Dieser Müll liefert
unsere Energie

Woher kommt unsere Energie? Woher kommt die Wärme für den Riedberg? Das wollten sieben neugierige Riedberger genauer wissen. Am Dienstag trafen sie sich um 14 Uhr beim Müllheizkraftwerk in Heddernheim, das ja auch unseren Stadtteil mit Fernwärme und Strom versorgt. Die erste Herausforderung bestand darin, den richtigen Eingang zu finden und die beiden Teilgruppen zusammenzuführen. Dank der sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter gelang aber auch dies, und die eine Gruppe hatte bereits die Hälfte des riesigen Betriebsgeländes gesehen. Herr Geisel, ein ehemaliger Mitarbeiter, erkläre knapp 90 Minuten lang, wie so ein Müllheizkraftwerk überhaupt funktioniert, was die täglichen Herausforderungen des Betriebs sind und garnierte seine kurzweiligen Schilderungen mit vielen persönlichen Anekdoten. Auch Fragen war er sehr aufgeschlossen und konnte selbst schwierige Details für uns Nicht-Fachleute sehr gut erklären.

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Ein ehemaliger Mitarbeiter konnte selbst die schwierigen Details allen gut erklären

Der Müll verbrennt bei 920 Grad

Der angelieferte private und gewerbliche Müll kommt aus Frankfurt, Offenbach, dem Taunus und aus Gießen. In einem gewaltigen Bunker wird er gesammelt, durchsucht und vermengt, bevor es in die vier etwa 920 Grad heißen Kessel zur Verbrennung geht. Sperrmüll wird in einem riesigen Schredder zerkleinert und ebenfalls dem Zwischenlager im Müllbunker zugeführt. Ein Highlight der Tour war sicher der imposante Ausblick aus der Krankanzel, wenn der Kranführer so mal auf die Schnelle mehr als sechs Tonnen Müll von links nach rechts hievt und die Brenner mit Nachschub versorgt.

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Interessante Einblicke auch für die kleineren Besucher: Guck mal, hier verbrennt unser Müll!

Auch Drache Fessie war da…

Im Leitstand des Kraftwerks konnten wir die reichhaltige Technik zur Steuerung und Überwachung bestaunen. Lärm- und Schadstoffemissionen werden permanent überwacht und die Grenzwerte im Auge behalten. Um Schadstoffe zu binden, werden stündlich etwa 60 bis 120 Liter Harnstoff, Koks und Kalk zugesetzt. Am Ende bleiben von 1000 Kilo Müll etwa 250 Kilo Schlacke übrig. Tief im Inneren der Müll- und Energiefabrik konnten wir auch das Schwanz-Ende von Fessie bestaunen: der große Drache, den man auch gut vom Riedberg am Schornstein des Müllheizkraftwerks sehen kann. Die Abluft am anderen Ende ist zwischen 90 und 120 Grad heiß, und am Schornstein wohnen sogar Turmfalken. Mit der gewonnen Energie wird das Fernwärmenetz gespeist und über Kraft/Wärmekopplung Strom erzeugt. Insgesamt kann das Werk 40.000 Haushalte (!) im Frankfurter Norden versorgen.

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Das Kraftwerk in Heddernheim im Modell: Das Werk kann bis zu 40.000 Haushalte (!) im Frankfurter Norden versorgen

Es war ein sehr interessanter und kurzweiliger Besuch. Danke an die Organisatoren vom Culture Club Riedberg, die das Ganze möglich gemacht haben. Eventuell besteht ja auch nochmals eine Möglichkeit für interessierte Riedberger, zu einem anderen (etwas arbeitnehmerfreundlicheren) Termin den Besuch zu wiederholen.

Text & Fotos: Alex Markert