Sechs Männer rocken
den Riedberg

Es ist Mittwoch Abend, kurz nach 21 Uhr. In einer Bunkeranlage aus Stahlbeton am anderen Ende der Stadt. Im Probenraum ist es mindestens so heiß wie draußen. Fenster gibt es nicht, Musik von nebenan dringt auch nicht durch. Bunker eben. Oder besser: Künstler-Sauna. Immerhin steht neben der Tür eine Kühlbox, in der nicht nur Wasserflaschen zu finden sind. Und die Stimmung ist bestens. Was ein Sales Manager, ein Business Analyst, ein Key-Account-Manager, ein Jurist, ein Apron Controller vom Airport und ein Pharma-Experte hier machen? Na, natürlich abrocken. Erst mit leicht angezogener Handbremse. Ist ja plötzlich ein Zuhörer da. Dann mit Vollgas. Schließlich probt man(n) für den allerersten Live-Auftritt, am Samstag, beim Riedberger Sommerfest.

Alles begann vor exakt einem Jahr, beim Sommerfest 2016. Ziemlich spät, als es zwar noch was zu trinken, aber keinen lokalen Music-Act gab, der für mehr Stimmung gesorgt hätte. In Ermangelung des passenden Sounds sozusagen begannen Freunde, die sonst freitagabends bei der „Traditionself“ des SC Riedberg kicken und reichlich Rock und Metal im Blut mitbringen, darüber nachzudenken, ob sie nicht eine Band gründen sollten. Das war der Anfang von Riedberg Underground.


Diese Männer rocken den Riedberg: Tobi Huber am Mikro…


Gerd Mander und Jörg Niegemann wahlweise an Mikro oder E-Gitarre

Jörg (42) und Allan (40) greifen zur E-Gitarre, Holger (44) zum Bass oder auch mal zum klassischen Cello, Harald (51) sorgt am Schlagzeug für Grooves und Beat, Tobi und Gerd am Mikro für den Sound. „Na, wie hört sich’s denn an?“, wird gefragt. Metallica, AC/CD oder Neil Young sind nicht nur ihre Heroes der 80er und 90er, sondern auch Vorbilder, an die nicht so leicht ranzukommen ist. Doch es geht nicht nur darum. Der Bunker in Griesheim ist auch perfekt, um Dampf abzulassen. Und den stressigen Alltag und Ärger hinter sich. Wenn sie über das Band-Projekt sprechen, erinnert das an die Begeisterung aus Zeiten, wo man(n) – sorry – noch ein wenig jünger war. Etwa wenn Allan, Schotte, Vater von zwei Kindern, davon berichtet, dass er sich für die Band drei Verstärker gekauft hat. Den ersten, der nicht gut genug war, dann einen wesentlich besseren für Auftritte und schließlich das Ganze noch in der Akustik-Version und mit Mikro. Daran haben auch seine Kids größten Spaß.


Allan ist ebenfalls an der Gitarre…


…und Harald am Schlagzeug

Das ist die Set-Liste für Samstag

Am Samstag kurz nach 21.30 Uhr geht es los. Die Set-Liste steht. Mit Ecstasy of Gold von Metallica als Song Nummer eins, dann Enter Sandman, ebenfalls Metallica, gefolgt von Breaking the Law von Judas Priest. Es kommen auch noch die Böhsen Onkelz, andererseits Neil Young und als Zugabe: Motörhead. Einen Teaser hat die Band schon mal online auf facebook.com/riedbergunderground/ gestellt und Groupie-Shirts sind auch geplant.

Im Proberaum kam vorm nächsten Song meist die Aufforderung: „Woll’ mer mal!“ Auf Facebook steht: „We’ re Riedberg Underground and we play Rock’n’Roll.“ Also: Bang Your Head!


Und keine Angst: Auch Holger will …


…an Bass oder Cello nur spielen!

Nicht vergessen: Riedberg Underground rockt am Samstag ab 21.30 Uhr am Sommerfest

(Text: cd/ Fotos: kmd/ cd)