Alle Artikel von kmd

Wasserqualität in der Nidda belastet

Was können wir tun, um die Wasserqualität in deutschen Flüssen zu verbessern? Wie schaffen wir gute Lebensbedingungen für die dort lebenden Tiere und Pflanzen? Das hat ein interdisziplinäres Forscherteam unter Federführung von Wissenschaftlern der Goethe-Universität am Campus Riedberg in den vergangenen drei Jahren im Verbundprojekt NiddaMan untersucht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt über drei Jahre mit 2,4 Millionen Euro gefördert. Zu den wichtigsten Forderungen nach Projektabschluss gehört die Verbesserung von Kläranlagen.

Die Nidda in Hessen war für die Gewässerforscher ein ideales Untersuchungsobjekt. Neben naturnahen Bereichen im Oberlauf ist der Mittellauf in der Wetterau durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet. Am Unterlauf nahe der Metropole Frankfurt fließt der Fluss durch dicht besiedelte, urbane Gebiete, beispielsweise auch am Alten Flugplatz in Kalbach/ Bonames. Stoffeinträge erfolgen zudem durch Einleitungen aus Kläranlagen und sonstigen Entwässerungssystemen.

„Insbesondere in den niederschlagsarmen Sommermonaten ist der Anteil an gereinigtem Abwasser im Einzugsgebiet der Nidda hoch. Auch deshalb werden, allen wasserbehördlichen Bemühungen zum Trotz, die Qualitätskriterien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht eingehalten“, so Prof. Jörg Oehlmann, Leiter von NiddaMan und der Abteilung Aquatische Ökotoxikologie der Goethe-Universität am Campus Riedberg. Die Nidda ist dabei kein Einzelfall: Bei Projektstart im Jahr 2015 erreichten weniger als 10 Prozent der Gewässer in Deutschland den geforderten guten bis sehr guten ökologischen Zustand.

Neben stofflichen Einflüssen aus der Landwirtschaft wird die Nidda dauerhaft mit Spurenstoffen aus Kläranlagen belastet. Mancherorts sind sogar gesetzlich vorgeschriebene Umweltqualitätsnormen für einzelne Schadstoffe überschritten. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass bestehende Grenzwerte aquatische Lebensgemeinschaften nur unzureichend schützen“, erklärt Oehlmann. Bereits ab einem Anteil von circa 12 Prozent an konventionell gereinigtem Abwasser ändert sich die Zusammensetzung der Arten im Fließgewässer. Hinzu kommen die Einleitungen aus Mischwasserentlastungen, die dazu führen, dass bei starken Niederschlägen nicht gereinigtes Abwasser in die Gewässer gelangt. Deren Auswirkungen sind bisher noch wenig untersucht.

Obwohl Fische, im Gegensatz zu vielen Kleinstlebewesen wie Krebse und Schnecken, mobil sind und im Prinzip stark verunreinigte Gewässerabschnitte meiden können, leiden auch sie unter der schlechten Wasserqualität. Gewebeuntersuchungen der NiddaMan-Experten konnten krankhafte Veränderungen der Leber nachweisen, die zwar nicht direkt zum Tod der Fische führen, aber ihre Fitness und damit die Fortpflanzung beeinträchtigen. Das Fehlen gewässertypischer Fischarten, das bereits im Oberlauf der Nidda (Messstellen zwischen Eichelsdorf und Unterschmitten) zu beklagen ist, sehen die Forscher als Indiz dafür, dass es den Fischen an „Kraftreserven“ für die Fortpflanzung fehlt.

Um die Auswirkungen des hohen Anteils an gereinigtem Abwasser in den Flüssen des Nidda-Einzugsgebiets für die Organismen abzumildern, fordern die NiddaMan-Ingenieure Ertüchtigungsmaßnahmen von Kläranlagen, abhängig von gewässerspezifischen Indikatoren (z. B. Abwasseranteil, ökologische und ökotoxikologische Parameter). Dabei stehen nicht zwingend die großen Kläranlagen mit höheren Stofffrachten, sondern auch die kleinen Kläranlagen,die zwar geringere Frachten, aber hohe Stoffkonzentrationen im Gewässer verursachen, im Fokus der Betrachtung.

Das Forscherteam fand frühere Beobachtungen bestätigt, dass von Gewässerrenaturierungen, die bisher als der Königsweg zum guten ökologischen Zustand galten, oft nur im Uferbereich lebende Organismen und der Auenbewuchs profitieren, kaum jedoch die im Gewässer selbst lebenden Wasserpflanzen, Fische und vor allem Wirbellose. Als mögliche Ursachen sehen sie fehlende Schlüsselhabitate wie Totholz, oder eine zu große Entfernung von Quellpopulationen.

„Der Wille zur Veränderung ist da, doch häufig fehlt es bei den verantwortlichen Stellen wie Wasserbehörden und Kommunen an finanziellen und personellen Ressourcen, um Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität schnell und zielgerichtet umzusetzen“, fasst Oliver Schulz die Recherchen des Institut für sozialökologische Forschung (ISOE, Frankfurt) zusammen. Oftmals gibt es zudem Akzeptanzprobleme bei den Betroffenen, besonders dann, wenn Maßnahmen bestehende Nutzungsansprüche einschränken, zum Beispiel von Flächen am Gewässer. Offene Gespräche und die Beteiligung von Akteuren und der Bevölkerung haben während des Projekts vielerorts erst das Verständnis für Lösungen geschaffen, die alle gemeinsam tragen müssen. Auch nach Projektende ist die Arbeit hin zu einem besseren Zustand unserer Gewässer lange nicht beendet.

Über NiddaMan

Das Verbundprojekt „Entwicklung eines nachhaltigen Wasserressourcen-Managements am Beispiel des Einzugsgebiets der Nidda“ (NiddaMan) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der Fördermaßnahme „Regionales Wasserressourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland“ im Rahmenprogramm “Forschung für Nachhaltige Entwicklung” (FONA) gefördert. Ein Abschlussbericht wird Ende Januar 2019 vorliegen.

Weitere Informationen zum Projekt unter https://niddaland.de

***

Informationen: Goethe-Universität

Foto des Erlenbachs im Nidda-Einzugsgebiet: Simone Ziebart, Goethe-Universität.

 

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Niederursel: Schüsse bei Hochzeit gemeldet

Polizeiwagen

Über den Polizeinotruf meldeten mehrere Zeugen am Samstag, den 24. November 2018, gegen 14.20 Uhr, Schüsse im Gerhart-Hauptmann-Ring, die offensichtlich von Teilnehmern eines Autokorsos anlässlich einer Hochzeit abgegeben wurden. Mit starken Kräften wurde die benannte Örtlichkeit angefahren, bei der es sich um eine Sackgasse handelte. Am Einsatzort befanden sich ca. 85 Personen, auf der Straße waren etliche Hülsen von Munition für Schreckschusswaffen zu sehen.

Auf Ansprache gab sich niemand als Verantwortlicher zu erkennen. Erst durch die Insistenz der Beamten gab sich ein 26-Jähriger aus Pfungstadt als Schütze zu erkennen. Er zeigte den Beamten auch die unter einem Auto befindliche Schreckschusswaffe, einen Revolver. Im weiteren Verlauf der Maßnahmen übergab noch ein weiterer Pfungstädter, 25 Jahre alt, seine Schreckschusspistole.

Gegen 15.30 Uhr konnte die Abfahrt der Hochzeitsgesellschaft gestattet werden. Die zwischenzeitliche Sperrung des Gerhart-Hauptmann-Ringes in diesem Bereich wurde aufgehoben.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Am Sonntag ist Zipfelmützenlauf!

Nicht vergessen: Am nächsten Sonntag, 2. Dezember, startet der 8. Riedberger Zipfelmützenlauf. Große und kleine Teilnehmer, passionierte Läuferinnen und Läufer, Walker, Nordic Walker und selbstverständlich auch Sportler mit Handicap sind herzlich eingeladen. Kurzum alle, die in der Adventszeit fit bleiben und ein paar Kalorien zusätzlich verbrennen möchten. Die Verantwortlichen des SC Riedberg betonen: Der Zipfelmützenlauf ist ein Familienlauf, bei dem es an erster Stelle um Spaß und Freude am Sport geht. Sprecher Olaf Emmerich: „Aber wir laufen auch für einen guten Zweck! Die Startgebühren spenden wir in diesem Jahr an eine karitative Organisation.“ Das Projekt wird noch ausgewählt und dann bekannt gegeben.

Der Zipfelmützenlauf besteht aus zwei Hauptläufen mit einer 5-Kilometer- und einer 10-Kilometer- Strecke sowie einem Schüler- und Kiga-Lauf rund um unseren schönen Stadtteil Riedberg.

DIE STARTZEITEN
KiGa-Lauf        >>>   Start: 10.30 Uhr
Schülerlauf     >>>   Start: 11.00 Uhr
10 km  
            >>>   Start: 11.45 Uhr
5 km
                 > >>  Start: 12.00 Uhr 

Der damals noch junge Verein hatte 2011 den Lauf ins Leben gerufen, um mit den Zipfelmützen passend zu den Vereinsfarben Marketing in eigener Sache zu betreiben. Inzwischen hat der Sportclub mehr als 1200 Mitglieder. Zum Rennen im vergangenen Jahr kamen auch Lauftreffs aus dem Umland und einige Ironman-Teilnehmer. Auch in diesem Jahr sind Start und Ziel an der Sportanlage in der Altenhöferallee. Die Strecke verläuft weitgehend über Asphalt. Für die „Laufbarkeit“ am 1. Advent ist gesorgt.Die Startgebühr für die Teilnahme am 5 und 10 km Zipfelmützenlauf beträgt 8 Euro. Die Startgebühr für den KiGa-Lauf beträgt 5 Euro.

Wer mitmacht, erhält eine Teilnahmebescheinigung – und natürlich eine grüne Zipfelmütze!

Termin: 2.12.2018/ Start: 10:30 Uhr (Kiga-Lauf)/ Startgebühr: 5-8 Euro (abhängig vom Lauf)

Anmeldung und Informationen unter www.zipfelmuetzenlauf.de

***

Foto: SC Riedberg

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Warum sich vor 59 Millionen Jahren das Klima änderte

Viele Meeresströmungen im tiefen Ozean haben einen wichtigen Einfluss auf das globale Klima. In welchem Ausmaß, zeigte sich zuletzt vor 59 Millionen Jahren, als es zum Austausch großer Mengen an Wasser zwischen dem nördlichen und südlichen Atlantik kam. Das fanden Forscher aus Deutschland und Großbritannien heraus, indem sie Sedimentproben vom Meeresboden aus beiden Regionen des Atlantiks miteinander verglichen. Auch Wissenschaftler des Instituts für Geowissenschaften am Campus Riedberg waren an der Studie beteiligt. Wie sie in der Fachzeitschrift Nature Communications mitteilen, kam es durch die verstärkte Zirkulation des Meereswassers und die gleichzeitige Zunahme des CO2-Gehalts in der Atmosphäre zu einem klimatischen Wendepunkt. Mit der gleichmäßigeren Wärmeverteilung über die Erde endete eine mehrere Millionen Jahre andauernde Kaltphase und es begann eine neue Warmzeit.

Das verrät das „Archiv“ am Meeresboden

So genannte „Neodym(Nd)-Isotope“ dienen als Tracer für Wassermassen. Sie gelangen aus Flüssen oder über Sedimente ins Meer oder werden als Bestandteile von Staub ins Wasser geweht. Wenn das Oberflächenwasser zum Meeresgrund sinkt, trägt es einen für seine Entstehungszeit charakteristischen Fingerabdruck des umgebenden Festlands in die Tiefe. Dort wird es von tiefen Meeresströmungen erfasst, mit anderen Wassermassen vermischt und nach und nach in das Sediment des Meeresbodens eingelagert. Die entstehenden Sedimentschichten haben sich als gute Archive für Meeresströmungen und das Klima vergangener Zeiten erwiesen.

Die Geschichte, die die Forscher aus der Analyse der Nd-Isotope in Bohrkernen aus Tiefseebohrungen rekonstruiert haben, beginnt in der späten Kreidezeit, als die Erde sich zwischen zwei Treibhaus-Phasen befand. Das Klima hatte sich für einige zehn Millionen Jahre abgekühlt, nachdem es vor etwa 90 Millionen Jahren in der Mitte der Kreidezeit seine heißeste Phase erreicht hatte. Aber trotz der langen Abkühlphase war der Meeresspiegel zum Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren höher als heute. Der Atlantische Ozean war noch jung und deutlich kleiner, und das nord- und südatlantische Becken war flacher als heute. Die Ozeanpassage, die auf der Höhe des Äquators zwischen Südamerika und Afrika verlief, erlaubte während der späten Kreidezeit nur einen oberflächlichen Wasseraustausch. Aktive Unterwasser-Vulkane bildeten Berge und Plateaus auf dem Meeresboden, die eine freie Zirkulation der Tiefenströmungen behinderten. Im südlichen Atlantik bildete sich der Walfischrücken als steiler Rücken über einem vulkanischen Hotspot. Er befand sich teilweise sogar oberhalb des Meeresspiegels.

Als der Atlantische Ozean sich weiter öffnete, kühlte die Erdkruste am Meeresboden ab und die vulkanische Aktivität ließ nach. Die Becken wurden tiefer und größer, die untermeerischen Plateaus und Meeresrücken sanken zusammen mit der Erdkruste ab. An einem bestimmten Punkt konnte das Tiefenwasser aus dem südlichen Ozean den Walfischrücken in Richtung Norden überqueren und die tieferen Becken des Atlantiks füllen. „In unserer Studie haben wir erstmals herausgefunden, wann und wie diese Verbindung entstand“, sagt Sietske Batenburg, die Erstautorin der Studie. „Vor 59 Millionen Jahren wurde der Atlantische Ozean Teil jener Strömung, die vier der fünf Weltmeere miteinander in einem großen, weltumspannenden Kreislauf verbindet.“

Was kann man daraus für die Gegenwart lernen?

Die Studie hat gezeigt: Um die Rolle der Meeresströmungen in früheren Warmzeiten zu verstehen, ist es wichtig, zwischen geographischen Einflüssen und klimatischen Antrieben zu unterscheiden. Auch für die Gegenwart können wir etwas daraus lernen, denn das Treibhausklima der Kreidezeit und des frühen Eozäns könnten als Modelle für künftige Klimaveränderungen dienen.

Informationen: Goethe-Universität

Foto: CrazyCloud/ Fotolia

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Autos nach Unfall auf der A5 ausgebrannt

Polizeiwagen

Gestern Nachmittag stießen auf der A5, auf Höhe des Nordwestkreuzes, zwei Autos zusammen, die anschließend komplett ausbrannten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Gegen 17.30 Uhr waren ein Skoda und ein Mercedes-Kleinbus auf der linken Spur der A5 in Richtung Kassel unterwegs. Auf Höhe des Nordwestkreuzes stockte der Verkehrs, weshalb der 40-jährige Skodafahrer bremsen musste. Der Mercedesfahrer, 53 Jahre alt, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in den Skoda. Der Mercedes fing nach dem Zusammenstoß an zu brennen und die Flammen griffen schnell auf den Skoda über. Der Feuerwehr gelang es, den Brand zu löschen, jedoch sind beide Fahrzeuge komplett ausgebrannt und es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Die Autobahn Richtung Kassel war wegen der Lösch- und Bergungsarbeiten kurze Zeit voll und bis circa 20.00 Uhr teilweise gesperrt. Kurzzeitig mussten auch die beiden linken Spuren der A5 in Richtung Darmstadt gesperrt werden.

Informationen: Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Gymnasium Riedberg bekommt WLAN

Die Koalition hat sich auf ein gemeinsames Vorgehen zur Ausstattung der Frankfurter Schulen mit WLAN geeinigt. In der Koalitionsrunde verständigten sich CDU, SPD und Grüne auf ein Konzept, das sich an den Bedürfnissen der Schulen orientiert und ihnen Wahlmöglichkeiten in der Ausstattung mit WLAN gibt. Für unseren Stadtteil bedeutet das konkret: Das Gymnasium Riedberg gehört zu den Pilotschulen in der Stadt, die bereits in den Osterferien 2019 WLAN bekommen.

„Ich danke Bildungsdezernentin Sylvia Weber und IT-Dezernent Jan Schneider, dass sie das wichtige Projekt WLAN für Schulen endlich gemeinsam auf den Weg bringen und damit die Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Unterricht schaffen. Ziel ist es, perspektivisch alle Frankfurter Schulen mit WLAN auszustatten“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber wertet die Einigung als großen Erfolg: „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgehen kann. Die ersten Schulen werden in den Osterferien ausgestattet. Für die Einrichtung von WLAN an allen Frankfurter Schulen sind knapp 8 Millionen Euro veranschlagt.“

Das WLAN Pilotprojekt beginnt mit insgesamt knapp 30 Schulen, die in verschiedenen Ausstattungsvarianten drahtloses Internet erhalten.

So soll der Unterricht mit WLAN funktionieren

In einer ersten Variante können die Schülerinnen und Schüler der Pilotschulen mit den Laptops und Tablets auch auf die Ressourcen des pädagogischen Netzes zugreifen und damit digitale Schulbücher und Videosequenzen ansehen oder Aufgaben und Arbeitsblätter in der Schulcloud bearbeiten.

Alternativ können die Pilotschulen eine offene WLAN-Lösung durch das städtische Amt für Informations- und Kommunikationstechnik erhalteIn, die eine einfache Zugänglichkeit bietet und ohne Nutzerkennungen auskommt.

Bis zu 15 weitere Schulen können sich selbst über einen externen Anbieter WLAN installieren lassen, wenn sie ein entsprechendes pädagogisches Konzept vorlegen.

Die Bandbreite der möglichen Einsatzszenarien von WLAN im Unterricht reicht von der Programmierung von Webseiten über den drahtlosen Zugriff auf eLearning-Anwendungen, die Gestaltung einer digitalen Schülerzeitung, die Erstellung von Filmen und Präsentationen mit Hilfe von Tablets, die Aufnahme und Überprüfung von Bewegungsabläufen im Sportunterricht bis hin zu interaktiver Lern- und Therapiesoftware bei Förderschulen.

Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fließen in die Planung für die stadtweite WLAN-Ausstattung der Schulen ein. Dafür werden im Personaldezernat zusätzlich insgesamt fünf neue Stellen ab 2019 geschaffen.

Informationen: Stadt Frankfurt

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Apfel- und Quittensaft „made in Riedberg“

Frisches Obst

2017 war ein hartes Jahr für alle Apfelfreunde. Durch den Frost während der Apfelblüte im Frühjahr fiel die Ernte auch auf dem Riedberg karg aus. Die Kelteraktion der IG Riedberg musste deshalb ausfallen.

„Umso mehr freuen wir uns, dass die Äpfel in diesem Jahr ihr Comeback gegeben haben – mit einem ordentlichen Ertrag, auch wenn es wegen des trockenen Sommers nicht so viel zu ernten gab wie vor zwei Jahren“, so IG-Vorstand Markus Schaufler. Über 30 Helfer haben Ende Oktober mit angepackt und 450 kg Äpfel von den Bäumen geholt. Dazu kamen noch 200 Kilo Quitten. Daraus hat man anschließend mit der Kelter leckeren Saft gemacht.

Diesen lokalen Apfel- und Quittensaft von ungespritzten und ungedüngten Bäumen kann man jetzt wieder bei der IG kaufen. Wer Interesse hat, kann einfach eine Nachricht über das Kontaktformular des Vereins schreiben.

Falls noch etwas übrig ist, bieten gibt’s den leckeren Saft auch wieder auf dem Riedberger Weihnachtsmarkt an, der am 15. und 16. Dezember stattfinden wird.

Informationen: IG Riedberg

Foto: Archiv

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Insektensterben – eine schleichende Katastrophe

„Wespen sind wichtige ökologische Regulatoren“, sagt der Biologe Bruno Streit, Seniorprofessor für Ökologie und Evolution der Goethe-Universität am Campus Riedberg, „doch wer denkt schon daran, wenn sie auf dem Zwetschgenkuchen sitzen?“ Dass vor allem jüngere und weniger gebildete Menschen die Bedeutung von Insekten für Ökosysteme unterschätzen, fanden er und seine Kollegen von Bio-Frankfurt kürzlich bei einer Befragung von 1979 Personen heraus. In einem Interview für das Online-Magazin der Goethe-Universität reflektiert Streit über Ursachen und mögliche Lösungen.

Heute gibt es 80 Prozent weniger Insekten in der Luft als zu Zeiten unserer Großeltern. Ältere Menschen bereuen das schleichende Verschwinden der summenden Vielfalt mehr als jüngere. Vielleicht, weil die es nicht anderes kennen. Aber laut Umfrage ist die richtige Einschätzung des Insektensterbens auch eine Frage der Bildung. Das unterscheidet die schleichende Katastrophe am meisten von den plötzlichen, deren Folgen direkt spürbar sind.

„Wären schlagartig alle Insekten verschwunden, würden alle insektenbestäubten Blütenpflanzen verschwinden, Ab- und Umbauprozesse im Wald weitgehend zum Erliegen kommen. Die auf Insektennahrung spezialisierten Vögel, Fledermäuse, Igel und Spitzmäuse würden weitgehend oder ganz aussterben“, erklärt Bruno Streit. Erst im Laufe vieler Millionen Jahre könnte sich theoretisch wieder eine neue entsprechende Vielfalt einstellen. „So weit wird es zwar nicht kommen, aber eine Abnahme der Singvögel ist teilweise bereits eingetreten“, fügt er hinzu.

Das hat auch wirtschaftliche Folgen. Auf chinesischen Obstplantagen wird die Obstblütenbestäubung teilweise schon durch Menschen auf Leitern vorgenommen. Kurzfristig erwartet Streit, dass einige Produkte wie Obst teurer werden. „Wenn aber die globalisierte Weltwirtschaft schrumpft oder zusammenbricht – ein Szenario, das wir derzeit alle ausblenden – und die Bevölkerung auch bei uns wieder stärker zu einer regionalen Selbstversorgung übergeht, werden sich die Nachteile einer irreversibel verarmten Natur durchaus drastisch zeigen“, warnt der Experte.

Denn mit der biologischen Vielfalt verschwinden auch genetische Ressourcen von unserem Erdball. Gezüchtete Pflanzen und Tiere sind meist genetisch verarmt und spezialisiert. Damit erhöht sich das Risiko, dass sie künftigem Parasiten- oder Klimastress zum Opfer fallen. Viele der wenig bekannten Wildarten beherbergen zudem auch Substanzen oder Fähigkeiten, die für uns in der Zukunft noch interessant werden könnten.

Wie man Menschen für die Folgen des Insektensterbens sensibilisieren kann, ist für Bruno Streit und seine Kollegen bei Bio-Frankfurt ein großes Thema. „Man kann die Farbenpracht des Ligusterschwärmers zeigen, die beeindruckende Größe des Hirschkäfers und die Nützlichkeit der vielen Bestäuber für Wildpflanzen und unser Obst zu erläutern. Aber da kommt man bei Menschen mit Ekel, Phobien oder notorischem Desinteresse an ‚Krabbeltieren‘ rasch an die Grenzen seiner Überzeugungskraft“, weiß Streit aus Erfahrung. Viele Kollegen nutzten daher die Honigbiene als Sympathieträger. Aber ausgerechnet die sei ein gezüchtetes Hochleistungsnutztier, das – so wird oft vermutet – regional manche der derzeit noch rund 500 Wildbienenarten erheblich unter Existenzdruck setzt.

Lässt sich das Insektensterben überhaupt noch aufhalten? „Grundsätzlich wäre es noch möglich, die ursprüngliche Insektenfauna wieder zum Krabbeln und Summen zu bringen. Aber dazu müsste unser Landschafts- und Landwirtschaftskonzept radikal geändert werden“, so Streit.

Pessimisten wenden ein, dass es politisch nicht umsetzbar sein wird, die endlosen Monokulturen, regulierten Wasserläufe, die Benebelungen durch Biozide und die Verfrachtungen von Schad- und Düngestoffen über Wind, Niederschläge und Sickerwasser zu unterbinden. Denn darüber hinaus müssten auch wieder Hecken, Blumenwiesen und weitere Freiflächen zu Lasten der Landwirtschaftsflächen generiert werden, die zu einem großen Teil der Produktion von Viehfutter dienen. Das würde Kosten, Lohneinbußen und soziale Spannungen erzeugen und letztlich auch die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt mindern.

Als Kompromiss fordern Streit und seine Kollegen von Bio-Frankfurt den Erhalt von so viel Strukturvielfalt und Niedrigbelastung, wie möglich und sozial akzeptabel ist. Sie setzen sich dafür ein, bei Kindern und noch naturnah empfindenden Erwachsenen den emotionalen Bezug zur Natur zu stärken. Neben den traditionellen Schutzgebieten plädieren sie auch für die Einrichtung von „Wildnis“-Arealen wie sie gerade auf der ehemaligen Müllkippe „Monte Scherbelino“ in Frankfurt entstehen. „Dann hat auch der Nicht-Biologe wieder eine Chance, zu sehen und zu erleben, wie sich Natur entwickelt. Denn das Verständnis ergibt sich nicht einfach durch den Besuch der Zoologischen und Botanischen Gärten oder Museen, so wertvoll und wichtig diese als zusätzliche Motivationshelfer sind und bleiben!“, schließt Streit.

Informationen: Goethe-Universität

Foto: C. Schüßler

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Schüler entwickeln Ideen für ein nachhaltiges Europa

Zehn Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen des Gymnasiums Riedberg haben sich gemeinsam mit ihren Lehrern auf den Weg nach Zentralspanien gemacht, um sich dort mit anderen Jugendlichen aus Frankreich, Italien und Spanien über ihre Ideen für eine nachhaltige Lebensweise auszutauschen. Die Begegnungsfahrt, die den Auftakt des von der EU geförderten Erasmus+ Projektes „Tomorrow“ bildete, fand vom 4.-10. November in Valladolid statt. Das Projekt ist englischsprachig und wird vom Gymnasium Riedberg geplant und geleitet.

Schüler bauen funktionstüchtiges Solarthermie-Panel

Während der Woche in Spanien konnten die Jugendlichen bei spannenden Ausflügen und Workshops erforschen, welche Möglichkeiten und Technologien ein nachhaltiges und energieeffizientes Handeln ermöglichen und wie ein ressourcenschonender Umgang mit der Natur gelingt. So erkundeten die Schülerinnen und Schüler im Umweltlernzentrum PRAE eine anschauliche Nachbildung verschiedener Ökosysteme der Erde und lernten Möglichkeiten ökologischer Landwirtschaft sowie alternativer Energiegewinnung kennen. Schließlich durften sie selbst kreativ werden und ein funktionstüchtiges Solarthermie-Panel bauen.

Schüler aus vier europäischen Ländern entwickeln im Umweltlernzentrum PRAE in Valladolid gemeinsam ein Solarthermie-Panel Foto: Johanna Müller

Bei dem Besuch einer Fabrik für nachhaltige Heizpellets konnten die Jugendlichen hautnah die Produktionsabläufe vom Schreddern der Baumstämme bis hin zum Pressen und Verpacken der Pellets beobachten. Auch hier wurde deutlich, dass Energiegewinnung nicht die Verschwendung von Ressourcen bedeuten muss: Die Wärme zum Trocknen des Holzes für die Pellets wird erzeugt, indem die Rinde der Bäume, die ohnehin als Abfallprodukt abfällt, verbrannt wird.

Auch der Geschmack von Churros und Tortillas bleibt in Erinnerung

Neben den projektorientierten Ausflügen wurde das Programm durch eindrucksvolle touristische Attraktionenabgerundet. Die Schülerinnen und Schüler besichtigten gemeinsam die hübsche Altstadt und das prunkvolle Rathaus von Valladolid und schlenderten durch die Gassen der Universitätsstadt Salamanca, vorbei an imposanten Bauwerken wie der Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert. Durch die herzliche und gastfreundliche Unterbringung und Bewirtung durch die spanischen Gastfamilien konnten die Frankfurter Jugendlichen tief in die spanische Kultur eintauchen. Der Geschmack von frischen Churros oder hausgemachten Tortillas wird so manchen sicherlich in Erinnerung bleiben. Ebenso die Erkenntnis, dass es möglich ist sich mit Händen und Füßen oder notfalls über den Google Übersetzer mit Jugendlichen aus ganz Europa zu verständigen, auch wenn einem die richtige Vokabel nicht immer einfallen will.

Zurück in Frankfurt können die Jugendlichen ihre neuen Eindrücke und Ideen nun mit den anderen Mitgliedern der 30-köpfigen Erasmus-AG des Gymnasium Riedberg teilen und gemeinsam weiterentwickeln. Diese trifft sich jeden Freitag, um über einen Zeitraum von zwei Jahren Lösungen für globale Probleme wie zum Beispiel Müll, Umweltverschmutzung, Abholzung der Wälder, Nahrungsmittelknappheit oder schlechte Luft in den Städten zu entwerfen.

Natürlich können die Gymnasiasten nicht die ganze Welt retten – aber sie haben sich fest vorgenommen, in ihrer Schule und dem Stadtteil Riedberg in kleinen lokalen Projekten ihre Mitmenschen zum nachhaltigen Denken und Handeln anzuregen. Dasselbe geschieht zeitgleich in den Erasmus-Gruppen der drei Partnerschulen in Valladolid, Syrakus (Sizilien) und Marmande (Frankreich). Bei der nächsten Austauschfahrt im Frühjahr auf Sizilien werden die Jugendlichen aus vier Ländern sich dann wieder begegnen, über ihre jeweiligen lokalen Projekte diskutieren und mit neuen Ideen und Eindrücken in die nächste Projektphase starten.

Text: Gymnasium Riedberg

Fotos: Johanna Müller

Teile diesen Beitrag mit Freunden

Vereine sammeln Unterschriften für eine (neue) Halle

Am Samstag ist hier eine große Party, die 18. Oldie-Night des FC Kalbach. Am Wochenende fand hier erst die Kinderbuchmesse statt, mit weit über 1000 Besuchern. Demnächst folgt ein Weihnachtsmarkt und Gruppen des Riedberger SV trainieren auch mehrmals pro Woche in der so genannten „Alten Turnhalle“ am Grubweg. Dass der Bau aus den 20er bis 60ern des vergangenen Jahrhunderts renovierungsbedürftig bis baufällig ist, Asbest inklusive, ist bekannt. Nachdem jetzt im Ortsbeirat denkbar knapp für den Abriss und gegen eine Renovierung gestimmt wurde, rückt das Ende der alten Halle immer näher. Zumal auch das Baudezernat diese Lösung zu favorisieren scheint. Was aber kommt dann? Jetzt schlagen vier große Vereine Alarm und sammeln Unterschriften unter dem Motto: „Kalbach-Riedberg braucht auch in Zukunft einen Versammlungsraum“.

Vereine betonen, dass „jede Unterschrift zählt“

„Wir haben Sorge, dass die Alte Turnhalle abgerissen wird und – aus welchen auch immer nachvollziehbaren Gründen – kein oder unzureichender Ersatz geschaffen wird“, erklärt Hans J. Troost Vorsitzender des Kinderverein Kalbach. Auch Gaby Nagel vom Riedberger SV, der mit seinem stetig wachsenden Angebot auf die Halle angewiesen ist, betont, dass „jede Unterschrift zählt“. Die Kerbeburschen und der FC Kalbach gehören ebenfalls zu den Initiatoren.

Bei der Kinderbuchmesse konnte man bereits mehr als 200 Unterschriften sammeln. Ab sofort liegen auch Listen in der Kinderbücherei Kalbach (Altes Rathaus in Kalbach), im Clubhaus des FC Kalbach (Am Hopfenbrunnen 51) und in der KITA Sonnenwind (Zum Stulen 1) aus. Außerdem im Rahmen von Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Oldie Night morgen.

„Wir freuen uns über Angebote, unsere Unterschriftensammlung in Geschäften oder Einrichtungen auszulegen. Insbesondere am Riedberg, da der Riedberger SV keine eigenen Vereinsräume hat“, so Hans J. Troost. Das notwendige PDF könne man beim Kinderverein erhalten.

Baudezernent favorisiert Mehrzweckraum in einem Kita-Neubau

Baudezernent Jan Schneider (CDU), selbst aus Kalbach, hat bereits im September für eine neue Möglichkeit geworben: Für einen Mehrzweckraum im Rahmen eines Kita-Neubaus am Hasensprung am Rande von Kalbach. Das wäre ein „Riesen-Synergieeffekt“, nicht nur finanziell.

Da wären aber vermutlich nur Hallenschuhe erlaubt, die Größe des Raumes ist unklar und ein möglicher Fertigstellungszeitpunkt „steht sowieso noch in den Sternen“, wie Skeptiker vorbringen. Auch Ortspolitiker von SPD und Grünen sprechen von einer „schwer zu lösenden zeitlichen Konkurrenz in den frühen Nachmittagsstunden“. Viele Pkw-Anfahrten in dieser ruhigen Wohngegend könnten zusätzlich zum Problem werden. Manche fürchten außerdem, dass die Stadt damit liebäugeln könnte, das attraktive Turnhallen-Grundstück zu verkaufen. Denn es ist fraglich, ob die Variante Neubau am alten Grundstück mitten im Wohngebiet überhaupt genehmigungsfähig wäre.

Appell an die Entscheidungsträger

Ein wichtiger Treffpunkt wäre dann Geschichte. Dagegen wollen die oben genannten Vereine ab sofort Unterschriften sammeln. Der letzte Satz des Aufrufs ist ein Appell: „Sehr geehrte Entscheidungsträger, bitte berücksichtigen Sie diese Notwendigkeit in Ihrem Entscheidungsprozess und tragen dafür Sorge, dass den Anforderungen der Vereine und Gruppierungen im wachsenden Stadtteil Rechnung getragen wird.“

Fotos: Kinderverein Kalbach/ MAINRiedberg

Teile diesen Beitrag mit Freunden