Schlagwort: Trinkwasserversorgung

Generationenprojekt Trinkwasser: Neue Riedleitung wird an das Netz angeschlossen

Die neue Riedleitung

Die Trinkwasserversorgung der Metropolregion Rhein-Main steht vor einem entscheidenden technischen Meilenstein. Um die langfristige Versorgungssicherheit auch in Zeiten des Klimawandels zu gewährleisten, führt der Vorlieferant Hessenwasser im Januar umfangreiche Arbeiten an der sogenannten »Riedleitung« durch. Für die Bürger in Frankfurt kann dies bereits in dieser Woche kurzzeitige Auswirkungen auf das Leitungsnetz haben.

Die Riedleitung gilt als die „Lebensader“ Südhessens. Über die rund 35 Kilometer lange Verbindung werden bis zu 40 % des täglichen Trinkwasserbedarfs des Ballungsraums gedeckt. Da die bestehende Leitung bereits vor über 60 Jahren in Betrieb genommen wurde, realisiert Hessenwasser derzeit mit dem Bau der „Neuen Riedleitung“ eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. Ziel ist es, die Wasserversorgung nachhaltig und klimafest zu gestalten.

Testlauf am 08.01.2026

Im Vorfeld der eigentlichen Anschlussarbeiten findet am heutigen Donnerstag, den 8. Januar, eine testweise Umstellung im Leitungsnetz statt. Ab 7 Uhr morgens wird für voraussichtlich 8 Stunden der Betrieb unter veränderten Bedingungen erprobt. Hessenwasser weist darauf hin, dass es in diesem Zeitraum vereinzelt zu leichten Trübungen des Trinkwassers oder kurzfristigen Druckschwankungen im Frankfurter Stadtgebiet kommen kann.

Diese Erscheinungen sind technisch bedingt und stellen keine Gefahr dar. Die hygienische Qualität und die Genießbarkeit des Wassers bleiben uneingeschränkt erhalten; das Trinkwasser entspricht weiterhin den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung und wird fortlaufend kontrolliert. Mit Versorgungseinschränkungen ist nicht zu rechnen.

Riedleitung Trassenverlauf

Riedleitung Trassenverlauf, Grafik: Hessenwasser, © Jürgen Mai

Anschluss des neuen Kupplungsbauwerks

Der Testlauf dient als unmittelbare Vorbereitung für eine planmäßige Baumaßnahme vom 20. bis voraussichtlich 22. Januar. In diesem Zeitraum wird die aktuelle Riedleitung an ein neu errichtetes Kupplungsbauwerk bei Wolfskehlen angeschlossen. Dieser Schritt ist essenziell, um die bestehende Infrastruktur perspektivisch mit den bereits fertiggestellten Abschnitten der neuen Riedleitung zu verknüpfen.

Hintergrund: Warum eine neue Riedleitung?

Die Notwendigkeit des Großprojekts ergibt sich aus dem Alter der Bestandsleitung und den wachsenden Anforderungen durch den Klimawandel. Das Trinkwasser für die Region wird maßgeblich aus infiltrationsgestützten Gewinnungsanlagen im Hessischen Ried gewonnen. Dabei wird Oberflächenwasser (aufbereitetes Mainwasser) zur Grundwasseranreicherung genutzt, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und den Grundwasserspiegel stabil zu halten.

Die neue Leitung soll sicherstellen, dass dieser komplexe Verbund aus Wassergewinnung und Transportnetz auch für kommende Generationen zuverlässig funktioniert. Hessenwasser und der Frankfurter Energiedienstleister Mainova betonen, dass diese Investitionen in die Netzinfrastruktur unumgänglich sind, um die Lebensqualität und die wirtschaftliche Stabilität der wachsenden Metropolregion zu sichern.

Bürger, die weiterführende Informationen zum Baufortschritt oder den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen suchen, können sich auf der Projektwebseite www.riedleitung.de detailliert informieren.

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