Billabong ist jetzt „ein Zuhause für den Stadtteil“

Was eine kleine Gruppe von Müttern mit Mut, Beharrlichkeit und noch viel mehr Engagement erreichen und schaffen kann? Natürlich nicht nur eine ganze Menge. Sondern das, was Frankfurts Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld (CDU) einen „großen Gewinn für den jungen Stadtteil Riedberg“ und „ein Zuhause für den Stadtteil“ nennt. Sie kann sich noch gut daran erinnern, als sie vor acht Jahren zu einer weit kleineren Eröffnungsfeier gekommen war. Als das Familienzentrum Billabong vorübergehend in die Container des Gymnasiums ziehen konnte. Der Riedberg glich noch einer großen Baustelle. Die Fläche bei den Containern sowieso. Am Freitag kurz nach 11 Uhr, als die Dezernentin bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten in der Graf-Von-Stauffenberg-Allee sprach, konnte sie ein Kleid, passend zu einer späteren Trauung im Römer, und Schuhe mit Absätzen nehmen. Vor dem Eingang standen liebevoll geschmückte Tische, drinnen war sowieso alles festlich dekoriert und gestimmt. Und nicht nur die Billabong-Ladies um Judith McCrory, Sabine Fiedler, Harriet Papastefanou, Simone Hoppe und Anja Hohmann hatten bisweilen Tränen in den Augen, als ein ums andere Mal an die beinahe unglaubliche Erfolgsgeschichte des gemeinnützigen Vereins erinnert wurde.

In Stichworten: Alles begann, als 2006 ursprünglich sieben Mütter einen gemeinsamen Treffpunkt für Gespräche, zum Kennenlernen und zum Ankommen im neuen Stadtteil gründen wollte. Ziel war es schon bald, dass sich hier Gleichgesinnte in ruhiger Atmosphäre austauschen können und, wer Hilfe benötigt, ein offenes Ohr und Beratung für fast alle Lebenslagen findet. Bewegungs-,  Sport- und Kreativangebote kamen schnell hinzu. Die Umstände waren oft nicht einfach, das Budget mehr als überschaubar. Konkret bedeutete das auch: Von den Containern  musste man zwischenzeitlich in eine 60 Quadratmeter große Wohnung ziehen. Da gab’s dann eben den Yoga-Kurs und Geburtsvorbereitung im Schlafzimmer. Jetzt sind es 600 Quadratmeter. Mit Malraum, Beratungszimmer, Mini-Kita, Babysitter-Börse, Fundbüro, Räumen für Taekwondo, Tanz & Co sowie inklusive Angeboten und Angeboten für Senioren.

Billabong ist ein in Australien verwendeter Begriff aus der Sprache der Aborigines. Er bedeutet „eine Wasserstelle in einem ausgetrockneten Flussbett“. Es ist eine von wenigen Wasserquellen in der näheren Region, die von zahlreichen Lebewesen gleichermaßen stark besucht wird. Das will der Verein am Riedberg auch sein. Ein Ort der Begegnung, „für Menschen aller Generationen, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, und für Menschen mit und ohne Behinderung“, wie es Simone Hoppe vom aktuellen Vorstand formulierte.

Bei der Feier am Freitag wurde des im vergangenen Jahr verstorbenen Werner Hackermeier gedacht. Er war für die Hessen Agentur tätig und maßgeblich für die städtebauliche Entwicklung des Riedbergs verantwortlich. Er war es aber auch, der Billabong den Weg zu den neuen Räumen im Erdgeschoss eines Studentenwohnheims ebnete. Auch da kann man ein Kaptitel aus der Billabong-Geschichte erzählen, die ohne viele Stunden ehrenamtliches Engagement nicht möglich gewesen wäre. Denn bevor die Verantwortlichen den Mietvertrag für die neuen Räume – mit klopfendem Herzen – unterschrieben, stand ihnen ein befreundeter Anwalt beratend zur Seite. Zudem hat Finanzexpertin Judith McCrory alles dafür getan, dass die Risiken kalkulierbar blieben – während sich Sprecherin Sabine Fiedler um die Kommunikation mit Behörden von Stadt und Land sowie Sponsoren bemühte.

Inzwischen wurde das Familienzentrum im das Bundesprogramm der Mehrgenerationenhäuser aufgenommen, das Angebot für den Stadtteil deutlich ausgeweitet und zwei der Billabong-Ladies arbeiten nun hauptamtlich für den Verein. Mehr Mitarbeiterinnen könnten folgen.

Worauf sich die kleinen und großen Menschen am Riedberg und Umgebung vielleicht am meisten freuen: Am 2. Oktober öffnet das Billabong-Café in den neuen Räumen. Dann wird das Familienzentrum noch mehr zu unserem Zuhause…

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Das Familienzentrum Billabong ist in der Graf-von-Stauffenberg-Allee 46b im Erdgeschoss eines Studentenwohnheimes zu finden. Weitere Infos unter www.billabong-family.de

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Impressionen von der Einweihungsfeier 

Herzlichen Glückwunsch an die Billabong-Ladies (v. l.) Sabine Fiedler. Judith McCrory, Harriet Papastefanou, Anja Hohmann und Simone Hoppe. Auch Sozialdezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld gratulierte im Namen der Stadt

Die Sozialdezernentin nennt Billabong „ein Zuhause für den Stadtteil“

Simone Hoppe erinnerte an die Billabong-Geschichte von der Mütter-Initiative zum Mehrgenerationenhaus – und manche ZuhörerInnen hatten Tränen in den Augen

Draußen waren Tische und Bänke liebevoll dekoriert, drinnen waren alle festlich gestimmt. Hier ein Blick ins Publikum: Auch Vertreter des Kinderschutzbundes, der Hessen Agentur, der Riedberger Schulen und des Ortsbeirates gratulierten. Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (2. v. r.) hielt eine kurze Rede

Franz Biebl, unter anderem Sprecher des Stadtteilarbeitskreises und Vorsitzender des Sozialwerkes Main Taunus, erinnerte in seiner Rede auch an den verstorbenen Riedberg-Planer Werner Hackermeier. Er ebnete den Weg für soziale Einrichtungen in unserem Stadtteil – und unterstützte auch das Familienzentrum Billabong bei der Suche nach einem echten „Zuhause“

Mehr als eine schöne Erinnerung: Die Malerei mit den Vornamen von Sabine, Judith, Anja, Simone und Harriet – den Powerfrauen vom Billabong-Team

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Fotos: Alexander Markert / Archiv

Vielen herzlichen Dank für die tollen Fotos!