Fachärztezentrum Riedberg schließt Ende September!

Schon jetzt gibt es einen Ärzte-Mangel am Riedberg und in den angrenzenden Stadtteilen. Die Situation könnte sich in Zukunft weiter verschärfen. Denn der Betreiber des „Fachärztezentrums Riedberg“ steigt zum 30. September 2020 aus. Das bedeutet unter anderem, dass direkt am Riedberg mit mehr als 3600 Kindern und Jugendlichen kein Kinderarzt mehr zur Verfügung stehen würde – wenn nicht schnell eine Nachfolge sichergestellt wird. Lokalpolitiker sehen auch die Stadt in der Pflicht.

Es ist ein kurzes Schreiben mit der Überschrift „Fachärztezentrum Frankfurt GmbH beendet das Engagement am Standort Riedberg zum 30. September 2020“, unterzeichnet von Geschäftsführerin Dr. Rafaela Korte. Die FÄZ Frankfurt GmbH mit aktuell sieben Standorten entwickle derzeit ein Zukunftskonzept mit einer strategischen Neuausrichtung ihrer Standorte, ist dort zu lesen. Im Rahmen dieser Entwicklung wurde die Entscheidung getroffen, das Engagement am Riedberg mit den Fachgebieten Gynäkologie, Kinder- und Jugendmedizin sowie Neurologie nicht weiter fortzusetzen. Das Schreiben ist an die Patientinnen und Patienten gerichtet. Eine persönliche Nachricht haben diese offenbar aber noch nicht erhalten.

Die FÄZ GmbH steht in engem Kontakt mit der Kassenärztlichen Vereinigung, damit eine „zügige und gute Nachbesetzung“ der Praxis und die Erfüllung der Versorgungsaufträge im Stadtteil sichergestellt werde – auch das wird explizit betont.

CDU fordert: Zukunft des Zentrums schnellstmöglich klären

Die CDU Kalbach-Riedberg zeigt sich in einer Pressemitteilung irritiert davon, „dass die jahrelange Arbeit des Fachärztezentrums Frankfurt so kurzfristig und ohne klar kommunizierte Nachfolge aufgegeben wird“. Man will den Magistrat in einem Antrag auffordern, dafür zu sorgen, dass die ärztliche Versorgung am Riedberg ununterbrochen gewährleistet bleibt. Hierfür soll in Gesprächen mit potentiellen Betreibern und der Kassenärztlichen Vereinigung darauf hingewirkt werden, dass schnellstmöglich die Zukunft des Zentrums geklärt wird.

Insbesondere die Versorgung vor Ort mit einer Gynäkologie und einer Kinderpraxis sei in einem Stadtteil mit vielen jungen Familien unabdingbar.

Dr. Sascha Vogel, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsbeirat 12: „Wir hoffen, dass es dem Unternehmen, dessen Aufsichtsrat der Gesundheitsdezernent vorsteht, schnell gelingt, zügig eine Nachfolgelösung zu finden.“

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