Kategorie: Frankfurt

Wirtschafts-Philosoph Amartya Sen erhält Friedenspreis des Buchhandels

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen ist am Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die Verleihung in der Paulskirche fand pandemiebedingt ohne geladene Gäste statt. Amartya Sen wurde live aus den USA zugeschaltet.

Die Laudatio von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich am Vortag der Verleihung in Quarantäne begeben musste, wurde durch Schauspieler Burghart Klaußner verlesen.

In seiner Dankesrede rückte Amartya Sen die Bedeutung der Meinungsfreiheit und der Debatte für Freiheit, Frieden und Fortschritt in den Mittelpunkt und warnte vor deren zunehmender Gefährdung durch autokratische Systeme. Bücher übernähmen eine wichtige Rolle beim Schaffen einer Gesprächs- und Streitkultur: „Bücher zu lesen – und über sie zu sprechen – kann uns unterhalten, amüsieren, aufregen und unser Interesse für alle möglichen Dinge wecken. Bücher helfen uns auch, miteinander zu streiten. Und nichts ist meiner Meinung nach so wichtig wie die Möglichkeit, über Dinge zu streiten, bei denen wir möglicherweise uneins sind.“

Den Streit als Möglichkeit, seine eigene Meinung kundzutun und die der anderen anzuhören, beschrieb Sen als fundamental für die Zuschreibung von Sinn – und zugleich als stark gefährdetes Gut: „Wenn die Redefreiheit beschnitten wird und Menschen dafür bestraft werden, dass sie ihre Meinung sagen, können wir in dem Leben, das wir führen können, schweren Schaden erleiden. Leider gehört die erhebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit nicht der Vergangenheit an, und es gibt immer mehr Länder, in denen autoritäre Entwicklungen die Freiheit zu widersprechen schwieriger – oft viel schwieriger – machen als früher. Die repressiven Tendenzen in vielen Ländern der heutigen Welt – insbesondere in Asien, in Europa, in Lateinamerika und innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika – geben Anlass zur Sorge. Mein eigenes Land, Indien, gehört ebenfalls in diesen beklagenswerten Korb.“

Anhand von Beispielen aus Ländern wie Indien, den Philippinen, Ungarn oder Brasilien legte er dar, wie Regierungen auf unterschiedliche Weise Teile der Gesellschaft unterdrücken und in ihren Rechten beschneiden. In dieser gesellschaftlichen Spaltung sieht er großen Grund zur Sorge: „Der Autoritarismus verhängt direkte Strafen gegen Menschen; dazu gehören die Verletzung der persönlichen Freiheit und der politischen Freiheitsrechte. Darüber hinaus aber hängt der soziale Fortschritt in hohem Maße von menschlicher Kooperation ab, und eine Spaltung der Gesellschaft durch die Verfolgung missliebiger Gruppen kann die gemeinsame Arbeit für den Fortschritt um ein Vielfaches schwieriger machen. Ich will keineswegs behaupten, dass in einem autoritären System niemals je sozialer Fortschritt erreicht werden kann. Das ist manchmal durchaus möglich, aber tendenziell wird der Fortschritt ernsthaft behindert, wenn Streit und kritische Diskussionen verboten und die Interessen einiger Menschen beharrlich ignoriert werden.“

Er sagte: „Die Welt ist heute mit einer Pandemie des Autoritarismus konfrontiert, die das menschliche Leben auf je unterschiedliche, aber zusammenhängende Weise in Mitleidenschaft zieht. Angesichts unserer globalen Verbindungen und der Bedeutung unseres gemeinsamen Menschseins gibt es allen Grund, uns nicht nur um unser eigenes Land, sondern auch um andere ernsthaft Sorgen zu machen und uns für Probleme überall auf der Welt zu interessieren.“ Und so schloss er mit einem Appell: „Heute ist gesellschaftlich kaum etwas dringlicher geboten als globaler Widerstand gegen den zunehmenden Autoritarismus überall auf der Welt. Der notwendige Widerstand kann auf vielerlei Art erfolgen, aber mehr Lesen, mehr Reden, mehr Streiten sollten ohne Zweifel Teil dessen sein.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Amartya Sen in seiner Laudatio als moralische Instanz, als Kämpfer für globale Gerechtigkeit und als Demokraten. Er betonte die zentrale Rolle, die Demokratie in Sens Vorstellungen von Gerechtigkeit und Freiheit einnimmt und verwies auf den immerwährenden Wettstreit politischer Systeme bei der Beantwortung der zentralen Fragen unserer Zeit: „Für Sen gibt es echte Gerechtigkeit auch nicht ohne politische Freiheit und politische Freiheit nicht ohne Demokratie. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Demokratie ist für ihn darum auch kein Luxusartikel für reiche Länder und auch nicht nur normatives Projekt des Westens. Sie ist weltweite Sehnsucht und ein universelles Versprechen. Auch daran erinnern uns die Demonstrantinnen und Demonstranten auf den Straßen von Caracas, Minsk und Hongkong! Der Universalismus der Demokratie und der grundlegenden Menschenrechte – das sind die Eckpunkte der Sen’schen Philosophie. Das ist der Kern einer fundamentalen Erkenntnis, die heute wieder unter Druck steht.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Gäste in der Paulskirche begrüßte, sagte: „Der Friedenspreis hätte in diesem Jahr keinen besseren Preisträger finden können. Denn wir leben in Zeiten, in denen unsere gewohnte Lebensweise in die Krise gerät, in denen die globale Pandemie nicht nur unsere Gesundheitssysteme auf die Probe stellt. Unsere Wirtschaft, mir ihrem scheinbar grenzenlosen Streben nach Wachstum, gerät ins Stocken. Der Klimawandel stellt uns vor Fragen, an deren Beantwortung das Schicksal der gesamten Menschheit hängt.“ Amartya Sen weise in seinen Schriften schon lange darauf hin. „Hören wir Ihnen also nicht nur zu. Sondern ändern wir unser Handeln“, forderte das Stadtoberhaupt auf.

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins, bezeichnete Sens Schriften als ein geeignetes Fundament für den Aufbau einer besseren Welt nach Corona: „Sen ist ein Vordenker in Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, als Feminist und als Weltenbürger, der der Weisheit des Ostens eine stärkere Stimme verleiht. Die Lektüre von Amartya Sen kann so etwas sein wie der Polarstern für eine weltoffene, gerechte Gesellschaft. Sie kann Orientierung geben und Ansporn sein. Sie kann helfen, keine faulen Kompromisse zu machen, sondern Wege zu finden, die mutig sind.“

Seit 1950 vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Preisträger waren unter anderem Albert Schweitzer, Astrid Lindgren, Václav Havel, Jürgen Habermas, Susan Sontag, Liao Yiwu, Navid Kermani, Margaret Atwood, Aleida und Jan Assmann und im vergangenen Jahr Sebastião Salgado. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto oben: Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, und OB Peter Feldmann stehen nach der Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Amartya Sen, indischer Wirtschaftswissenschaftler, Philosoph und Nobelpreisträger, in der Frankfurter Paulskirche mit der Urkunde an einem Monitor. Wegen der Corona-Pandemie nimmt der 86-Jährige Sen die Auszeichnung nicht persönlich entgegen, sondern wird trotz der Zeitverschiebung live aus den USA zugeschaltet.    FOTO: dpa / über Presse-Info Stadt Frankfurt

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6500 Eintracht-Fans dürfen wieder ins Stadion

Gute Nachricht für alle Fußball-Fans: Zum Bundesliga-Auftakt dürfen – zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdown – wieder 6500 Zuschauer ins Stadion. Das Gesundheitsamt hat das Hygienekonzept von Eintracht Frankfurt genehmigt.

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat heute Eintracht Frankfurt darüber informiert, dass es das vom Verein beantragte und mit dem Gesundheitsamt abgestimmte und geprüfte Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern genehmigt hat. Für die Heimspiele gegen Arminia Bielefeld am Samstag, 19. September, sowie gegen die TSG Hoffenheim am Samstag, 3. Oktober, sind 6500 Zuschauende zugelassen, die in einem aufwendigen Losverfahren ausgewählt werden. Der FSV Frankfurt darf bei seinem Heimspiel gegen Bayern Alzenau am Samstag, 12. September mit 650 Zuschauenden das erste Heimspiel bestreiten.

Oberbürgermeister Peter Feldmann freut sich, „dass – zumindest teilweise – wieder Zuschauer in den Stadien von Eintracht und FSV zugelassen werden. Spiele ohne Fans, da fehlen Atmosphäre und Stimmung. Sie sind das Salz in der Suppe. Jedem Fußballfan muss aber klar sein, dass wir diesen Weg nur weitergehen können, wenn wir das Infektionsgeschehen unter Kontrolle behalten. Jeder kann im Alltag seinen Teil dazu beitragen, indem er sich an die Regeln hält. Eine Maske in der U-Bahn und der Schule mag unangenehm sein. Aber das ist ein Sicherheitsgurt auch – und beide retten Leben.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer sieht Vorteile in dem von den beiden Frankfurter Vereinen garantierten, geregelten Ablauf der Spiele: „Bei den richtig guten Hygienekonzepten von FSV und Eintracht Frankfurt sind die Abstands- und Hygieneregeln machbar und durchsetzbar. Außerdem ist durch das ausgeklügelte System der Ticketvergabe die Kontaktnachverfolgung durch unser Gesundheitsamt jederzeit gewährleistet. Mir sind solche geregelten Veranstaltungen, bei denen auch eine Evaluierung der Umsetzung der Hygienekonzepte vorgenommen wird, allemal lieber als verantwortungslose Party-Hotspots, in denen sich keiner um Abstands- und Hygieneregeln schert.“

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes Prof. René Gottschalk bewertet die Konzepte ebenfalls positiv: „Aus infektiologischer Sicht sind die Hygienekonzepte von Eintracht Frankfurt und dem FSV stimmig. Die Genehmigungen gelten selbstverständlich immer vorbehaltlich der infektiologischen Entwicklung. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass es entgegen anderslautender Presseberichte zwischen dem Gesundheitsamt und Eintracht Frankfurt schon lange einen intensiven Austausch und eine konstruktive Zusammenarbeit gibt. Sei es in Form von Gesprächen oder Emails zu den Hygienekonzepten oder in der Vergangenheit zur Betreuung von positiv getesteten Spielern oder bei Verdachtsfällen.“

Neben der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gibt es von Seiten Eintracht Frankfurts eine enge Absprache mit den Verkehrsbetrieben und dem Ordnungsamt, um auch die An- und Abreise der Zuschauerinnen und Zuschauer zu entzerren und das Infektionsrisiko gering zu halten.

Auch das Land habe grünes Licht für die Öffnung der Stadien für Zuschauer gegeben, so Gesundheitsdezernent Stefan Majer: „Neben der Begutachtung der Hygienekonzepte durch das Gesundheitsamt war für uns eine grundlegende Voraussetzung, dass die Hessische Landesregierung die Entscheidung mitgeht und in welcher Größenordnung wir Zuschauende zulassen.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Eintracht Frankfurt

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Heute um 11 Uhr ist bundesweiter Probealarm!

Heute gibt es zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung vor 30 Jahren einen bundesweiten Warntag – auch in Frankfurt. Die neutrale Probewarnung beginnt um 11 Uhr.

Der gemeinsame Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen soll dazu beitragen, die Akzeptanz und das Wissen um Bevölkerungswarnungen zu erhöhen. Denn: Wer rechtzeitig gewarnt wird und weiß, was zu tun ist, kann mit einer Notlage besser umgehen – sei es ein Bombenfund, ein Großbrand oder der mögliche Austritt von Chemikalien in Industriegebieten. Gleichzeitig dient der Warntag dazu, die vorhandenen technischen Systeme zur Warnung flächendeckend zu testen und zu prüfen, an welcher Stelle diese noch weiterentwickelt werden können.

Eine neutrale Probewarnung wird am heutigen Donnerstag um genau 11 Uhr von der nationalen Warnzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bundesweit an alle Warnmultiplikatoren geschickt, die am sogenannten Modularen Warnsystem (MoWaS) angeschlossenen sind – wie Rundfunksender und Warn-Apps.

Seit einiger Zeit sind die gängigen Warn-Apps miteinander verbunden, so dass die Auswahl nur eine Frage der persönlichen Präferenz ist: Jeder Frankfurter, der NINA, KATWARN, Hessenwarn oder BIWAPP auf seinem Smartphone installiert hat, wird am Donnerstag die Probewarnung des BBK empfangen – und 20 Minuten später auch die Probe-Entwarnung. Wichtig ist, überhaupt eine aktualisierte Warn-App zu haben.

Auf Ebene der Länder und Kommunen werden parallel lokale Warnmittel ausgelöst. Das betrifft in Frankfurt die Sirenen für die Industrieparks Höchst und Alessa in Fechenheim. Die Unternehmen haben in der Vergangenheit jeweils zweimal im Jahr eigene Probealarme durchgeführt, mit einer etwas anderen Sirenenfolge. Am Donnerstag und auch künftig schließen sie sich aber dem bundesweiten Warntag und dem dazu gehörigen Warnrhythmus an.

Warntage wurden während des Kalten Krieges zweimal jährlich durchgeführt. Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes wurden diese eingestellt. Bund und Länder haben im vergangenen Jahr beschlossen, an jedem zweiten Donnerstag im September wieder einen bundesweiten Warntag stattfinden zu lassen. Eine neue Webseite http://www.bundesweiter-warntag.de erklärt, in welchen Fällen und auf welchen Wegen in Deutschland gewarnt wird und weist den Weg zu Verhaltensempfehlungen bei Gefahr.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: BBK

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Buchmesse digital – und in der Stadt

Die Buchmesse wird stattfinden – in diesem Jahr größtenteils digital, aber mit vielen Dutzenden Veranstaltungen in der Stadt Frankfurt. Oberbürgermeister Peter Feldmann teilt zu dem neuen Konzept der Messe mit: „Es ist gut, dass der Buchpreis, der Friedenspreis, die Eröffnung und die Veranstaltungen in der Stadt stattfinden können – die große Tradition der Buchmesse wird in Frankfurt fortgesetzt. Die weltweit größte Buchmesse ist ein internationaler Marktplatz der Ideen und prägt die Identität unserer Stadt seit Jahrhunderten.“

Die Stadt habe die Buchmesse in vielen Punkten unterstützt, beispielsweise darin beraten, was etwaige kurzfristige Stornierungen angeht, zusätzliche Flächen und repräsentative städtische Gebäude bereitgestellt. Und auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund hatte seine Unterstützung für ein attraktives Ticketangebot signalisiert. „Die Stadt der Paulskirche, die Stadt der ersten deutschen Demokratie weiß um die Bedeutung der Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit – und die Stadt wird weiterhin alles dafür tun, dass eine Messe, die diesen Geist seit jeher in sich trägt, auch in den kommenden Jahren der führende Treffpunkt des freien Wortes in der ganzen Welt bleibt“, so Feldmann.

Kulturdezernentin Hartwig ergänzt: „Ich bedauere, dass in diesen schwierigen Zeiten unter Corona-Bedingungen eine physische Buchmesse nur eingeschränkt möglich sein wird. Umso erfreulicher ist es, dass die Begleitprogramme der Messe und der Stadt – insbesondere das städtische Lesefest „Open Books“ – stattfinden werden. Auf diese Weise werden Debattenräume geöffnet und gesellschaftliche Themen auf die Tagesordnung gesetzt, über die wir uns verständigen müssen. Mit der Buchmesse, deren weltweite Strahlkraft in der Verteidigung von Presse- und Meinungsfreiheit besteht, bekräftigen wir in Frankfurt am Main in einer stolzen Tradition die Demokratie. Die Rolle des Buchs in der Welt darf nicht geringgeschätzt werden, vom Buch geht das freie Denken aus, die Freiheit des Publizierens und des freien Austausches müssen jetzt und in Zukunft gesichert werden. Darum geht es.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Buchmesse Frankfurt/ buchmesse.de

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Workshops zum Thema Artensterben & Klimawandel

Welche Verbindungen gibt es zwischen Biodiversität, Naturwissenschaften und Glauben? Das ist die zentrale Frage eines Workshop-Wochenendes zum Thema „Wasser und Wildnis“, zu dem unter anderem das Centre for Dialogue at Campus Riedberg (CFD) einlädt. Das Programm reicht von Führungen und Diskussionen bis zu einer Radtour entlang der Nidda.

Das Wochenende „Wasser und Wildnis“ findet im Rahmen der interreligiösen Naturschutzwoche des Abrahamischen Forums am Freitag, 11. September, und Sonntag, 13. September, statt. Islamische, Jüdische, Christliche und Buddhistische Forscher*innen und Workshop-Begleiter*innen gestalten dieses Treffen. Herzlich eingeladen sind auch alle, die sich für die Verbindung von Naturwissenschaften, Biodiversität und Glauben interessieren, wie das CFD betont. 

Los geht’s am Freitag mit einem interaktives Programm am Riedberg unter dem Motto: Klimawandel, interreligiöser Dialog, Gendergerechtigkeit und Eco-Feminismus.  Um 16 Uhr startet das Treffen im Wissenschaftsgarten der Goethe-Universität, mit einem Gespräch über Pilze und Klimawandel mit Prof. Meike Piepenbring, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität. Nach einem Kochworkshop in den Räumen des CFD an der Kalbacher Höhe findet ein Diskussionsabend zum Thema Artensterben und Klimawandel statt. Als Referentin dabei ist auch Prof. Dr. Renate Jost, Expertin für Feministische Theologie an der evangelischen Augustana-Hochschule in Neuendettelsau.

Radtour entlang der Nidda

„Radeln am Fluss – Leben im Fluss“ – das ist das Motto am Sonntag. Es ist eine Radtour von Karben entlang der Nidda mit Impulsen und Aktionen zu Natur und Wasser geplant. Start ist nach einer Andacht im Kuhtelier Karben (Burgräfenroder Str. 2, Karben). Mit im Gepäck: Wasser und Apfelsäfte aus der Wetterau. 

Aus Frankfurt ist ein Naturspaziergang vom Alten Flugplatz Bonames in den Nordpark Bonames mit Aktionen und Impulsen zur Natur und Biodiversität aus Sicht der verschiedenen Religionen geplant. Treffpunkt ist im Innenhof des CFD am Riedberg mit Andacht. Um 14 Uhr treffen sich alle zu einem Naturspaziergang, Workshops und Informationen zum Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. 

Informationen und Anmeldung unter www.cfd-frankfurt.de

Veranstaltungsort am Riedberg: Centre for Dialogue at Campus Riedberg (CFD), Zur Kalbacher Höhe 56, 60438 Frankfurt

Foto: CFD

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Frankfurt in Zahlen

Frankfurt ist die fünftgrößte Stadt Deutschlands und die größte in ganz Hessen. Zum Abschluss unserer Reihe „Zahlen bitte“ ist es an der Zeit, unsere geliebte Mainmetropole genauer unter die Lupe zu nehmen – so schreibt die Stadt Frankfurt in einer aktuellen Meldung. Zusammengesetzt aus insgesamt 46 Stadtteilen umfasst das Stadtgebiet eine Gesamtfläche von 248 Quadratkilometern. Diese teilen sich wie folgt auf: 37,6 Prozent sind Siedlungsflächen, 20,9 Prozent Verkehrsflächen, 39,4 Prozent Vegetationsflächen und 2,1 Prozent Gewässer.

Welcher ist gemessen an der Fläche eigentlich der größte, welcher der kleinste Stadtteil? Mit rund 55 Quadratkilometern ist Sachsenhausen Süd der mit Abstand weiträumigste Teil Frankfurts. Besonders winzig, wenn es nach der Fläche geht, ist die Altstadt mit 5,6 Quadratkilometern. Etwas anders verhält es sich bei der Einwohnerzahl. Von insgesamt mehr als 750.000 Einwohnern leben gerade einmal 3561 im Bahnhofsviertel. Die meisten Menschen (40.792) fühlen sich in Bockenheim zuhause.

Bei so vielen Menschen auf einem Fleck braucht es natürlich Grün- und Erholungsflächen zum Ausgleich. Davon gibt es in Frankfurt jede Menge. Die größte öffentliche Grünfläche ist der Volkspark Niddatal mit 1,68 Quadratkilometern. Neben dem Main gibt es auch einige stehende Gewässer im Stadtgebiet. Unter ihnen sind der Schwanheimer Dünnenteich (63.000 Quadratmeter), der Jacobiweiher (58.000 Quadratmeter) sowie der Ostparkweiher (42.000 Quadratmeter) die größten.

Wer Frankfurt einmal entlang der Stadtgrenze umrunden will, muss 113 Kilometer zurücklegen. Weit weniger Zeit nimmt die Durchquerung des Stadtgebiets von West nach Ost oder von Nord nach Süd in Anspruch. Zwischen dem nördlichsten und dem südlichsten Punkt liegen 23,3 Kilometer. Ein Indiz dafür, dass das Frankfurter Stadtgebiet auf der Karte ein sehr ausgewogenes Bild abgibt: Der Abstand von West nach Ost ist mit 23,4 Kilometern beinahe identisch.

Informationen & Foto: Stadt Frankfurt

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Gesprengtes Paket war ein Geschenk

Heute kurz nach 11 Uhr wurde der große Frankfurter Weihnachtsmarkt am Römer geräumt. Die Polizei sprach von einem „Paket unbekannten Inhaltes“. Aufregung war groß, obwohl man sogleich via Twitter hinzufügte: „Es handelt sich um eine polizeiliche Standardmaßnahme, die Eurer Sicherheit dient.“ Um 11.54 kam dann die Entwarnung, dass keine Gefahr mehr bestehe.

Als es die ersten Durchsagen kamen, war die Weihnachtsstimmung sofort dahin und nicht wenige fühlten sich an die Terrorgefahr erinnert. Die Polizei versuchte von Anfang an, Aufregung zu vermeiden und insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Besucher bitte den Anweisungen der Kollegen Folge leisten und den Bereich am Römer meiden sollen. Um 11.47 Uhr wurde das Paket dann gesprengt und es stellte sich als ungefährlich heraus.

Vor wenigen Minuten erklärte die Polizei: „Bei dem Paket auf dem Weihnachtsmarkt handelte es sich um eine Gabe für die Obdachlosen in Frankfurt. Gut gemeint, aber unglücklich platziert.“ Zum Glück!

(Foto: Frankfurt Tourismus)

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Kita-Feuer war wieder Brandstiftung

Am Montag um 3.02 Uhr wurde die Feuerwehr Frankfurt zur Kita der Waldorfschule in der Friedlebenstraße im Dornbusch gerufen. Die nach wenigen Minuten eintreffenden Kräfte fanden ein zweigeschossiges Gebäude aus einer Holzkonstruktion vor, das Obergeschoss bereits in Vollbrand. Trotz viel Verstärkung war das Feuer erst um 6 Uhr unter Kontrolle, der Kindergarten ist vollständig zerstört worden. Wie man jetzt weiß: Es war Brandstiftung! Wie schon an Frankfurts Wahrzeichen, dem abgebrannten Goetheturm, und zwei weiteren hölzernen Pavillons.

Gestern teilte die Polizei mit: Die ersten Ermittlungen zur Brandursache haben ergeben, dass ein technischer Defekt ausgeschlossen werden kann. Demzufolge ist das Gebäude in Brand gesetzt worden. Welche Form der Zündquelle verwendet wurde, müssen die weiteren kriminaltechnischen Untersuchungen zeigen.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung. Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten sich unter der Telefonnummer: 069/755-53111 zu melden.

(Foto: Fritz Demel/ Feuerwehr Frankfurt)

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Stadt will Goetheturm wieder aufbauen

Für viele Frankfurter ist diese Nachricht ein Albtraum und nicht nur Stadtvertreter traf das mitten ins Herz: Ein Feuer hat heute in den frühen Morgenstunden den Goetheturm, unser Wahrzeichen im Stadtwald und eines der beliebtesten Ausflugsziele, in Schutt und Asche gelegt.

Gegen 3.15 Uhr erreichten Polizei und Feuerwehr zahlreiche Notrufe, dass der Goetheturm in Flammen stünde. Wenig später trafen die ersten Einsatzkräfte am Turm ein, da stand dieser bereits vollkommen in Flammen. Auch die intensiven Bemühungen der Feuerwehr konnten den Niedergang nicht verhindern. Angrenzende Gebäude und Waldbereiche gelang es so zu sichern, dass diese nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Brandstiftung wahrscheinlich – Polizei bittet um Hinweise

Der 43 Meter hohe Holzturm im Stadtwald war erst 2014 saniert worden. In der Nacht zum 1. Mai 2017 war bereits der hölzerne Morgentau-Pavillon im Koreanischen Garten abgebrannt, einen Monat später traf es den Wasserpavillon im Chinesischen Garten im Bethmannpark.

Mit Wut und Entschlossenheit reagierte Oberbürgermeister Feldmann auf die Nachricht. „Wenn sich ein Verdacht der Brandstiftung erhärten sollte, dass Kriminelle in unserer Stadt ein Wahrzeichen wie den Goetheturm niederbrennen, werden wir die volle Härte zeigen, unsere Polizei die Täter verfolgen und zur Rechenschaft ziehen.“

Nach Abschluss der Löscharbeiten haben spezialisierte Brandermittler der Frankfurter Kriminalpolizei ihre Arbeit begonnen. Die umfangreiche Spurensuche wird sicher mehrere Tage in Anspruch nehmen und dauern momentan an.

Zu der Brandursache sind derzeit keine seriösen und belastbaren Aussagen machbar. Aufgrund der Gesamtumstände ist eine Brandstiftung im weitesten Sinne sehr wahrscheinlich. Zusammenhänge mit ähnlichen Brandstiftungen der Vergangenheit werden im Rahmen der Ermittlungen geprüft.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei um Hinweise an den Kriminaldauerdienst unter Telefon 069/755-53111.

Das sind die Spendenkonten für den Wiederaufbau

OB Feldmann erklärte sogleich: „Ich werde alles daran setzen, den Goetheturm schnellstmöglich wieder aufzubauen.“ Bereits am Morgen haben ihn viele Menschen und Initiativen erreicht, die sich für den Wiederaufbau engagieren wollen. Dazu gehören die Handwerkskammer, die Nassauische Sparkasse, die Eintracht, die Frankfurter Sparkasse, die Stadion Betreiber Gesellschaft und viele mehr.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig dankte der Feuerwehr, die den starken Funkenflug unterband und so einen Waldbrand verhinderte. Die benachbarte Gaststätte Goetheruh und der Waldspielplatz können wahrscheinlich schon am Wochenende wieder geöffnet werden. „Ich gebe allen Freundinnen und Freunden des Goetheturms das feste Versprechen, dass wir ihnen auch den Turm wieder zurückgeben.“

Beim Eintreffen der Feuerwehren um 3.24 Uhr hatte der Turm schon wie eine Fackel gebrannt. Das mit Teerölen imprägnierte Holz, das beim Bau Anfang der 1930er Jahre verwendet wurde, habe dazu sicher beigetragen. „Ein Großaufgebot an 60 Einsatzkräften unserer Berufsfeuerwehr und der drei Freiwilligen Feuerwehren Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad war an dem Einsatz beteiligt und hat durch ihr schnelles und professionelles Handeln ein Ausbreiten des Brandes und damit noch Schlimmeres verhindert. Den Einsatzkräften danke ich sehr für ihr umsichtiges Agieren“, sagte Feuerwehrdezernent Markus Frank. Der Goetheturm wurde seinerzeit anlässlich des 100. Todestags von Johann Wolfgang von Goethe 1932 errichtet und war lange Zeit der höchste Holzturm Deutschlands.

Baudezernent Jan Schneider will nun mit der Bauaufsicht klären, ob ein originalgetreuer Wiederaufbau nach heutigen Standards noch genehmigt werden könnte. „Wünschenswert ist ein Wiederaufbau nach den alten Plänen zweifellos, ob er auch genehmigungsfähig wäre, muss nun geprüft werden“, sagte Schneider.

Die Nassauische Sparkasse und die Frankfurter Sparkasse haben bereits Spendenkonten eingerichtet, um den Wiederaufbau im bürgerschaftlichen Sinne zu unterstützen.

Spenden können auf folgende Konten der Stadt Frankfurt eingezahlt werden: Konto DE 46 5105 0015 0140 3028 60 bei der Nassauischen Sparkasse sowie Konto DE55 5005 0201 0200 6525 75 bei der Frankfurter Sparkasse, jeweils Stichwort „Wiederaufbau Goetheturm“


Das war das Frankfurter Wahrzeichen – und so soll der Turm möglichst bald wieder aufgebaut werden (Foto: Lesniewski)

Informationen: Stadt Frankfurt/ Polizei Frankfurt
Foto oben: Feuerwehr Frankfurt

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Uni-Vorlesungen für
neugierige Kinder

In der nächsten Woche von Dienstag bis Freitag lädt die Goethe-Universität zur 15. Frankfurter Kinder-Uni auf dem Campus Westend ein – nachmittags übrigens ohne Anmeldung für alle Kinder von 8 bis 12 Jahren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären in vier verschiedenen Vorlesungen ihr Forschungsgebiet auf anschauliche und unterhaltsame Weise. Ziel ist es, auf Wissenschaft neugierig zu machen und Kindern einen Eindruck vom Uni-Leben zu vermitteln.

Die Frankfurter Dr. Marschner Stiftung, deren großzügige Unterstützung seit 2015 die Weiterführung der Frankfurter Kinder-Uni ermöglicht, gab heute bekannt, eine weitere Förderung für mehrere Jahre wohlwollend prüfen zu wollen. „Ich bin davon begeistert, dass es bei der Kinder-Uni gelingt, Frankfurter Schülerinnen und Schülern aller Bildungsschichten einen ersten Kontakt mit der Universität zu ermöglichen“, so Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung.

Es gibt ein Kinder-Uni-Shirt und ein tolles Programm

Neu in diesem Jahr ist das Design der Kinder-Uni-T-Shirts in den Farben orange, grün und blau mit einem zeitlosen neuen Kinder-Uni-Logo. In diesem Design wird es auch Kinder-Uni-Tassen geben.

Zum Auftakt der Kinder-Uni am Dienstag (12. September) um 9 Uhr wird das Rumpelstilzchen aus dem Märchen der Gebrüder Grimm vor Gericht gestellt. Dafür, dass es der Müllerstochter beim Goldspinnen hilft, verlangt es deren erstes Kind. „Darf es das?“, fragen der Jura-Professor Matthias Jahn und sein studentisches Team in der Vorlesung „Ach, wie gut, dass niemand weiß…“. Bei der Urteilsfindung haben die Kinder im Hörsaal ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

In Filmen wie „Star Wars“ greifen Regisseure tief in die Trickkiste, aber: „Funktionieren eigentlich Laserschwerter?“, fragt der Physiker Dr. Sascha Vogel in seiner Vorlesung am Mittwoch (13. September). Er nimmt mit den Kindern eine Reihe von Hollywood-Filmen unter die Lupe, so dass sie am Ende wissen, was physikalisch möglich ist und was nicht. Diese Vorlesung besucht auch Oberbürgermeister Peter Feldmann. Im Anschluss setzt er seine bereits zur Tradition gewordenen Gespräche mit vier ausgewählten Schulklassen fort.

Am Donnerstag (14. September) geht es um „Mord im Bienenvolk“. Prof. Bernd Grünewald, Direktor des Instituts für Bienenkunde, erklärt beispielsweise, warum eine frisch geschlüpfte Bienenkönigin ihre noch in den Waben schlafenden Schwestern vergiftet. Mit von der Partie sind echte Bienen, die gut sichtbar, aber unter Verschluss gehalten werden.

Wie man mit Röntgenstrahlen und Infrarotlicht den niederländischen Malern des 15. und 16. Jahrhunderts nachträglich über die Schulter schauen kann, erklärt Prof. Jochen Sander, Professor für Kunstgeschichte und stellvertretender Direktor des Städel Museums in seiner Vorlesung am Freitag (15. September). Die Kinder erfahren, wie Künstler beim Malen vorgegangen sind und entdecken so Manches, was unter der Farbe versteckt ist.

Mehr als 10.000 Kinder erwartet

Die Organisatorinnen rechnen in diesem Jahr mit mehr als 10.500 Kindern. Die beiden Vormittagsvorlesungen (jeweils 9:30 Uhr und 11:00 Uhr) sind nur für Schulklassen reserviert und komplett ausgebucht: Mehr als 300 Klassen aus dem gesamten südhessischen Raum werden an den acht Vormittagsvorlesungen teilnehmen, weitere 62 Klassen konnten leider nicht berücksichtigt werden.

Nachmittags um 16 Uhr sind alle Kinder von 8 bis 12 Jahren in Begleitung Erwachsener ohne Anmeldung eingeladen. Für Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Kinder-Uni zu besuchen, gibt es einen Live-Stream (http://live.uni-frankfurt.de). Die Aufzeichnungen können auch im Nachhinein im Internet angeschaut werden, dort finden sich auch Aufzeichnungen aller Kinder-Uni-Vorlesungen seit 2011 (http://www.rz.uni-frankfurt.de/68128012/Kinderuni).

Nach beiden Vorlesungen können die Schülerinnen und Schüler sich in der Mensa, den Cafeterien des Studentenwerks oder im Bistrorante „Sturm und Drang“ im Erdgeschoss des Hörsaalgebäudes stärken. In den Betrieben des Studentenwerks bekommen sie gegen Vorlage ihres „Studentenausweises“ für 3 Euro ein Kinder-Menü oder einen Snack und ein Getränk.

Kinderleicht? Das Quiz zur Vorlesung

Auch in diesem Jahr gibt es zu jeder Vorlesung ein Quiz. Unter den Teilnehmern, die das Richtige angekreuzt haben, werden Buchpreise verlost. Auf der Homepage der Kinder-Uni (www.kinderuni.uni-frankfurt.de) sind die Quizfragen und später die richtigen Antworten einsehbar. Besonders eifrige Besucher der Kinder-Uni, die an mindestens drei Vorlesungen teilgenommen haben, können bei einer weiteren Verlosung mitmachen. Zu gewinnen sind Sach– und Hörbücher, sowie Kinder-Uni-T-Shirts.

(Logo und Informationen: Pressestelle Goethe-Universität)

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