Schlagwort: Stadtentwässerung Frankfurt

Zwei neue Sprudler sollen den Kätcheslachweiher wieder aufatmen lassen

Kätcheslachweiher mit 2 Perlatoren

Nach mehr als einem Jahr Wartezeit hat die Stadtentwässerung Frankfurt (SEF) zwei Sprudler im Kätcheslachweiher installiert. Sie sollen die Wasserqualität verbessern und den Tieren im Weiher helfen. Doch niedrige Wasserstände und Algen bleiben ein Problem.

Wer in diesen Tagen durch den Kätcheslachpark spaziert, entdeckt ein neues Bild: Zwei Wasserfontänen steigen aus dem Weiher auf und fallen in glitzernden Bögen auf die Wasseroberfläche zurück. Die größere Fontäne bildet einen breiten Wasserkranz, die kleinere ergänzt das Wasserspiel. Seit spätestens Mitte Oktober sind beide Anlagen in Betrieb.
Was auf den ersten Blick wie eine Verschönerungsmaßnahme aussieht, hat vor allem einen praktischen Zweck. Die beiden Sprudler, auch Perlatoren genannt, sollen die Wasserqualität im Kätcheslachweiher verbessern.

Mehr Sauerstoff für den Weiher

Gerade in warmen Sommermonaten können stehende Gewässer unter Sauerstoffmangel leiden. Hohe Temperaturen verringern die Menge an Sauerstoff, die Wasser aufnehmen kann. Gleichzeitig verbrauchen Fische, Kleinstlebewesen und die Zersetzung abgestorbener Pflanzen Sauerstoff.

Die neuen Sprudler setzen das Wasser in Bewegung und vergrößern den Kontakt zwischen Wasser und Luft. Dadurch kann der Sauerstoffaustausch unterstützt werden. Vor allem Fische und andere wasserbewohnende Tiere können davon profitieren.

Auch gegen übermäßiges Algenwachstum sollen die Anlagen helfen. Die Durchmischung des Wassers kann die Wachstumsbedingungen für bestimmte Algenarten abschwächen. Eine Garantie für algenfreies Wasser ist das allerdings nicht. Entscheidend sind ebenso die Nährstoffbelastung, die Wassertemperatur und die Sonneneinstrahlung.

Ganz nebenbei bereichern die beiden Fontänen den Park auch optisch. Das bewegte Wasser verleiht dem Weiher eine neue Lebendigkeit. Besonders bei Sonnenschein entsteht ein reizvoller Anblick, der zum Verweilen einlädt.

Kätcheslachweiher Perlator und Kanadagänse

Aus wenigen Tagen wurde mehr als ein Jahr

Der Installation ging eine ungewöhnlich lange Wartezeit voraus. Bereits im Juli 2025 machte die damalige Ortsvorsteherin Ulrike Neißner (Grüne) die Stadtentwässerung auf starke Algenbildung und nach Luft schnappende Fische aufmerksam. Damals wurde eine kurzfristige Installation von Sprudlern in Aussicht gestellt.

Doch zunächst geschah nichts Sichtbares. Ende Juli 2026 waren die Geräte nach Auskunft der SEF zwar bestellt, aber noch nicht geliefert.

Niedriger Wasserstand und verbliebene Algen

Mit der Inbetriebnahme sind allerdings nicht alle Probleme des Weihers gelöst. Aktuelle Beobachtungen zeigen weiterhin grünliche Algenansammlungen in den flachen Uferbereichen. Auch der Wasserstand ist auffallend niedrig. An mehreren Stellen liegen breite Uferstreifen und Teile der befestigten Böschung frei.

Kätcheslachweiher mit Algenbildung im Uferbereich

Eine mögliche Ursache ist die Trockenheit. Besonders der Juli 2026 war in Frankfurt außergewöhnlich niederschlagsarm. Nach Wetterdaten der Station Frankfurt/Main fielen lediglich 9,4 Liter Regen pro Quadratmeter.

Hinzu kommt die besondere Konstruktion des Kätcheslachparks. Er ist nicht nur Erholungsgebiet, sondern zugleich eine große Anlage zur Regenwasserbewirtschaftung. Das Niederschlagswasser aus den umliegenden Wohngebieten wird zunächst in vorgelagerten Mulden zurückgehalten und kann dort teilweise versickern. Erst überschüssiges Wasser gelangt über weitere Anlagen zum Weiher.

Dieses Prinzip, heute häufig als „Schwammstadt“ bezeichnet, entlastet bei Starkregen die Kanalisation und fördert die Versickerung. In längeren Trockenperioden kann dadurch allerdings auch der Nachschub für den Weiher gering ausfallen.
Ob allein fehlender Regen für den niedrigen Wasserstand verantwortlich ist oder weitere technische beziehungsweise wasserwirtschaftliche Ursachen hinzukommen, bleibt offen.

Entscheidend ist die Wirkung

Die Sprudler sind ein sinnvoller erster Schritt. Ob sie tatsächlich ausreichend Sauerstoff ins Wasser bringen und das Algenwachstum nachhaltig begrenzen, lässt sich jedoch nicht allein an den schönen Fontänen erkennen.

Dafür wären regelmäßige Messungen des Sauerstoffgehalts, der Wassertemperatur und wichtiger Nährstoffe notwendig. Auch die Entwicklung der Algenbestände und des Wasserstands sollte dokumentiert werden.

Frau Neißner war es vor ca. 4 Jahren gelungen, dass der Kätcheslachweiher in die Untersuchung der Oberflächengewässer aufgenommen wurde! Ein Untersuchungsbericht der Behörden liegt dem Ortsbeirat 12 allerdings bisher nicht vor.

Je nach Messergebnis könnten ergänzende Maßnahmen erforderlich werden, etwa die Entfernung größerer Algenansammlungen, die Pflege der vorgelagerten Reinigungsanlagen oder eine Überprüfung der Wasserzuflüsse und des geregelten Abflusses.
Die beiden neuen Fontänen sind damit ein erfreulicher Gewinn für den Kätcheslachpark. Ob sie auch dauerhaft zu einem gesünderen Weiher beitragen, muss sich erst zeigen.

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