Stadt entfernt o-bikes

Die Stadt Frankfurt beginnt in den nächsten Tagen damit, die gelben Fahrräder des Radverleihsystems o-bike einzusammeln. „Wir haben o-bike mehrfach mit Fristsetzung aufgefordert, sich gegenüber der Stadt zu äußern“, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. „o-bike hat alle Fristen verstreichen lassen, ohne eine Reaktion zu zeigen.“ Es gebe derzeit keinerlei Lebenszeichen von o-bike und keinerlei Ansprechpartner. Damit habe o-bike fortdauernd gegen die von der Stadt formulierten Regeln für Leihfahrradanbieter verstoßen. Welchen Einfluss der Konkurs der Muttergesellschaft von o-bike in Singapur auf die Aktivitäten in Deutschland habe, sei unklar. Anscheinend arbeite o-bike jedoch in manchen Ländern noch.

Gründer von o-bike hat am Riedberg studiert!

Zur Erinnerung: Yi Shi, der Gründer von o-bike, hat am Campus Riedberg der Goethe Universität Informatik studiert. Als „freundlich“ und „bescheiden“ beschrieb man auf der Uni-Homepage den jungen chinesischen Unternehmer. Shi hat der Hochschule als Geschäftsmann 300.000 Euro gespendet.

Doch wie genau das Geschäftsmodell funktionierte, beziehungsweise funktionieren sollte, ist immer noch nicht ganz klar. Denn offenbar spielte auch die Weitergabe von Daten der Nutzer eine nicht unbedeutende Rolle – zwischenzeitlich sprach man von Seiten von o-bike allerdings nur von einem „Datenleck“.

So läuft das Einsammeln der Räder

Das Ordnungsamt wird jetzt die Räder nach dem gleichen System einsammeln, mit dem auch sonst in Frankfurt defekte und vermutlich herrenlose Räder eingesammelt werden: Das Fahrrad wird zunächst mit einer gelben Banderole gekennzeichnet, mit der der Eigner aufgefordert wird, das Rad innerhalb von sieben Tagen abzuholen. Erfolgt keine Reaktion, wird das Rad nach dieser Frist eingesammelt und zwischengelagert.

Oesterling äußerte die Einschätzung, dass in der Innenstadt relativ wenige Fahrräder einzusammeln seien. In den Außenbezirken stünden dagegen noch viele Fahrräder von o-bike in Seitenstraßen und Grünflächen. Da dort das Einsammeln relativ zeitaufwendig sei, werde es einige Zeit dauern, bis das letzte o-bike eingesammelt sei.

Nach Abschluss der Aktion werde die Stadt versuchen, die Kosten o-bike in Rechnung zu stellen, sofern die Stadt einen Adressaten finde. Falls dies nicht der Fall sei, werde die Stadt die Räder versteigern oder an karitative Organisationen verschenken. Allerdings überstiegen die Kosten für die Beseitigung des Schließmechanismus vermutlich den Materialwert.

Informationen: Stadt Frankfurt/ Archiv

Foto: MAINRiedberg