Unser Sieg mit der Eintracht!

Es war weit mehr als das wichtigste Spiel der Saison: Viele Riedberger fieberten gestern mit der Eintracht mit. Teils auch in einer Umkleidekabine am Sportplatz vor dem Großbildfernseher. Drei Eintracht-Anhänger, sonst mit Stammplatz im Fanblock, hatten sich sogar Karten für das alles entscheidende Relegationsspiel in Nürnberg besorgen können. Lesen Sie jetzt, was die treuen SGE-Fans, darunter SC-Riedberg-Vorstand Alex Markert, vom Spiel der Spiele berichten:

„Montag, 16:32 Uhr: Holger und Alex nehmen noch einen schnellen Espresso und Pauls Kutsche fuhr schon vor. Leichter Nieselregen auf dem Riedberg, noch kein Stau auf der A3, die Gefühle schwanken zwischen leicht uffgerescht, derben Magenschmerzen und womöglich vorgespielter Euphorie. 254 km vergehen mit alten Schlachtgesängen der Eintracht.

Mit dem einen oder anderen vitaminreichen Getränk stimmte man dann auch selbst in die ehrwürdigen Eintracht-Hymnen mit ein. Gegen 18:59 Uhr war dann auch der Frankenschnellweg erreicht. Ein echter Euphemismus – und wahrer Staugarant. Also schon mal bekleidungstechnisch stadion- und wetterfest gemacht, alle Scheiben runter. Und mit wehenden Eintrachtfanschals, „Schwarz Weiss wie Schnee“ auf Maximalstärke und voll inbrüstigem Mitsingen sanft gen Grundig-Stadion gerollt. Gegen 19:35 Uhr war dann der erste Hubschraubereinsatz, und auf der Straße ging gar nichts mehr. Durch clevere manuelle Navigation und schnelles Ausnutzen einer Parklücke wurde das treue Gefährt im Wohngebiet zwischengelagert und zu Fuß ging es in raschem Lauftempo gen Stadion.

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Anreise mit Hindernissen: A3 und „Frankenschnellweg“ Richtung Grundig-Stadion waren leider nicht nicht ganz so schnell – die Eintracht-Gesänge im Auto waren dafür umso lauter

Der kleine Waldspaziergang weckte Erinnerungen an Gesänge für den Karnevalsverein aus Mainz. Je näher sich der kleine Riedberger Trupp dem Stadion näherte, umso mehr Adlerträger wurden gesichtet. Die Einlasskontrolle wurde wieder zur Geduldsprobe – konnte ja auch keiner damit rechnen, dass das Stadion ausverkauft sein würde! Der Austausch mit den lokalen Fussballenthusiasten gestaltete sich freundlich, aber mangels mehrerer fehlender Konsonanten teilweise etwas schwierig. Endlich im Stadion wurde es langsam eng: Der einzige Essenstand ohne kilometerlange Schlange war leergekauft, also ging es ohne 3-er im Weckle und fränggischem Bier in den Block.

Um uns herum alles Schwarz-Rot – leider mit den falschen Vereinsemblemen. Die Adlerträger zeigten sich in der erste Hälfte lauf- und kampfstark, aber noch ohne richtige Torchance, und Nürnberg stellte sich erneut ganz tief hinten rein. Der aktivste Spieler war wieder Torwart Schäfer, der wirklich bei jedem Pfiff aus dem Tor rannte, meckerte und bei den Eintracht-Fans für Stimmung sorgte. Die Verletzung von Stendera drückte dann zwar schon auf das Gemüt – man ließ sich dies aber nicht wirklich anmerken. Auch die feindliche Übermacht in direkter Nähe hielt uns nicht davon ab, unsere Jungs lautstark mit Liedern zu unterstützen. Bei den einen oder anderen Ausfälligkeiten bissen wir uns auf die Zunge. Obwohl das Stadion mit 50.000 Zuschauern ausverkauft war, ist die Stimmung durch das sich senkende Dach und die umlaufende Leichtathletikbahn eine komplett andere als im Waldstadion. Zum Ende der ersten Hälfte gab es dann sogar noch ein bis zwei Chancen für die Eintracht. Ohne direkten Erfolg.

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Herrjeh – die Leistung in der ersten Halbzeit war noch ausbaufähig. Trotz des Riedberger Fan-Chors…

Zur Pause wurde dank blitzschnellem aktivem Anstellen ein paar doch ganz leckere Würstchen im Pappbrötchen und zwei Becher vom guten Mönchshof ergattert. (Gegenüber dem Limonadenausschank in Leverkusen, Dortmund oder auch Köln, aus den anderen Auswärtsfahrten dieser Saison, ein echtes Highlight.) Der eine oder andere Adlerträger wurde in der kurzen Pause durch hilfsbereite Gelbgewandete in andere Bereiche des Stadions eskortiert. Nicht überall war die Stimmung wohl so tolerant wie bei uns.

Schnell ging es dann zurück zu den wartenden Sitzschalen. In Halbzeit 2 rannten unsere Jungs weiter an, und Nürnberg rührte immer noch Beton in doppelter Viererformation an. Dann kam unser Fußballgott Alex Meier ins Spiel. Ein anderer spielte aber ganz groß auf: Nachwuchshoffnung Gacinovic zeigte wieder sein Talent und tanzte drei Nürnberger Stangen aus, bevor er mustergültig auf den in dieser Saison doch arg deplatziert wirkenden Seferovic spielte und der dann wirklich nur noch einnetzen konnte.

Die Freude kannte keine Grenzen mehr! Mit Tränen in den Augen lag man sich in den Armen. Und die ersten Becher flogen – die Stimmung bei manch einem der Nürnberger im Familienblock (!) nahm langsam beängstigende Ausmaße an. Nach einem Rempler auf dem Rasen kam es dann zu einem Ohrenzwicker und verbalem Schlagabtausch, was uns dann doch dazu bewegte, einen Block weiter zu ziehen. Auch in den letzte Minuten schafften es die Nürnberger nicht mehr, auch nur ansatzweise gefährlich vor unser Tor zu kommen. Nach endlosen vier Minuten Nachspielzeit hatte auch der Schiri ein Einsehen und erlöste uns mit dem Abpfiff.

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Spielminute 90 + 4: So sehen Sieger aus!

Dank moderener Kommunikationstechnik wurde alle Mitreisenden schnell eingesammelt und es ging auf den geordneten Rückmarsch ins Wohngebiet. Das Gefährt wurde wohlbehalten wiedergefunden und ohne größeren Stau ging es zügig auf der A3 zurück in Richtung Heimat. Mit Hilfe einer Pflegestation für Siegerbier/radler war der Riedberg gegen 1:35 Uhr wieder erreicht.

Fazit: Es war ein Fest – aber alle waren sich einig: So eine Saison muss man so schnell nicht wieder erleben. Außer natürlich Freitag abends, wenn sich die SC-Riedberg-Traditionself wieder auf dem eigenen Platz trifft.“

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Auch OB Feldmann ist begeistert

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann freut sich übrigens mächtig über den Klassenerhalt der Eintracht: „Zwei Spiele, in der die Eintracht zweimal besser war und daher den Klassenerhalt absolut verdient hat. Frankfurt ist erstklassig. Seine Eintracht bleibt es auch. Gut für Frankfurt“, so der begeisterte Eintracht-Fan Feldmann.

Der Oberbürgermeister hatte das entscheidende Spiel am Fernseher verfolgt und mitgefiebert, und ist über die Entwicklung der letzten Wochen begeistert. Fußballerisch und politisch: „Die Mannschaft der Eintracht hat in der Relegation zu neuer Stärke und Teamgeist gefunden und Trainer und Mannschaft haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Wenn die neue Römerkoalition dies nun auch für die Stadtpolitik beherzigt, dann wird Frankfurt auch als innovative, weltoffene und sozial gerechte Stadt weiterhin in der ersten Liga spielen.“

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Noch ein Spiel-Highlight…

Noch einmal kurz zurück zum Relegationsspiel: Laut unserer Riedberger SGE-Fans gab es noch ein kleines Highlight am Rande. Denn irgendwann hat „der Stadionsprecher uns aufgefordert, mit dem Hüpfen aufzuhören, da das Stadion dies auf Dauer nicht aushalten würde.“ Also auch die Fans haben Nürnberg zum Beben gebracht!

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Spielbericht & Fotos: Alexander Markert

Information OB Feldmann: Presse- & Informationsamt Stadt Frankfurt