Container statt Jugendhaus: Viertklässler können zurück in die Grundschule

Die Debatte um die Platznot in der Marie-Curie-Schule hat eine neue, überraschende Wendung genommen. Während man in der vergangenen Woche noch davon ausging, dass rund 100 Viertklässler weiterhin nachmittags im Jugendhaus betreut werden müssen plus nach den Herbstferien auch in zwei Räumen des Gymnasiums, heißt es jetzt: Ende Oktober werden voraussichtlich Metallcontainer direkt auf dem Pausenhof der Grundschule in der Graf-von-Stauffenberg-Allee aufgestellt, die für die Nachmittagsbetreuung zur Verfügung stehen.

Der Baudezernent spricht von „Wiedergutmachung“

Das kündigte Baudezernent Jan Schneider (CDU) bei der Ortsbeiratssitzung am Freitag an und sprach in diesem Zusammenhang von „Wiedergutmachung“. Denn eigentlich sollten schon längst im Auftrag des Baudezernates dauerhaftere Holzmodule auf dem Schulgelände installiert sein, die Platz für mehr Klassenräume und Sanitäranlagen schaffen. Auch die problematische Betreuungssituation wäre so überhaupt nicht entstanden. Nun also soll ein Provisorium vor dem eigentlichen Provisorium für Abhilfe schaffen.

Schneider spricht von einem „Notbehelf für acht bis neuen Wochen“. Die Stahlcontainer sollen in unmittelbarer Nähe zum Schulgebäude, auf dem Bolzplatz, platziert werden. Nur vorübergehend. „Im Moment sieht es sehr gut aus“, dass das klappt.

So berichtete MAINRiedberg in der vergangenen Woche. Jetzt hat das Baudezernat eine andere Interimslösung

Ein kurzer Rückblick: Im Schulgebäude in der Graf-von-Stauffenberg-Allee reichte seit Sommer der Platz nicht mehr für die mehr als 500 Grundschüler im Ganztag aus. Die Viertklässler sind seit Schuljahresbeginn in den Stadtteilräumen des Jugendhauses untergebracht. Wenn aber Herbst und Winter kommen und die Kinder nicht mehr im Außengelände spielen und toben können, sind auch die begrenzten Räumlichkeiten dort zu klein. Das machten Schulleitung und Elternbeirat kürzlich nochmals in einem Brandbrief an den Baudezernenten und die übrigen Beteiligten deutlich. Dort ist zu lesen: „Die Schulleitung wird die Verantwortung ab Herbst in dieser Form nicht mehr übernehmen.“ Im Klartext: So konnte es definitiv nicht weitergehen. Sonst wäre die Betreuung für einen Teil der Schüler nicht mehr möglich gewesen.

Eine enorme Erleichterung – für Kinder und Betreuer

Die Container-Interimslösung soll nun dafür sorgen, dass alles weiterlaufen kann. Noch dazu in geordneteren Bahnen. Der Weg zum Jugendhaus wird dann ab Ende Oktober für die Viertklässler entfallen. Alle Kinder können nach Schulschluss wieder auf dem Schulgelände bleiben. Das ist eine enorme Erleichterung, auch für die Betreuer.

Die Stahlcontainer bleiben, bis die größeren Holzmodule kommen. Ende Januar/ Anfang Februar sollen sie bezugsfertig sein und den dringend benötigten Platz für vier Klassen bieten. Die gesamte Nachmittagsbetreuung kann danach wieder in den dafür vorgesehenen Räumen im Erdgeschoss stattfinden. Wenn der Zeitplan diesmal eingehalten wird.

Foto: Archiv