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Das E-Rezept und seine Anlaufschwierigkeiten

Elektronische Gesundheitskarte

Die digitale Version des Rezeptes soll seit Jahresbeginn das klassische rosa Rezept für verschreibungspflichtige Medikamente nach und nach ablösen. Nur für den kleinen Teil der Bevölkerung (ca. 12 %), die kein Smartphone besitzen, wird dann noch die klassische Papierlösung verfügbar sein. In den ersten Januartagen wurden bereits 7 Millionen E-Rezepte erfolgreich eingelöst (Stand: 10.01.2024).

Das neue Verfahren

In der Arztpraxis wird das Rezept als elektronischer Datensatz erzeugt, vom Arzt elektronisch signiert und dann an die Gematik, der nationalen Agentur für digitale Medizin, übermittelt. In der Apotheke wird das E-Rezept vom Server geholt und die Kunden mit den verordneten Medikamenten versorgt.

Über eine App (kleines Programm) kann der Patient per Smartphone anfragen, ob die Wunsch-Apotheke das Medikament vorrätig hat, oder sogar die Apotheke bitten, ihm das Medikament nach Hause zu liefen, wenn die Apotheke einen Botendienst anbietet. Bei Online-Apotheken muss zudem kein Originalrezept mehr verschickt werden. Das E-Rezept kann digital an die Versandapotheke übermittelt werden.

Seit Januar sollen E-Rezepte zudem über die Gesundheitskarte in der Apotheke eingelöst werden können – ganz ohne Smartphone und Zettelwirtschaft. Dabei werden die E-Rezepte nicht auf der Karte gespeichert, sondern von der Apotheke auf dem zentralen Server der Gematik abgerufen.

Ausnahmen

  • Für Medikamente, die nicht rezeptpflichtig sind, stellen Ärzte weiter das grüne Papier-Rezept aus.
  • Auch Rezepte für Betäubungsmittel werden derzeit noch nicht als E-Rezept ausgestellt.
  • Für Privatversicherte wird es vorerst weiterhin das blaue Rezept geben. Die Einführung des E-Rezepts ist aber auch hier angedacht.

Bekannte Probleme

  • Besonders ältere Menschen verstehen die komplexe Anmeldung in der App nicht und scheitern daher an der Authentifizierung.
  • Leider gibt es Arztpraxen, die sich weigern, das E-Rezept auszudrucken, obwohl sie dazu verpflichtet sind.
  • Patienten können durch das E-Rezept nicht mehr einsehen, was ihnen verschrieben worden ist. (Qualitätscheck bei der Verschreibung)
  • Die Gratis-App „Das E-Rezept“ der Gematik wird von den Anwendern als noch nicht ausgereift beurteilt. Als einzige App darf sie auf den Fachdienst in der Telematikinfrastruktur zugreifen, um elektronisch Rezeptcodes vom E-Rezeptserver zu empfangen und diese an Apotheken zu verschicken.

Vorteile

  • Die Sicherheit der Patienten in der Arzneimittelversorgung wird erhöht: unklare Verschreibungen (Handschrift!) werden nahezu unmöglich.
  • Apotheker haben einen besseren Überblick über die verschriebenen Medikamente und können so Wechselwirkungen ermitteln.

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