Schlagwort: Erinnerungskultur

Gedenken am Campus Riedberg: 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Schuhe an der Donau,, Holocaust Memorial, Budapest

„Nur niemals aufgeben“

Am 27.01.2025 jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 80. Mal. Dieser Tag ist weltweit der zentrale Anlass, um der Millionen Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Auch am Campus Riedberg wird dieses Datum mit einer besonderen Abendveranstaltung gewürdigt. Das „Centre for Dialogue“ (CfD) lädt Anwohner, Studierende und Interessierte ein, gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, den 3. Februar, um 17:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Josephine-Baker-Gesamtschule, in der Gräfin-Dönhoff-Str. 11. Im Mittelpunkt des Abends steht die Auseinandersetzung mit der Geschichte und deren Bedeutung für die heutige Gesellschaft.

Die Schülerinnen und Schüler haben hierzu eindrückliche Kollagen erarbeitet, die unterschiedliche Themenschwerpunkte in der Geschichte des Nationalsozialismus sichtbar machen. Diese werden jeweils mit Rodika Rosenbaum auf besondere Art und Weise beleuchtet und reflektiert.

Begleitet wurden sie vom Lehrer Paul Renk, Dr. Dominiek Lootens und Jan Quirmbach (Centre for Dialogue), Dr. Johannes Lorenz (Katholische Akademie) und Dr. Dr. Peter Noss (Zentrum Ökumene).

Es erwarten Sie an diesem Abend …

  • Die Schülerinnen und Schüler der Josephine-Baker-Schule
  • Rodika Rosenbaum (Zeitzeugin)
  • Paul Renk (Josephine-Baker-Schule)
  • Die »Bosephine Jakers« (Josephine-Baker-Schule)
  • Dr. Dr. Peter Noss (Zentrum Ökumene)
  • Dr. Dominiek Lootens (Centre for Dialogue)
  • Jan Quirmbach (Centre for Dialogue)

Die Schüler moderieren den Abend und führen die Interviews. Die »Bosephine Jakers« sorgen für die musikalische Begleitung.

Alle Besucher sind anschließend eingeladen, am warmen veganen Buffet des israelischen Restaurants Kuli Alma teilzuhaben.

Musikalischer Rahmen und Raum für Austausch

Begleitet wird der Abend durch musikalische Beiträge, die den feierlichen und nachdenklichen Charakter der Veranstaltung unterstreichen. Die Organisatoren legen Wert darauf, dass neben dem Zuhören auch Raum für Begegnung bleibt. Im Anschluss an den offiziellen Teil gibt es bei einem kleinen Empfang die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Impulse des Vortrags zu vertiefen.

Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland ein gesetzlich verankerter Gedenktag. Dass eine solche Veranstaltung direkt am Riedberg stattfindet, unterstreicht die Rolle des Campus als Ort des gesellschaftlichen Austauschs, der über den rein wissenschaftlichen Betrieb hinausgeht.

Organisatorische Hinweise

  • Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
  • Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei.


Über das „Centre for Dialogue at Campus Riedberg“
Das Centre for Dialogue (CfD) ist eine gemeinsame Initiative der Evangelischen und Katholischen Hochschulgemeinden in Frankfurt am Main. Es versteht sich als ein offener Ort der Begegnung für Studierende, Wissenschaftler und die Bewohner des Stadtteils Riedberg. Ziel der Institution ist es, den Dialog zwischen Religionen, Kulturen und der Wissenschaft zu fördern. Mit regelmäßigen Veranstaltungen zu gesellschaftspolitischen, ethischen und religiösen Themen bietet das CfD Raum für kritische Reflexion und persönlichen Austausch in einer von Vielfalt geprägten Umgebung.

 

Der Titel „Nur niemals aufgeben“ stammt aus der Autobiographie von Rodika Rosenbaum (Nur niemals aufgeben! Eine jüdische Familiengeschichte, Kelkheim: Pauer, 2024).

 

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Fokus Talstraße 107: Zwischen Denkmalschutz, Kunst und künftiger Nutzung

Die Firma Mersen in Kalbach

Die Liegenschaft in der Talstraße 107 in Kalbach beschäftigt seit längerem den Ortsbeirat 12. Das Areal, zu dem auch die Gebäude 107a und 107b gehören, steht im Mittelpunkt von Bestrebungen zur Förderung der lokalen Kulturszene sowie der Aufarbeitung der Stadtteilgeschichte.

Förderung von Kleingewerbe und Künstlern

Bereits im April 2025 regte der Ortsbeirat auf Initiative der Grünen an, die leerstehenden Gewerbeimmobilien in der Talstraße gezielt für die Ansiedlung von Kleingewerbe und Künstlern zu nutzen. Vorgeschlagen wurde eine geförderte Zwischennutzung für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren, koordiniert durch Institutionen wie „Radar Frankfurt“. Ziel dieser Maßnahme ist es, durch institutionelle Anmietung vereinfachte Rahmenbedingungen für Firmengründungen, künstlerische Projekte und Bildungsinitiativen zu schaffen, um den Stadtteil zu beleben und Arbeitsplätze zu generieren.

Der Magistrat dämpfte jedoch in seiner Stellungnahme vom September 2025 die Erwartungen. Zwar unterstütze man die Ansiedlung grundsätzlich, die städtische Liegenschaft könne jedoch aktuell nur für einen Übergangszeitraum von maximal 2 Jahren vermietet werden. Mitarbeitern von Radar wurde das Objekt bereits vorgestellt, doch aufgrund der zeitlich befristeten Konditionen bestand seitens der Institution kein Interesse an einer Vermittlung. Da keine weiteren geeigneten städtischen Objekte zur Verfügung stehen, bleibt die Förderung an diesem Standort vorerst ungewiss.

Der Ortsbeirat lässt das Thema jedoch nicht ruhen. In einem neuen Auskunftsersuchen vom Dezember 2025 bittet das Gremium den Magistrat um Klärung, welche konkreten Planungen einer längeren Zwischennutzung über das Jahr 2027 hinaus entgegenstehen.

Gedenken an die NS-Zwangsarbeit

Neben der gewerblichen Nutzung steht die Talstraße 107 aufgrund ihrer historischen Bedeutung im Fokus. Es handelt sich um die letzte erhaltene Zwangsarbeiterbaracke auf dem ehemaligen Gelände der Carbone-AG. Der Ortsbeirat hatte bereits Ende 2023 einstimmig beschlossen, eine Gedenktafel anzubringen und hierfür 3.500 Euro aus seinem Budget angeboten.

Nach einer Sachstandsanfrage der SPD im Frühjahr 2025 teilte der Magistrat im August mit, dass sich die zuständigen Fachämter im Austausch befinden. Das Institut für Stadtgeschichte erarbeitet derzeit einen Textentwurf für die Tafel, der im Anschluss mit dem Ortsbeirat abgestimmt werden soll. Ein genauer Termin für die Installation steht noch aus.

Hätten Sie’s gewusst?

Eine der kürzesten Straßen in Frankfurt

Die Carbonestraße ist mit 35 Metern eine der 8 kürzeste Straßen Frankfurts. Die heutige Mersen Deutschland Holding GmbH & Co KG, eine Tochtergesellschaft der französischen Unternehmensgruppe Mersen S.A., ist nun seit fast 130 Jahren in Frankfurt-Kalbach ansässig. Sie überstand ohne Eigentümerwechsel 2 Weltkriege. Teile der Produktion wurde 2015 von Kalbach in das französische Werk nach Amiens verlagert. Aufgrund der Bedeutung der Firma für den Ort wurde die Straße bereits vor 1972 nach ihr benannt.


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