Schlagwort: Bad Homburg

Einschränkungen auf der Linie U2 wegen Ausbauarbeiten

Bonames-Ost Nördlich der U-Bahn

Weichenstellung für die Zukunft: Die Verlängerung der Stadtbahnlinie U2 in Richtung Bad Homburger Bahnhof nimmt weiter Gestalt an. Wie die Stadt Bad Homburg vor der Höhe mitteilte, beginnen nun die konkreten Arbeiten für den Anschluss der neuen Strecke. Für Fahrgäste der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) bedeutet dies jedoch zunächst Einschränkungen im Betriebsablauf.

Weichenbau in Ober-Eschbach

Im Rahmen der Vorabmaßnahmen für die Streckenverlängerung verlegt die Stadtbahngesellschaft Bad Homburg (SBHG) vier neue Weichen im Bereich Ober-Eschbach. Aufgrund dieser Bauarbeiten kann die Linie U2 für einen Zeitraum von rund 7 Wochen nicht ihren regulären Linienweg befahren.

Die Sperrung beginnt am Montag, den 12. Januar, gegen 02:00 Uhr, und dauert voraussichtlich bis Montag, den 2. März, circa 03:00 Uhr. In dieser Zeit verkehrt die U2 lediglich auf dem Abschnitt zwischen dem Südbahnhof und der Haltestelle Nieder-Eschbach.

Schienenersatzverkehr und Fahrgastinformation

Um die Verbindung nach Gonzenheim aufrechtzuerhalten, wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet. Dieser pendelt während der Bauphase zwischen den Haltestellen Nieder-Eschbach und Gonzenheim. Die VGF und die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ weisen darauf hin, dass Fahrgäste durch das Umsteigen auf die Busse eine etwas längere Reisezeit einplanen sollten.

Aktuelle Fahrpläne und die besten Verbindungen können über die RMV-App oder die Website rmv.de abgerufen werden. Zudem steht das RMV-Servicetelefon unter der Nummer 069-24248024 rund um die Uhr für individuelle Beratungen zur Verfügung.

Hintergrund des Großprojekts

Die aktuellen Arbeiten sind Teil eines weitreichenden Infrastrukturprojekts, das eine direkte Schienenanbindung zwischen der bisherigen Endstation Gonzenheim und dem Bad Homburger Bahnhof zum Ziel hat. Die geplante Neubaustrecke umfasst eine Gesamtlänge von 1,6 Kilometern.

Ein markantes Merkmal des Projekts ist die Streckenführung: Etwa 22 % der neuen Trasse (rund 355 Meter) werden in einem Tunnel verlaufen. In diesem Zusammenhang wird auch die bestehende Station Bad Homburg Gonzenheim rückgebaut und als unterirdische Haltestelle neu errichtet.

Das Vorhaben stützt sich auf eine breite demokratische Basis: In einem Bürgerentscheid am 28.10.2018 stimmten über 70 % der Teilnehmer für das Projekt. Das Baurecht besteht bereits seit der Planfeststellung im Jahr 2016.

Ausblick

Auch nach dem Abschluss der aktuellen Weichenarbeiten bleibt das Projekt in Bewegung. Sobald die Haltestelle Ober-Eschbach wieder in Betrieb genommen wird, richtet die Stadt Bad Homburg einen neuen Schienenersatzverkehr zur ehemaligen Haltestelle Gonzenheim ein. Informationen zum weiteren Fortgang und Details zum Projekt werden fortlaufend auf der Webseite bad-homburg-u2.de veröffentlicht.

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Die Filterung von Abwässern muss ausgebaut werden

Wilder Urselbach

Die Kläranlagen von Bad Homburg und Oberursel stehen in der Kritik: Ohne eine 4. Klärstufe, die speziell für die Entfernung von Mikroverunreinigungen entwickelt wurde, gelangen zahlreiche schädliche Chemikalien in die Nidda. Diese Situation wirft nicht nur Fragen zur Umweltverträglichkeit auf, sondern auch zur Gesundheit der Bevölkerung und der Tierwelt.

Ein informativer Vortrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Oberursel zeigte die Gefahren der Oberurseler Kläranlage für den Urselbach. Für Menschen haben die Flüsse der Erde eine ganz entscheidende Funktion: Sie stellen Trinkwasser zur Verfügung, bieten Lebensraum für Tiere, bewässern Regionen und kühlen ihre Umgebung.

Verschmutzte Gewässer sind nicht nur tödlich für die (noch) darin lebenden Organismen, sondern gefährden auch die Menschen, die mit dem Wasser in Kontakt kommen!

Dr. Peter Seel, der vor seinem Ruhestand als Dezernatsleiter für Gewässergüte im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie tätig war, berichtete von seinen neuesten Erkenntnissen. „Eines der Hauptverursacher dieser Qualitätsprobleme im Wasser sind unsere Kläranlagen“, erläutert der Experte.

Sterblichkeit von Kleinstlebewesen

Die Nidda wird von mehreren Wasserzuläufen gespeist. Einer davon ist der Horloff.
„Dort wurde einerseits die Sterblichkeit von Bachflohkrebsen und andererseits die Anzahl der Nachkommen untersucht“, erläutert Peter Seel. Ergebnis: Mit jeder Passage durch das System einer Kläranlage steigt die Sterblichkeitsrate der Bachflohkrebse und sinkt die Zahl der Nachkommen.

Welche Stoffe aus Abwässern gelangen derzeit in Flüsse?

  • Pharmazeutische Wirkstoffe
    dazu gehören Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol, Antidepressiva wie Fluoxetin, Antibiotika, jodierte Röntgenkontrastmittel sowie Hormone wie Östrogen und Testosteron.
  • Drogen
    Rückstände von Drogen wie Kokain und Amphetaminen wurden ebenfalls in Kläranlagen nachgewiesen. Diese Substanzen gelangen häufig über menschliche Ausscheidungen in das Abwasser.
  • Chemikalien aus Haushaltsprodukten
    Reinigungsmittel, Pestizide und andere chemische Produkte, die im Haushalt verwendet werden, tragen ebenfalls zur Belastung bei. Viele dieser Stoffe sind nicht biologisch abbaubar und reichern sich in der Umwelt an.

Die Spurenstoffe sind unterschiedlich giftig. Fische und andere Wasserlebewesen sind beispielsweise besonders anfällig für hormonelle Veränderungen, die durch die eingeleiteten Medikamente verursacht werden. Langfristig gelangen solche Chemikalienreste auch in die Nahrungskette, an deren Ende der Mensch sitzt.

Anteil teil-geklärtes Wasser

  • Im Urselbach fließen pro Sekunde rund 300 Liter. Das entspricht etwa 9 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr.
  • Die Abwassermenge der Oberurseler Kläranlage beträgt zwischen 5 Millionen und 6 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
  • Konsequenz: Der Abwasseranteil im Urselbach liegt in einem Bereich von 50 % bis 65 % der Wassermenge nach dem Durchlaufen der Kläranlage.

Achtung: In niederschlagsarmen Zeiten, typischerweise im Hochsommer, kann der Anteil auf über 90 % der Wassermenge ansteigen.

 

Gesundheit und Naturschutz kostet finanziellen Einsatz

Die Kläranlagen von Bad Homburg und Oberursel stehen vor einer entscheidenden Herausforderung. Ohne die Implementierung einer 4. Klärstufe fließen zahlreiche schädliche Chemikalien und Medikamente ungeklärt in die Nidda. Um die Gewässerqualität zu verbessern und die Umwelt zu schützen, ist es dringend erforderlich, in moderne Klärtechnologien zu investieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Nidda nicht weiter zur Gefahrenquelle für Mensch und Natur wird.

Eine 4. Klärstufe, die häufig mit Verfahren wie Ozonierung oder Pulver-Aktivkohlefiltration arbeitet, wurde speziell für die Entfernung von Mikroverunreinigungen entwickelt. Die Kläranlagen in Bad Homburg und Oberursel sind bisher nur mit einer dreistufigen Abwasserbehandlung ausgestattet, die mechanische, biologische und chemische Prozesse umfasst.

EU-Gesetzgebung

Deutschland und viele andere EU-Länder haben gesetzlich beschlossen, dass alle Gewässer bis 2027 in einer guten beziehungsweise sehr guten Verfassung sein müssen. Bei hoher Belastung des Wassers mit Schadstoffen könnten die Anlagen mit einer 4. Reinigungsstufe allerdings auch schnell an ihre Grenzen kommen.

Die gesetzlichen Anforderungen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie für die 4. Reinigungsstufe betreffen auch die Kläranlage Oberursel. Das bedeutet unter anderem, dass bis 2033 etwa 10 % der betroffenen Siedlungsgebiete eine Kläranlage der Reinigungsstufe 4 benötigen.

Teile diesen Beitrag mit Freunden