Tropische Mücken am Riedberg

Seit einigen Jahren warnt der Infektionsbiologe und Parasitologe Prof. Dr. Sven Klimpel von der Goethe-Universität und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vor Infektionskrankheiten aus tropischen und subtropischen Regionen, unter anderem dem West-Nil-Virus, und vor der Übertragung dieser Krankheiten durch invasive und heimische Mückenarten. Jetzt wurde erstmals in Frankfurt die Asiatische Buschmücke nachgewiesen. Der Experte und sein Team hatten die tropischen Blutsauger zwischen August und September während einer Intensivbeprobung am Riedberg in Fallen gefangen.

Weitere Meldungen bestätigen das Vorkommen tropischer Mückenarten in unseren Breiten: Es gibt humane Zika-Virus Fälle in Frankreich und West-Nil-Virus Fälle in Sachsen. Die Patienten haben sich nach bisherigen Erkenntnissen direkt in Frankreich und Deutschland angesteckt. Überträger sind die invasiven Mückenarten wie die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus). Und beide Mückenarten wurden nun in Frankfurt nachgewiesen, die Asiatische Tigermücke im Nordend und die Asiatische Buschmücke in unserem Stadtteil. 

Infektionsbiologe gibt zunächst Entwarnung

Der Infektionsbiologe Klimpel gibt zunächst Entwarnung. Es wurden in den Mückenexemplaren bisher keine gefährlichen Viren oder Krankheitserreger nachgewiesen. Klimpel, der selbst bei uns im Stadtteil wohnt, berichtet MAINRiedberg, er erinnere sich noch gut daran, „dass ich während eines Sommerfestes von Nachbarn auf die Fangaktion angesprochen wurde“. Die Nachbarn konnten kaum glauben, dass diese tropischen Mückenarten inzwischen auch in und um Frankfurt auftreten.

Ein „Tourist“ des Klimawandels – mit langfristigen Folgen

Die Nachweise überraschen Klimpel jedoch nicht, der mit seinen mathematischen Klimamodellen die Verbreitungsgebiete des Auftretens von derartigen Mückenarten ziemlich genau vorhersagen kann. Durch den Klimawandel finden diese Arten zunehmend auch in Mitteleuropa geeignete Klimabedingungen. Globaler Handel und Tourismus fördern zudem – ungewollt – die Einschleppung. „Eine Ausweitung der potentiellen Verbreitungsgebiete von wärmeliebenden Arten kann die Folge sein.“

Ist die Mücken-Art dazu noch in der Lage, Infektionskrankheiten auslösende Erreger zu übertragen und kommen diese Erreger in dem neuen Verbreitungsgebiet vor, führt dies zu einer Ausweitung des Risikogebietes für diese Krankheiten, gibt Klimpel zu bedenken.

Foto der Asiatischen Buschmücke: Dorian D. Dörge/ Goethe-Universität