Billabong hat Schlüssel in die Zukunft

Vor der Eingangstür mit der Hausnummer 46 b werden noch die Wege gemacht, drinnen sind keine Bauarbeiter mehr zu sehen. In wenigen Momenten wird Judith McCrory von Billabong Family davon sprechen, dass „diese Räumlichkeiten ein Geschenk sind“. Diese Räume – das sind fast 600 Quadratmeter im Erdgeschoss eines Neubaus in der Graf-von-Stauffenberg-Allee. Diese Räume – das ist das neue Zentrum des Vereins, der bisher das Jugendhaus Riedberg mitnutzen konnte. Und mit dem umfangreichen Angebot für Jung und Alt vor allem an räumliche Grenzen gestoßen war.

Hier aber wird es demnächst ein Café mit offener Küche, Kinderspielecke und mehr als 30 gemütlichen Sitzgelegenheiten geben, einen Multimedia-Raum, einen Kreativ- und Werkraum, einen großen Raum für Sport und Fitness plus einen speziellen Bereich für Tanz und Ballett. Das Café ist kein Lokal im eigentlichen Sinne, sondern für Treffen, zum Verweilen und auch für spezielle Angebote wie Koch-Workshops gedacht. Ab Frühjahr nächsten Jahres wird es die Möglichkeit geben, Räume zu mieten. In den nächsten Wochen wollen die Billabong-Verantwortlichen Stück für Stück Umzug und Einrichtung managen. Der Mietvertrag mit der Mondial Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH, die nebenan 266 Studenten-Apartments vermietet, steht. Das Konzept für den Weg Richtung Mehrgenerationenhaus ebenfalls.

Gestern, am 28. September um exakt 14.04 Uhr, war Schlüsselübergabe. Sabine Fiedler, Judith McCrory, Anja Hohmann und Harriet Papastefanou von Billabong wurden von Projektleiter Oliver Müller von der Bau-Unternehmensgruppe Lupp herzlich begrüßt und erhielten dann auch die echten Schlüssel, die etwas kleiner als der symbolische Schlüssel aus Wolle und Goldglitter auf dem Foto oben, aber unwesentlich zahlreicher waren.

Ein Blick in die Historie: Das Billabong Familienzentrum wurde 2006 von Müttern aus dem damals neu errichteten Riedberg gegründet. Man wollte von Anfang an einen Treffpunkt für alle Menschen im Stadtteil zu schaffen. Deshalb auch der Name Billabong. So, wie die Aborigines in Australien die für sie lebenswichtigen Wasserstellen in der Wüste nennen. Der Vorstand des Vereins arbeitet immer noch ehrenamtlich, wird inzwischen unterstützt von zwei festangestellten Mitarbeiterinnen und weiteren engagierten Helfern.

Judith McCrory erinnerte gestern auch an den Mann, der an den neuen Entfaltungsmöglichkeiten großen Anteil hat. Es ist Werner Hackermeier, der im Auftrag der Hessen Agentur die städtebauliche Entwicklung des Riedbergs prägte, und im Juli an Krebs verstorben war. Er wusste, wie lange der Verein schon nach Räumlichkeiten suchte, die mit einem guten Konzept finanzierbar waren. „Werner kam eines Tages zu uns und sagte: ,So, jetzt hab‘ ich was für Euch!“, erzählt die Billabong-Lady und fügt hinzu: „Wir würden so gerne Danke sagen, aber das können wir leider nicht mehr.“

Von nun an geht der Blick nach vorne. Denn es gibt viel zu tun. Ein Namensschild am Briefkasten gibt es übrigens schon.


Das ist bald das Café, der zentrale Treffpunkt mit Theke, offener Küche, Kinderspielecke und gemütlichen Sitzgelegenheiten


Sport und Fitness first! Das ist der 85 Quadratmeter große Sportraum mit Schwingboden. Nebenan ist ein spezieller Tanzraum, insbesondere für das Ballettförderzentrum von Thom Hecht. Die Trennwand dazwischen kann man öffnen


Die Billabong-Verantwortlichen wissen schon genau, wie jede Ecke am besten genutzt werden soll


…und haben trotz jeder Menge Arbeit auch viel Spaß. Harriet Papastefanou freut sich insbesondere auf den neuen Kreativraum. Hier will sie auch Angebote zum „begleiteten Malen“ machen, wo jeder kreativ sein und sich verwirklichen kann


Auch der Innenhof der Gebäude mit dem neuen Billabong-Zentrum und mehr als 250 Studenten-Apartments wird anspruchsvoll gestaltet. „Nachts wird das aussehen wie eine Landebahn“, verspricht der Polier des Bauunternehmens, der auch kurz zur Schlüsselübergabe gekommen ist

(Fotos: cd/ Adolf Lupp GmbH + Co KG )