Schlagwort: Kalbach-Riedberg

Bevölkerungsschutz in Kalbach-Riedberg: Magistrat nimmt Stellung zur Krisenvorsorge

Symbolbild zum Thema Krisenvorsorge

Wie gut ist der Stadtteil Kalbach-Riedberg auf langanhaltende Stromausfälle oder andere Krisenszenarien vorbereitet? Diese Frage warf die FDP-Fraktion im Januar 2026 mit einem Antrag unter dem Titel „Bevölkerungsschutz in Kalbach-Riedberg – Zeitenwende jetzt!“ auf.

Hintergrund waren unter anderem großflächige Stromausfälle in Berlin sowie die Sorge vor Sabotageakten auf kritische Infrastrukturen. Die Antragsteller forderten einen lokalen Vorsorgeplan und warnten davor, den Zivilschutz rein als Aufgabe des Bundes zu sehen. Nun liegt die offizielle Stellungnahme des Magistrats aus dem Mai 2026 vor, die detailliert auf die verschiedenen Infrastrukturbereiche eingeht.

Notunterkünfte und öffentliche Einrichtungen

Im Krisenfall sieht die Frankfurter Krisenplanung Liegenschaften im Stadtgebiet vor, die als Notunterkünfte eingerichtet werden können. Die dafür notwendige Ausstattung, wie etwa Feldbetten, wird zentral im Katastrophenschutzlager der Stadtverwaltung vorgehalten und im Bedarfsfall in den Ortsbezirk transportiert. Eine feste Bevorratung direkt vor Ort in den Sporthallen des Stadtteils existiert somit nicht.

Schulen und Kindertageseinrichtungen im Ortsbezirk 12 verfügen zudem über keine Notstromaggregate, um den regulären Betrieb bei einem Stromausfall aufrechtzuerhalten. Der Magistrat verweist darauf, dass hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht und derzeit keine entsprechenden Nachrüstungen vorgesehen sind.

Nahversorgung und öffentlicher Nahverkehr

Auch für das Nahversorgungszentrum am Riedbergplatz sowie die Supermärkte in Kalbach und am Riedberg sind keine städtischen Notstromaggregate eingeplant. Eine rechtliche Pflicht zur Vorhaltung solcher Geräte existiert für die privaten Betreiber nicht.

Beim öffentlichen Nahverkehr hängt der Betrieb der U-Bahnen direkt am öffentlichen Stromnetz. Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF) transformiert die Netzspannung in eigenen Gleichrichterwerken für den Fahrstrom. Fällt ein Versorgungsabschnitt aus, kann die Leitung teilweise über benachbarte Abschnitte gespeist werden. Auf die generelle Sicherheit der externen Netzeinspeisung hat die VGF jedoch keinen Einfluss.

Energieversorgung, Feuerwehr und Altenheime

Die Fernwärmeversorgung, die große Teile des Riedbergs versorgt, wird durch die Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) und die Mainova AG sichergestellt. Beide Unternehmen verfügen über interne Krisenpläne sowie ein abgestuftes Last- und Engpassmanagement. Da das Frankfurter Fernwärmenetz als Verbundnetz organisiert ist und von mehreren Erzeugungsanlagen gespeist wird, gilt die Versorgung als hochverfügbar.

Die Freiwillige Feuerwehr Kalbach ist im Krisenfall voll einsatzbereit und dient zudem als offizielle Notfallmeldestelle für die Bevölkerung. Keine konkreten Angaben konnte der Magistrat hingegen zu den Alten- und Pflegeheimen machen. Die Krisenvorsorge und eventuelle Evakuierungsplanungen liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Träger.

Eigenvorsorge und Informationsangebote

Der Magistrat betont deutlich, dass der Katastrophenschutz den Ausfall kritischer Infrastruktur bei extremen Schadenslagen nicht vollständig kompensieren kann. Daher wird nachdrücklich an die Eigenvorsorge der Bürger appelliert. Informationsmaterialien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie spezielle Hinweise der Feuerwehr Frankfurt stehen hierzu online bereit.

Auf Aufklärung wird bereits gesetzt: Die Branddirektion erreicht mit Brandschutz-Erziehungen jährlich rund 6.000 Vorschul- und Grundschulkinder. Für ältere Schüler gibt es im aktuellen Lehrplan zwar noch keine Pflichtschulungen, die Kultusministerien beraten jedoch darüber. Aktuell wird ein Konzept für Projekttage in der 9. Jahrgangsstufe erarbeitet, dessen flächendeckende Umsetzung jedoch personalintensiv ist. Nachhaltig soll vor allem die Fortbildung von Lehrkräften gestärkt werden.

Zusätzlich informieren die Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei Festen, Tagen der offenen Tür sowie in kostenlosen Erste-Hilfe-Kursen über den Selbstschutz. Entsprechende Kurse der Volkshochschule stießen in der Vergangenheit allerdings auf nur geringe Nachfrage, sollen aber weiter vorgehalten werden. Eine weitergehende Ausweitung des Angebots im Stadtteil erfordert laut Magistrat zusätzliche personelle und strukturelle Rahmenbedingungen.

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Kalbach-Riedberg tritt in die Pedale: Stadtradeln 2026 startet durch!

Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert und Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez rufen zur Stadtradeln-Aktion unter dem Motto „Tschau Stau“ auf.

Frankfurt macht sich bereit für den Endspurt in Sachen Klimaschutz. Am Freitag, den 1. Mai, fällt in unserer Stadt der offizielle Startschuss für die diesjährige Stadtradeln-Kampagne. Drei Wochen lang, bis zum 21. Mai, sind alle Bürger aufgerufen, das Auto stehen zu lassen und möglichst viele Wege im Alltag mit dem Fahrrad zurückzulegen. Es geht darum, ein deutliches Zeichen für nachhaltige Mobilität zu setzen und gemeinsam Kilometer für eine grünere Zukunft zu sammeln.

Kalbach-Riedberg aufgepasst: Werden wir der aktivste Stadtteil?

Für uns im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg gibt es dieses Jahr eine ganz besondere Motivation. Neu im Programm ist nämlich die Prämierung der zwei Stadtteile, die die meisten Teilnehmer mobilisieren können. Das ist die perfekte Gelegenheit für alle Riedberger und Kalbacher, Teamgeist zu beweisen. Ob beim Weg zur Arbeit, zum Einkaufen im Riedberg Zentrum oder zum Sport – jeder Kilometer zählt.

Die Anmeldung ist kinderleicht: Jeder, der in Frankfurt lebt, arbeitet, zur Schule geht oder einem hiesigen Verein angehört, kann online ein Team gründen oder einem bestehenden beitreten. Über die praktische Stadtradeln-App lassen sich die zurückgelegten Strecken ganz bequem erfassen. Die so gesammelten Daten werden übrigens anonymisiert ausgewertet, um die Radverkehrsinfrastruktur der Stadt gezielt weiter zu verbessern.

Klimaschutz, der Spaß macht und sich auszahlt

Dass sich der Einsatz für die Umwelt lohnt, beweisen die beeindruckenden Zahlen des Vorjahres. Über 8.000 Teilnehmer legten in Frankfurt insgesamt mehr als 1,6 Millionen Kilometer auf dem Sattel zurück. Das entspricht etwa 40 Erdumrundungen. Dabei wurden über 264 Tonnen CO2 eingespart. Um diese Zahl zu verdeutlichen: Eine Tonne CO2 wird bei einer Autofahrt von rund 3.300 Kilometern oder einem Flug von Frankfurt nach New York ausgestoßen.

Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, betont, dass jeder Kilometer auf dem Fahrrad nicht nur Emissionen spart, sondern auch die eigene Gesundheit stärkt. Auch Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert hebt hervor, dass das Rad gerade auf Kurzstrecken oft die schnellste und effizienteste Wahl ist.

Neben dem guten Gewissen winken auch attraktive Sachpreise:

  • Familien können einen Gutschein über 500 Euro als Zuschuss für ein neues Fahrrad gewinnen.
  • Unternehmen haben die Chance auf einen Cateringgutschein im Wert von 1.000 Euro.
  • Schulen werden in einer eigenen Kategorie für ihr Engagement ausgezeichnet.

Wichtige Termine für den Kalender

Wer zum Auftakt direkt dabei sein möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Freitag, 1. Mai: Das Umweltamt ist mit einem Infostand am Opernplatz vertreten, passend zum Radklassiker Eschborn-Frankfurt.
  • Sonntag, 3. Mai: Das große „Anradeln“ startet um 14:30 Uhr am Opernplatz. Gemeinsam mit Dezernentin Zapf-Rodríguez und Dezernent Siefert geht es auf eine Tour, die gegen 16 Uhr im Hafenpark endet.
  • Sonntag, 10. Mai: Beim Jubiläumsfest „25 Jahre Grüngürtel-Tier“ am Alten Flugplatz informiert das Umweltamt an einem Stand über die Aktion. Zudem startet dort ein Kilometersammel-Rekordversuch unter dem Motto „Um die Welt!“.

Organisiert wird die Aktion vom Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main, unterstützt von Partnern wie dem Radfahrbüro, dem Sportamt und dem ADFC. Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit zur Registrierung finden Sie unter frankfurt-greencity.stadtradeln.de.

Also Kalbacher & Riedberger: Schwingt euch auf die Räder und zeigt Frankfurt, welcher Stadtteil den stärksten Tritt in die Pedale hat!


Ergänzende Links

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„Mach. Dein. Jahr.“: Kalbach-Riedberg wird bundesweite Pilotregion für das neue Gesellschaftsjahr

Symbolbild zum Freiwilligen Gesellschaftsjahr

Für rund 1.500 Jugendliche im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg hat der Postbote in diesen Tagen ein besonderes Schreiben im Gepäck. In ihren Briefkästen finden sie eine Einladung, die von höchster politischer Ebene unterzeichnet wurde: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Jugendministerin Heike Hofmann werben persönlich für das Pilotprojekt „Mach. Dein. Jahr.“.  Kalbach-Riedberg wurde dabei bewusst als eine von zwei hessischen Modellregionen ausgewählt, da der Bezirk bereits als Pilotstadtteil der „Bildungskommune“ fungiert.

Ein Gutschein für die Zukunft

Kern der Postsendung ist ein Gutschein für ein freiwilliges Gesellschaftsjahr. Dieses Angebot richtet sich an alle jungen Menschen zwischen 16 und 20 Jahren, die im Stadtteil wohnen oder hier zur Schule gehen. Das Ziel des Projekts ist es, den Zugang zu Freiwilligendiensten massiv zu erleichtern und Hürden abzubauen.

Dabei geht es um mehr als nur ein klassisches Soziales Jahr. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen verschiedenen Bereichen:

  • Soziales Engagement: Einsatz in Kitas, Krankenhäusern oder Seniorenheimen.
  • Ökologie: Projekte im Natur- und Umweltschutz.
  • Bevölkerungsschutz: Mitarbeit bei Rettungsdiensten oder Feuerwehren.
  • Freiwilliger Wehrdienst: Einblick in die Arbeit der Bundeswehr.

Besondere Chancen für Riedberger Jugendliche

Als Teil der Modellregion genießen die Riedberger Jugendlichen exklusive Vorteile, die über das reguläre Angebot hinausgehen. Das Pilotprojekt simuliert erstmals einen „Rechtsanspruch“ auf einen Freiwilligendienst. Das bedeutet, dass jeder Interessierte die Gewissheit hat, einen passenden Platz zu finden – unterstützt durch ein engmaschiges Beratungsnetzwerk, das auch direkt vor Ort in Schulen und Jugendzentren aktiv wird.

Ein entscheidender Faktor ist die finanzielle Absicherung. Während Freiwilligendienste oft an einer zu geringen Aufwandsentschädigung scheitern, wird im Rahmen des Projekts ein Entgelt auf BAföG-Niveau erprobt. Je nach Lebenssituation bedeutet dies eine Vergütung zwischen etwa 534 Euro (bei Wohnsitz im Elternhaus) und bis zu 855 Euro (bei eigener Wohnung), ergänzt durch eine Mobilitätspauschale und das weiterhin gezahlte Kindergeld. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Engagement nicht am Geldbeutel scheitert.

Wissenschaftliche Begleitung und gesellschaftlicher Nutzen

Hinter dem Projekt steht eine breite Allianz aus Trägern wie den »Freunden Waldorf Freiwilligendienste«, dem Deutschen Roten Kreuz und kirchlichen Verbänden. Das Projekt wird bis Ende 2027 wissenschaftlich begleitet, um herauszufinden, ob ein garantierter Rechtsanspruch und eine bessere Bezahlung tatsächlich mehr junge Menschen für den Dienst an der Gemeinschaft begeistern können.

Ministerpräsident Boris Rhein sieht darin eine große Chance für die persönliche Entwicklung: „Ein freiwilliges Gesellschaftsjahr ist für junge Menschen eine vielversprechende Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und sich persönlich weiterzuentwickeln“. Gleichzeitig stärke der Einsatz den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hessen.

Information und Kontakt

Interessierte Jugendliche können ihren Gutschein auf der Webseite https://www.mach-dein-jahr.de/ einlösen. Dort stehen umfangreiche Informationen zum Bewerbungsprozess und zu den Einsatzstellen bereit. Für Rückfragen steht das Projektteam zudem per E-Mail unter hallo@mach-dein-jahr.de zur Verfügung.


Weiterführende/Verwandte Links

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Der lange Weg zur eigenen Mehrzweckhalle

Mehrzweckhalle Symbolbild

Der Ortsbezirk 12 zählt mittlerweile über 23.000 Einwohner, verfügt jedoch bis heute über kein eigenes Bürgerhaus oder eine zentrale Versammlungsstätte. In der letzten Sitzung des Jahres 2025 hat der Ortsbeirat nun ein deutliches Signal gesetzt: Einstimmig wurde die Forderung verabschiedet, 50.000 Euro für Planungsmittel in den städtischen Haushalt 2026 einzustellen. Ziel ist die Errichtung einer Mehrzweckhalle am Kalbacher Stadtpfad.

Ein strukturelles Defizit seit der Stadtteilplanung

Die Forderung nach einer Versammlungsstätte ist nicht neu. Bereits im Jahr 2007 wurde kritisiert, dass im Baugebiet Riedberg eine kommerziell orientierte Halle für den sogenannten „Abenteuerplaneten“ geplant war, während der Bedarf für eine sportliche und kulturelle Mehrzweckhalle zur Entlastung bestehender Einrichtungen bereits damals absehbar war.

Heute, da die bauliche Entwicklung am Riedberg nahezu abgeschlossen ist, wird das Fehlen eines Gemeinschaftszentrums als Versäumnis der ursprünglichen Planung gewertet. Aktuell müssen kulturelle Veranstaltungen, Vereinsaktivitäten und sogar die Sitzungen des Ortsbeirats in Kirchengemeinden oder Schulaulen stattfinden.

Die Grenzen der Übergangslösungen

Zwar dient die »Alte Turnhalle« in Kalbach derzeit gelegentlich als Veranstaltungsort, doch stößt sie an ihre Kapazitätsgrenzen und ist in die Jahre gekommen. So muss beispielsweise die renommierte Kinderbuchmesse »Klapperschlange« aufgrund der begrenzten Besucherzahlen in der Halle teilweise ins Freie ausweichen – auch bei schlechtem Wetter. Zudem ist der Zustand der Halle technisch und infrastrukturell für langfristige kulturelle Nutzungen wie Theater- oder Tanzvorführungen unzureichend.

Parallel dazu bemüht sich der Ortsbeirat um die Öffnung von Schulstandorten. Ein Antrag vom Januar 2025 fordert einen verbindlichen Zeitplan, um etwa die Aula der Josephine-Baker-Gesamtschule für Stadtteilgruppen zugänglich zu machen. Dennoch betont die Politik, dass Schulräume die steigende Nachfrage mittelfristig nicht allein decken können.

Standortfragen und Verwaltungshürden

Der Magistrat prüft derzeit die Errichtung der Halle am Kalbacher Stadtpfad, direkt neben einem geplanten Kinderzentrum. Ein Hindernis stellt die Eigentumssituation dar, da sich das Areal überwiegend nicht im Besitz der Stadt Frankfurt befindet. Gespräche mit der Eigentümerin dauern an.

In der politischen Debatte zeichnen sich unterschiedliche Schwerpunkte ab:

  • Verwaltung: Die SPD forderte erfolgreich, dass die Halle unter städtischer Verwaltung stehen muss, um den barrierefreien Zugang für alle Bürger zu garantieren und Probleme bei der Trägersuche zu vermeiden.
  • Infrastruktur: Während die CDU betont, dass ausreichend Parkplätze vorhanden seien, äußerten die Grünen Bedenken hinsichtlich der engen Zufahrtswege im Kalbacher Stadtpfad.
  • Kulturelles Potenzial: Die neue Halle soll nicht nur Vereinen dienen, sondern auch Platz für Ausstellungen bieten, etwa für Funde aus dem fränkischen Gräberfeld in der Talstraße oder zur Entstehungsgeschichte des Riedbergs.

Obwohl der Magistrat noch im September 2024 keine konkrete Zusage über den Zeitpunkt der Realisierung machen konnte, unterstreicht die nun beschlossene Etatanregung die Entschlossenheit des Ortsbeirats, das Projekt „Mehrzweckhalle“ nach jahrelangem Warten in die Umsetzungsphase zu überführen.


Ironie der Geschichte: Kalbach hatte bis in die 1990er Jahre noch ein Bürgerhaus mit Kegel- oder Bowlingbahn und Gastronomie am Weißkirchener Berg. Dort stehen jetzt Reihenhäuser.

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Landwirtschaftlichen Verkehr zwischen Kalbach und Riedberg neu ordnen

Blick auf den Kätcheslachpark Ost

Egoismus weniger geht zu Lasten vieler Bürger

Im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg gibt es Bestrebungen, den landwirtschaftlichen Verkehr zwischen Kalbach und Riedberg neu zu ordnen. Diese Initiative, die vom Ortsbeirat (12) angestoßen wurde, zielt darauf ab, die Felder und Wiesen für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge zugänglich zu halten und gleichzeitig unberechtigten motorisierten Verkehr zu unterbinden.

Hintergrund der Anregung

Die Anregung zur Neuordnung des landwirtschaftlichen Verkehrs wurde am 05.07.2024 eingereicht. Der Magistrat wurde gebeten zu prüfen, ob Maßnahmen ergriffen werden können, um den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen zu sichern und gleichzeitig den unberechtigten Verkehr von Autos und Lieferwagen zu reduzieren. Dies wurde wichtig, da die engen landwirtschaftlichen Straßen zwischen Kalbach und Riedberg immer wieder von Freizeitnutzern und unberechtigten Fahrzeugen frequentiert werden, was zu gefährlichen Situationen mit landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen führte.

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Felder zwischen dem Riedberg und Kalbach

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Felder zwischen dem Riedberg und Kalbach 50.183769, 8.629675

 

Konflikte zwischen Landwirten und Freizeitnutzern

In den Fluren zwischen Kalbach und Riedberg treffen unterschiedliche Nutzergruppen aufeinander: Landwirte, Radfahrer, Fußgänger und Pferdereiter. Diese Vielfalt ist grundsätzlich positiv, doch der zusätzliche unrechtmäßige motorisierte Verkehr stört die Harmonie und gefährdet die Sicherheit aller Beteiligten. Die Anregung des Ortsbeirates sollte den Konflikt zwischen diesen Gruppen zu beenden.

Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen wäre die Installation eines abschließbaren Pollers, um den Durchgang für unberechtigte Fahrzeuge zu verhindern. Doch der Magistrat hat Bedenken geäußert: Ähnliche Maßnahmen in der Vergangenheit haben sich als ineffektiv erwiesen, da die Einrichtungen häufig zerstört wurden und daher der gewünschte Effekt ausblieb. Dies wirft ein Licht auf ein größeres Problem: Der private Eigennutz einiger weniger gefährdet die Lebensqualität der gesamten Gemeinschaft.

Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Die Entscheidung des Magistrats, keine baulichen Maßnahmen zur Absicherung öffentlicher Flächen zu ergreifen, zeigt die Schwierigkeiten, mit denen der Ortsteil konfrontiert ist. Der Wunsch einiger Anwohner, die Straßen für den privaten Gebrauch zu nutzen, führt nicht nur zu Konflikten mit Landwirten, sondern auch zu einer Gefährdung der Sicherheit von Freizeitnutzern. Wenn private Interessen über das Gemeinwohl gestellt werden, leidet eben die gesamte Gemeinschaft.

Der Magistrat hat auch darauf hingewiesen, dass eine Asphaltierung dieser Wege in einem Landschaftsschutzgebiet nicht möglich ist und dass eine Verbesserung des Belags zu noch mehr unerwünschtem Schleichverkehr führen könnte.

Hier wird deutlich, dass der private Eigennutz (Befahren der Wege mit eigenem Fahrzeug), durchaus negative Auswirkungen auf das Wohl der Gemeinschaft hat.

Fazit

Die Anregungen zur Neuordnung des landwirtschaftlichen Verkehrs zwischen Kalbach und Riedberg war ein wichtiger Schritt, um die Balance zwischen landwirtschaftlichem Nutzen und Freizeitgestaltung zu finden. Doch es hat sich gezeigt, dass privater Eigennutz, zu Konflikten mit den Interessen der Gemeinschaft und einer Gefährdung der Sicherheit führt.

Nur wenn die Bürger gemeinsam an Lösungen arbeiten, die nicht nur den eigenen Interessen dienen, sondern auch das Wohl der gesamten Gemeinschaft im Blick haben, kann ein harmonisches Miteinander zwischen Landwirtschaft und Freizeitnutzung gewährleistet werden.


Quellen

  1. Anregung an den Magistrat vom 05.07.2024, OM 5754
  2. Stellungnahme des Magistrats vom 13.06.2025, ST 977
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