Was für den einen Müll – ist für den anderen Rohstoff

Glasmüll und Altkleidercontainer in der Altenhöferallee

Wer mit Gästen zusammen eine rauschende Party gefeiert hat, muss sich danach über die Entsorgung einer Vielzahl von Glas-Flaschen kümmern. Was für den einen ein Müllproblem ist, ist für andere ein wertvoller Rohstoff.

1855 beauftragte die Stadt mehrere Landwirte und Fuhrleute mit der planmäßigen Abfuhr des Straßen- und Hausunrats sowie der Entleerung der Müllkübel.

Ende der 1970er-Jahre tauchten in Deutschland die ersten Altglascontainer auf. Seit 1996 übernimmt der Nachfolger der öffentlichen Stadtreinigung – die Frankfurter Entsorgungs- und Service (FES) GmbH die Mülleinsammlung und Müllentsorgung. Sie ist in den Straßen Frankfurts unterwegs, um die Altglascontainer im regelmäßigen Rhythmus zu leeren.

Seit dem Einstieg des Familienunternehmens Rethmann (heute Remondis) im Jahr 1998 – das Unternehmen erwarb 49 % der Anteile – erwirtschaftet die FES konstant Gewinne und beschäftigt aktuell mehr Menschen als bei ihrer Gründung. 2021 hat die gesamte FES-Gruppe 238 Millionen Euro Umsatz erzielt. Der Gewinn lag bei rund 16 Millionen Euro und wurde vollständig an die Anteilseigner ausgeschüttet.

Für die Entsorgung des Glasmülls ist die FES im Auftrag der Firma BellandVision unterwegs. BellandVision wiederum ist seit 2022 Teil der französischen Veolia-Gruppe.

Zwischen der Stadt Frankfurt und Remondis besteht jedoch kein unmittelbares Vertragsverhältnis zur Leerung der Glascontainer. Vertragliche Regelungen zur Beseitigung von Altglas werden zwischen den Dualen Systemen (für das Stadtgebiet derzeit BellandVision) und Remondis auf Grundlage des Verpackungsgesetzes vereinbart. 2020 hatte die Stadt Frankfurt den bestehenden Vertrag mit dem in Lünen bei Dortmund ansässigen Unternehmen Remondis verlängert. Bis mindestens 2040 ist Remondis jetzt für die Entsorgung zuständig.

Und was ist mit Glas, das neben den Altglascontainern abgestellt wird?

„Aufgrund der Abstimmungsvereinbarung zwischen der Stadt Frankfurt und BellandVision hat die Stadt Frankfurt am Main die FES beauftragt, über die [regulären] Aufnahmemöglichkeiten hinausgehende Glasablagerungen und unerlaubte Beistellungen in unmittelbarer Nähe von Glascontainern zu beseitigen. Die Kosten für diese Beseitigungen werden der Firma Remondis [von der FES] in Rechnung gestellt.“

Das Abstellen von Verpackungen und Abfällen neben Depotcontainern oder Abfallbehältern stellt darüber hinaus gemäß Abfallsatzung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Um Mängel im Stadtgebiet schnellstmöglich zu beseitigen, gibt es einen einfachen Weg zur Meldung: Über den elektronischen Mängelmelder unter https://www.ffm.de/frankfurt/de/flawRep/43535 oder per Smartphone-App können Auffälligkeiten direkt mit Foto und Standortmitteilungen an die Stadtverwaltung gemeldet werden, welche sich dann zeitnah um eine Lösung des Problems kümmert.

Altglascontainer an der Ecke Altenhöferallee/Ferdinand-Braun-Straße

Der Magistrat hat dem Wunsch des Ortsbeirates 12, die Altglascontainer an der Ecke Altenhöferallee/Ferdinand-Braun-Straße um einige Meter zu versetzen, stattgegeben. Dadurch sind zwei Parkplätze weggefallen. Dafür ist jetzt am alten Standort Platz für Altkleidercontainer.

Das Ziel sollte ursprünglich sein: „Die … Altglascontainer sind zur Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu verlegen, um die Querung der Altenhöferallee aufgrund des abgesenkten Bürgersteigs künftig zu ermöglichen. Auch verhindert eine Verlegung in die Ferdinand-Braun-Straße das häufige widerrechtliche Halten von Fahrzeugen zur Entsorgung von Altglas in die Container auf dem Fahrradstreifen und sorgt dafür, dass Radfahrer künftig nicht mehr ausweichen müssen.“

Glasmüllcontainer Ferdinand-Braun-Straße

Glasmüllcontainer Ferdinand-Braun-Straße

Unterirdische Altglascontainer

Dem Wunsch nach unterirdischen Containern konnte der Magistrat jedoch nicht zustimmen. Bislang wurden Unterflurglascontainer stets im Rahmen der aktuell durch die Stadtverordnetenversammlung priorisierten Projekte des Ausbauprogramms »Schöneres Frankfurt« geplant und finanziert.

Dabei würden Synergien genutzt, die sich bei einer gleichzeitigen baulichen Umgestaltung der jeweiligen Straßen und Plätze ergäben. Für Maßnahmen außerhalb dieses Programms stehen keine Haushaltsmittel zur Verfügung.

Durch den Einsatz des Ortsbeirats (12) konnten immerhin bei der Errichtung des nördlichen Bereichs des Riedbergs im Johann-Beyer-Weg unterirdische Altglascontainer installiert werden.


Über das Altglasentsorgungssystem
Das bundesweite Altglasentsorgungssystem wird mittels eines privatrechtlich organisierten und eigenständig finanzierten Entsorgungssystems durchgeführt. Das System wurde 1991 von der »Duales System Deutschland GmbH« entwickelt. Die Sammlung von Altglas erfolgt in Deutschland flächendeckend seit 1974. Der »Grüne Punkt« wurde von Lars Oehlschlaeger entworfen, der sich dabei an das Symbol für Yin und Yang anlehnte.

Altglas kann unendlich oft wieder eingeschmolzen und zur Herstellung neuer Glasprodukte genutzt werden. Solch eine erneute stoffliche Nutzung ist umweltverträglich und kann viel Energie (ca. 10 %) und viele Rohstoffe einsparen, wenn die verschiedenen Glasprodukte wie Flaschen und Fenstergläser an ihrem Lebensende dem richtigen Entsorgungsweg zugeführt werden. Je sortenreiner die gesammelten Glasfarben, desto mehr Altglas kann in der Neuproduktion eingesetzt werden.

Ein wesentlicher Vorteil des Altglases: Es kann beliebig oft recycelt werden. Voraussetzung ist, dass das Glas korrekt entsorgt wird, damit es im Anschluss entsprechend aufbereitet werden kann.

Mit Inkrafttreten der aktuellen Fassung der Verpackungsverordnung zum 01.01.2009 besteht keine Pflicht mehr, das Registrierungssymbol „Grüner Punkt“ auf registrierten Verpackungen anzubringen. 2019 wurde eine Verwertungsquote von 84,1 % für auf den Markt gebrachte Behältergläser erreicht.


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