frankfurt-Passes sind. Die Abwicklung und Auszahlung des Zuschusses erfolgt direkt über die zuständigen Sozialrathäuser in den Stadtteilen Bockenheim, Gallus und Ost, wo die Bedarfslage für Unterstützung im Alter besonders hoch eingestuft werden.
Kostenlose Schulungsangebote und das Projekt „DiTA“
Neben der Bereitstellung von Geräten spielt die Vermittlung von digitalem Wissen eine zentrale Rolle. Unter dem Titel „Digitale Teilhabe im Alter – Quartiersnahe Versorgung in Frankfurt am Main“ (DiTA) setzt das Jugend- und Sozialamt gemeinsam mit der Frankfurt University of Applied Sciences ein wissenschaftlich begleitetes Projekt um. Gefördert wird diese Initiative bis Mai 2027 durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Aktuell werden passgenaue, kostenlose Schulungsangebote erarbeitet. Diese richten sich an Empfänger von Sozialtransfers über 65 Jahre sowie generell an alle Frankfurter Bürger über 75 Jahre. Zudem soll eine umfassende Bestandsaufnahme bereits existierender Angebote für Senioren stattfinden, um diese in Kooperation mit freien Trägern, Initiativen und Fachkräften gezielt weiterzuentwickeln. Durch eine zusätzliche Förderung des Frankfurter Almosenkastens in Höhe von 26.000 Euro ist die Teilnahme an allen entsprechenden städtischen Angeboten für ältere Menschen kostenfrei möglich. Eine Übersicht stellt die städtische Leitstelle Älterwerden bereit.
Ehrenamtliches Netzwerk und soziale Integration
Flankiert werden die städtischen Maßnahmen durch das Engagement des »Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe«. Der Verband setzt auf den gezielten Aufbau wohnortnaher Infrastrukturen in Bibliotheken, Pflegeeinrichtungen und öffentlichen Computerräumen. Um bestehende Berührungsängste und Sicherheitsbedenken beim Datenschutz abzubauen, wird ein Netzwerk aus geschulten, ehrenamtlichen Helfern aufgebaut.
Prävention gegen soziale Isolation
Die Verantwortlichen betonen die Dringlichkeit des Vorhabens. Fehlende digitale Kompetenzen oder mangelnde finanzielle Ressourcen führen in vielen Fällen zu einer unfreiwilligen Isolation. Besonders betroffen sind ältere, pflegebedürftige Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen sowie statistisch gesehen alleinlebende Frauen. Laut Sozialdezernentin Elke Voitl bedeutet die Teilnahme am digitalen Leben heute unweigerlich die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Ziel des Gesamtprogramms ist es, älteren Bürgern ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu sichern, das geistige Wohlbefinden zu stärken und der Vereinsamung nachhaltig entgegenzuwirken.
Beantragungsweg
Die Pauschale für digitale Grundausstattung kann in den Sozialrathäusern angefragt werden. Der Fokus liegt auf den drei Sozialrathäusern Ost, Bockenheim und Gallus, da in diesen Sozialbezirken die Teilhabebelastung im Alter besonders hoch ist. Alle Sozialrathäuser das heißt auch das Sozialrathaus Nord haben die Möglichkeit Gutscheine für die kostenfreie Inanspruchnahme digitaler Schulungsangebote auszuhändigen. Die Zielgruppe hier sind: Frankfurter mit Alter ab 65 Jahren, die Sozialtransfers erhalten oder die über 75 Jahre alt sind. Der Gutschein gilt sowohl für Einzelhilfe als auch für Kurse und Workshops.

