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Nach dem Fest: Frankfurts Weihnachtsbäume im nachhaltigen Kreislauf

Enge Straße für die Tannenbaumentsorgung der FES

Wenn die Weihnachtszeit endet, stellt sich für viele Frankfurter die gleiche Frage: Wohin mit dem ausgedienten Baum? Was für die Bewohner das Ende der Feiertage markiert, ist für die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) der Beginn eines logistischen Kraftakts. Jährlich sammelt das Unternehmen rund 150 Tonnen Tannen und Fichten im Stadtgebiet ein. Das entspricht etwa 15.000 Bäumen, die innerhalb weniger Wochen einer nachhaltigen Verwertung zugeführt werden.

Die Sammeltouren der FES

Vom 7. bis zum 27. Januar ist die FES mit speziellen Weihnachtsbaum-Sonderfahrzeugen im Einsatz. Diese Fahrzeuge, die normalerweise für die Sperrmüllentsorgung genutzt werden, arbeiten sich Stadtteil für Stadtteil durch die Mainmetropole. Ein Team besteht in der Regel aus 4 Personen, wobei die Arbeit in den oft engen und zugeparkten Straßen Frankfurts – etwa in Bockenheim – echtes Fingerspitzengefühl erfordert.

Die gesammelten Bäume werden direkt im Fahrzeug von einer hydraulischen Presse zermalmt und zu einer kompakten Masse verdichtet. Fahrer wie Carsten Ponke schätzen dabei den angenehmen Tannenduft, der sich deutlich von der täglichen Arbeit mit Bioabfall abhebt.

Wichtige Regeln für die Entsorgung

Damit die Abholung reibungslos funktioniert, müssen die Bürger bestimmte Vorgaben beachten:

  • Abschmücken: Der Baum muss vollständig von Lametta, Kugeln und anderem Schmuck befreit sein.
  • Kürzen: Bäume dürfen eine Länge von 1 Meter nicht überschreiten. Größere Exemplare müssen zersägt werden, da sie sonst nicht in die Verladeluke passen oder stehen gelassen werden.
  • Bereitstellung: Die Bäume sollen gut sichtbar an der Grundstücksgrenze bereitgelegt werden.

Für den Stadtteil Kalbach-Riedberg ist die Sammlung beispielsweise für Mittwoch, den 21. Januar, angesetzt.

Alternative Entsorgungswege

Neben der Sonderabholung gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Biotonne oder Restmülltonne: Klein geschnittene Bäume können über die regulären Tonnen entsorgt werden.
  • Wertstoffhöfe: Die Abgabe ist an den FES-Wertstoffhöfen möglich.
  • Direktabgabe: Bäume können auch direkt bei der Rhein-Main Biokompost GmbH (RMB) im Osthafen abgegeben werden.

Vom Abfall zum wertvollen Rohstoff

Die Weihnachtsbäume sind kein nutzloser Abfall, sondern Teil eines ökologischen Kreislaufs. In der Kompostieranlage der RMB werden sie geschreddert und zu Humus sowie hochwertiger Erde verarbeitet. Zudem wird aus den Abfällen Biogas gewonnen, das in Strom und Wärme umgewandelt wird. Den fertigen Kompost können die Bürger später für den eigenen Garten erwerben.

Ein zweites Leben im Zoo

Ein besonderes Schicksal erfahren unverkaufte Bäume von Händlern. Diese landen oft im Frankfurter Zoo. Während Ziegen und Trampeltiere die Zweige fressen, dienen sie Löwen oder Menschenaffen aufgrund ihrer ätherischen Öle als Spielzeug und Beschäftigung. Wichtig ist hierbei: Nur unverkaufte Bäume werden verfüttert, um sicherzustellen, dass keine vergessenen Dekorationsreste die Tiere gefährden.

Giraffe mit Tannenbaum

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