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Golfstandort am Martinszehnten: Sicherheit für Passanten?

GolfRange Frankfurt Abschlaghallen

Die Anlage der GolfRange am Stadtrand von Frankfurt ist nicht nur eine sportliche Infrastruktur, sondern auch ein sozialer Treffpunkt. Sie liegt strategisch positioniert in der Nähe des Bad Homburger Kreuzes, dem Verknüpfungspunkt der Autobahn A5 und A661. Dies verleiht diesem Standort eine überregionale Bedeutung denn diese Lage ermöglicht es, Pendlern und Anwohnern aus der Frankfurter City sowie aus dem angrenzenden Hochtaunuskreis die Anlage innerhalb von 10 bis 15 Fahrminuten zu erreichen.

Auch die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ermöglicht die Erreichbarkeit dieses Golfplatzes für ein breiteres städtisches Publikum. Die U-Bahn-Station Kalbach (Linie U2) ist nur etwa 5 bis 10 Gehminuten entfernt und die Buslinie 29 bedient die Haltestelle »Sportzentrum Kalbach« in unmittelbarer Nähe. So konnte sich dieser Golfplatz zu einem City-Golfplatz entwickeln, der auf hohe Frequenz und zeitliche Flexibilität ausgelegt ist.

GolfRange Frankfurt gespiegelte Spielflächen

gespiegelte Spielflächen

Sicherheitsbedenken

Ein öffentlicher Fußweg (»Am Zedernholz«) durchquert den Platz, was bei hohem Spielaufkommen zu gefährlichen Situationen durch Querschläger führen kann.

Bereits 2002 wurde festgestellt, dass die existierende Umzäunung nicht ausreicht, um die Passanten sicher vor Golfbällen zu schützen. Ein Golfball mit 46 Gramm, der aus 20 Meter Höhe auf einen Passanten fällt, entwickelt eine Aufschlagskraft von 45 kg. Da die Fläche eines Golfballs sehr klein ist, konzentriert sich die gesamte Energie auf einen winzigen Punkt. Das reicht locker für Platzwunden, schwere Hämatome oder – bei einem Treffer an der Schläfe – lebensgefährliche Verletzungen.

Daher hatte sich die Stadt 2002/2003 mit dem Betreiber daraufhin geeinigt, dass der Ballfangzaun vervollständigt und erhöht wird (auf 8 Meter), sodass künftig keine Golfbälle mehr außerhalb der Golf Range liegen. Zusätzlich wurde der Zaun an einigen besonders exponierten Stellen auf 12 Meter erhöht.

Durch die Spiegelung der Trainingsfläche 2006 ist jedoch ein Teil des Weges komplett schutzlos. Ein Schild weist Passanten auf die Gefahr hin: „Stop! Achten sie auf entgegenkommende Spieler!

Der Weg, den es bereits vor der Eröffnung des Golfplatzes gab, wird inzwischen auch intensiver genutzt, da er in die entwickelte Fahrradinfrastruktur am Nordrand von Frankfurt eingebunden ist. Daher stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob die Sicherheit und das Wegerecht der Passanten oder das Freizeitvergnügen der Golfspieler hier Vorrang haben.

GolfRange Frankfurt Warnhinweis

Warnhinweis

Der Ortsbeirat bittet um Information

Um die derzeitige Situation besser beurteilen zu können, hat sich der Ortsbeirat (12) an den Magistrat gewandt mit der Bitte, ihn über die weitere Entwicklung der Golfsportflächen »Am Zedernholz« und »Am Martinszehnten« gelegen zu berichten.


Kleiner Exkurs zur Historie des Ortes

Zuerst besiedelten Alemannen und später ab etwa 500 nach Christus fränkische Stämme dieses Gebiet. In dieser Zeit entstanden die Orte mit der Endung “-heim” wie z. B. Harheim. Erst später entstanden die Ausbauorte mit der Endung auf “-bach” wie z. B. Kalbach, was ursprünglich einmal „Kalter Bach“ bedeutete.

Der Straßenname »Am Martinszehnten« ist ein direktes Relikt der mittelalterlichen Abgabenstruktur. Der „Zehnt“ war eine etwa 10-prozentige Steuer auf landwirtschaftliche Erzeugnisse, die an die Kirche oder den Lehnsherrn abzuführen waren. Sankt Martin, der Schutzpatron des Erzbistums Mainz, zu dem die Region kirchlich gehörte, war oft Namenspatron für solche »Zehnt-Bezirke«. Das Gebiet »Am Martinszehnten« bezeichnete somit eine Flur, deren Erträge dem Martins-Altar oder einer entsprechenden Institution zuflossen. Die Verwaltung dieser Abgaben war oft mit lokalen Herrenhöfen verknüpft, wie sie in Kalbach seit dem 8. Jahrhundert nachgewiesen sind.

Das Gewerbegebiet

Im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme wurde das Gewerbegebiet »Am Martinszehnten« als Ergänzung zum Wohngebiet Riedberg konzipiert, um Arbeitsplätze in räumlicher Nähe zu den neuen Wohnvierteln und zum Wissenschaftscampus der Goethe-Universität zu schaffen. Zwischen 1996 und 2011 erfolgten die Erschließung der öffentlichen Anlagen und die Vermarktung der Grundstücke im Gewerbegebiet. Der Golfplatz »Am Martinszehnten« fügt sich in dieses Gefüge als hochwertige Freizeitkomponente ein, die den Bedürfnissen der hier arbeitenden Wissenschaftler und der neu zugezogenen Familien am Riedberg entspricht.

Der Golfbetrieb: GolfRange Frankfurt

Die Golfanlage wurde im Jahr 2001 eröffnet. Der 9-Loch-Platz wurde 2006 von dem renommierten Golfplatzarchitekten Christoph Staedler umfassend überarbeitet und deutlich vergrößert. Das Design nutzt die leicht hügelige Topografie aus und integriert 4 Wasserhindernisse sowie strategisch platzierte Bunker. Mit einer Gesamtlänge von 1.642 Metern für Herren (Par 31) und 1.407 Metern für Damen (Par 31) gehört der Platz zu den kürzeren, aber technisch anspruchsvollen Anlagen der Region.

Trainingsinfrastruktur und Driving Range

Die Driving Range der GolfRange Frankfurt gilt als eine der modernsten und am besten ausgelasteten Übungsanlagen im Rhein-Main-Gebiet. Sie verfügt über insgesamt 52 Abschlagplätze, von denen 22 überdacht sind. Im November 2025 wurde die Anlage mit einer neuen LED-Flutlichtanlage ausgestattet, die den Trainingsbetrieb bis ca. 22:00 Uhr ermöglicht und die Energieeffizienz des Standorts steigert.

Ein wesentliches Merkmal des Betriebsmodells ist die 24-Stunden-Verfügbarkeit der Driving Range für Inhaber von Ballkarten. Mittels kontaktloser Chipkarten können Range-Bälle jederzeit an den Automaten bezogen werden, was eine maximale Unabhängigkeit von den Öffnungszeiten des Sekretariats gewährleistet.

Der Golfbetrieb wird als kommerzielle Anlage geführt.

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