Schlagwort: Schulsanierung

Ernst-Reuter-Schulen: Startschuss für 250-Millionen-Euro-Großprojekt

Visualisierung: Luftbild-Ernst-Reuter-Schulen

Die Ernst-Reuter-Schulen (ERS) in Niederursel/Nordweststadt stehen vor ihrer bisher umfangreichsten Transformation. Wie die Bildungsdezernentin bekannt gab, hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am 27. März die Umsetzung des ersten Bauabschnitts für die Sanierung und Erweiterung des historischen Schulcampus beschlossen. Mit einem Gesamtbudget von rund 250 Millionen Euro handelt es sich um das größte Sanierungsprojekt im Rahmen der städtischen Schulbauoffensive.

Ein Campus mit Geschichte und Zukunft

Die in den 1960er Jahren als Leuchtturm-Projekt und eine der ersten integrierten Gesamtschulen Hessens errichtete Anlage entspricht heute in weiten Teilen nicht mehr modernen Standards für Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Das Ensemble aus der Ernst-Reuter-Schule I (gymnasiale Oberstufe) und der Ernst-Reuter-Schule II (integrierte Gesamtschule) wird täglich von insgesamt rund 1.700 Schülern besucht. Ziel der über 9 Jahre angelegten Maßnahme ist es, die denkmalgeschützte Substanz behutsam zu sanieren und gleichzeitig den Campuscharakter sowie den wertvollen Baumbestand zu erhalten.

Drei Bauabschnitte bis 2036

Aufgrund der enormen Dimensionen wird das Projekt in 3 Phasen unterteilt:

  1. Erster Bauabschnitt (ab 2027): Im Fokus stehen der Sport- und Fachbereich. Geplant sind der Neubau eines Multifunktionsgebäudes West mit naturwissenschaftlichen Fachräumen, ein neues Schulschwimmbad sowie der Ersatzneubau einer Dreifeld- und zweier Einfeldsporthallen. Bereits im Vorfeld werden ab 2026 zwei Sporthallen auf der nahegelegene Hunde-Wiese ausgelagert, um den Baubeginn vorzubereiten.
  2. Zweiter Bauabschnitt (ab 2030): Diese Phase umfasst die Sanierung und Erweiterung der ERS II sowie den Neubau eines Multifunktionsgebäudes Ost. Dieses wird künftig die Mensa, eine Aula, eine Mediothek sowie Kunst- und Musikräume beherbergen.
  3. Dritter Bauabschnitt (ab 2033): Den Abschluss bildet die Sanierung der Ernst-Reuter-Schule I inklusive der Ergänzung eines Selbstlernzentrums.

Das Gesamtprojekt soll nach derzeitigem Stand im Jahr 2036 mit dem Rückbau der temporären Auslagerungen abgeschlossen sein.

Pädagogische Weichenstellungen

Die baulichen Maßnahmen gehen Hand in Hand mit einer Kapazitätserweiterung. Insbesondere die gymnasiale Oberstufe der ERS I wird von 6 auf 8 Züge ausgebaut. Die ERS II, die bereits seit 1989 als Vorreiter für inklusiven Unterricht gilt und behinderte Kinder aufnimmt, erhält durch die Sanierung die notwendigen Räumlichkeiten, um moderne pädagogische Konzepte wie Lernzeiten und differenzierten Unterricht in Jahrgangsteams optimal umzusetzen.

Die Architektur der „neuen“ Ernst-Reuter-Schulen wird zudem ökologische Akzente setzen: Entgegen ursprünglicher Entwürfe sieht die aktuelle Planung begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen vor. „Wir schaffen eine zukunftsfähige Umgebung, die die hervorragende pädagogische Arbeit der Schulen unterstützt“, so die Dezernentin.

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