Wo neue Bäume gepflanzt werden und wer bei Fragen hilft
Der Ortsbezirk 12 steht im Fokus städtischer Begrünungsmaßnahmen. Während im Kätcheslachpark und in der Elly-Heuss-Knapp-Straße neue Anpflanzungen geplant sind, sorgten Baumfällungen am Sportplatz und entlang der Autobahnen zuletzt für Diskussionen.
Hier ein Überblick über die Standorte, die Hintergründe der Fällungen und das Informationsangebot der Stadt.
Neue Standorte: Hier wächst die grüne Lunge des Stadtteils
Um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität im Stadtteil zu erhöhen, sind im Ortsbezirk Kalbach-Riedberg an drei zentralen Stellen Neuanpflanzungen vorgesehen:
- Kätcheslachpark: Im Rahmen des Programms „10.000 Bäume für Frankfurt“ sollen im Bereich des Kätcheslachparks insgesamt rund 50 neue Bäume ergänzt werden. Die Standorte verteilen sich auf Flächen oberhalb und unterhalb des Kätcheslachweihers, den Bereich zwischen der Seniorenfitnessanlage und dem Feld sowie entlang des Grabens am Johann-Beyer-Weg. Ziel ist es, durch zusätzlichen Schatten die Verdunstung zu fördern und die Umgebungstemperatur im Sommer zu senken.[1]
- Elly-Heuss-Knapp-Straße: In dieser Straße werden 8 Stadtbäume ersetzt. Die ursprünglichen Bäume in den dortigen Pflanzinseln waren abgestorben und mussten entfernt werden. Die Nachpflanzung soll nicht nur das städtische Erscheinungsbild verbessern, sondern durch eine sichergestellte Bewässerung auch die Artenvielfalt im direkten Wohnumfeld fördern.
- Sportanlage des FC Kalbach: Nach umfangreichen Revitalisierungsmaßnahmen auf dem Gelände des FC Kalbach, für die mehrere Bäume weichen mussten, hat der Magistrat Ersatzpflanzungen zugesichert. Geplant ist unter anderem die Pflanzung von Säuleneichen, sobald die Baumaßnahmen an der Sportanlage abgeschlossen sind.
Unmut über Fällungen: Zwischen Vitalitätsverlust und Gesetzeslage
Nicht jede Veränderung im Baumbestand stößt auf ungeteilte Zustimmung. In Kalbach sorgten zuletzt Fällungen am Rand des Sportplatzes sowie entlang der Autobahnen A5 und A661 für Unmut in der Bevölkerung und im Ortsbeirat.
Wie Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez mitteilte, waren die Fällungen am Sportplatz unumgänglich, da bei den betroffenen Silberahornen, Feldahornen und Pappeln „erhebliche Vitalitätsdefizite“ festgestellt wurden. Die Fällungen erfolgten im Herbst 2025 nach Ende der Vogelschutzzeit.
Komplizierter stellt sich die Situation entlang der Autobahnen dar. Hier hat die Stadt Frankfurt kaum Handlungsspielraum. Seit einer Novellierung des Hessischen Naturschutzgesetzes im Jahr 2023 werden Gehölzschnitte der Autobahnmeisterei entlang von Verkehrswegen nicht als Eingriff in Natur und Landschaft gesehen, sofern sie der Verkehrssicherheit dienen. Die Stadt Frankfurt und der Hessische Städtetag hatten sich gegen diese Lockerung ausgesprochen, konnten die Zunahme der Fällungen an den Infrastrukturachsen jedoch nicht verhindern.
Das Umwelttelefon: Der direkte Draht für Bürgeranliegen
Wer Fragen zu Baumfällungen, Abfallentsorgung oder Artenschutz hat, findet beim Umwelttelefon des Frankfurter Grünflächenamtes eine kompetente Anlaufstelle. Das Angebot wird intensiv genutzt: Im Jahr 2025 gingen dort mehr als 1.250 Anrufe und rund 1.200 eMail-Anfragen ein.
Die Statistik zeigt, dass das Thema Bäume (Baumschutz und Fällanträge) mit 26 % der Anfragen der häufigste Grund für eine Kontaktaufnahme ist. Es folgen Fragen zu Abfall, Lärm und Wasser. Je nach Jahreszeit variieren die Schwerpunkte – von Wespenberatung im Sommer bis zu Beschwerden über Laubbläser im Herbst.
Gegründet wurde das Umwelttelefon bereits im Jahr 1986 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Heute dient es als bürgernahes Instrument, um verlässliche Informationen bereitzustellen und komplexe Fachfragen an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.
Das Umwelttelefon
Rufnummer: 069-212-39100
eMail: umwelttelefon@stadt-frankfurt.de
Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr.
[1] Die Umsetzung dieser beschlossenen Begrünungsmaßnahme ist derzeit noch in Diskussion. Folgende Punkte sind zu berücksichtigen:
- Pflanzzeit für Bäume ist typischerweise der Spätherbst (etwa von Mitte Oktober bis Mitte Dezember.)
- Bei dem Aktionsplan 10.000 Bäume ist das Grünflächenamt aktiv: An der A5 haben sie 20 bis 30 Obstbäume gepflanzt und in der Römischen Straße waren es ca. 25. Diese Baumpflanzungen sollen angerechnet werden.
- Der Kätcheslachpark beinhaltet große Wiesen als Ausgleichsflächen. Diese darf das Grünflächenamt nicht mit Bäumen bepflanzen das würde das [Ausgleichsflächen]-Konzept beeinträchtigen, wobei ja nicht komplette Wiesen, sondern nur Streifen entlang der Spazierwege bzw. Entwässerungsgräben bepflanzt werden sollen.
