Kategorie: Aktueller Artikel

Frankfurt verbrennt 11 Millionen Euro

Wenn Bioabfall in der Restmüll- statt in der Biotonne landet, geht Rohstoff für Kompost und die Erzeugung von Biogas verloren. Die Fehlwürfe haben aber auch finanzielle Folgen. Denn die Verbrennung des Restmülls ist deutlich teurer als die Kompostierung. Wie viel, das haben Fachleute im Umweltamt jetzt ermittelt. Demnach geben die Frankfurter jährlich mehr als elf Millionen Euro mehr für die Abfallentsorgung aus als nötig.

Grundlage für die Berechnung sind eigene Untersuchungen und eine aktuelle Analyse des Umweltbundesamtes. Demnach bestehen etwa 40 Prozent des Abfalls in der Restmülltonne aus Bioabfall, der damit dem Recycling entzogen und teuer verbrannt wird. Hierzu zählen insbesondere Garten- und Küchenabfälle, aber auch verpackte abgelaufene Lebensmittel. Die müssten ausgepackt und über die Biotonne sowie die gelbe Tonne für Verpackungsabfälle entsorgt werden.

Durch die falsche Entsorgung werden diese Abfälle dem Stoffkreislauf entzogen. Statt in der Biokompostanlage im Osthafen, wo aus Bioabfall wertvoller Kompost und Biogas gewonnen wird, landen sie im Müllheizkraftwerk in der Heddernheimer Landstraße und werden verbrannt. Kurz: Bioabfall im Restmüll ist Verschwendung von Rohstoffen, die obendrein die Entsorgung verteuert.

Dies alles ist Grund genug für das Umweltamt, den Aufruf der bundesweiten „Aktion Biotonne Deutschland“ zu unterstützen. Das Netzwerk aus Umweltministerien, Kommunen, Abfallbetrieben und Umweltverbänden hat die Kampagne „Das Biotonnenversprechen“ gestartet. Und auch dort hat man gerechnet: „Wenn alle Haushalte in Deutschland pro Woche zusätzlich zwei Kilo kompostierbare Küchenabfälle getrennt sammeln, sind das wöchentlich knapp 100.000 Tonnen Rohstoffe zur Erzeugung von erneuerbarer Energie und Kompost.“

Wer sein Versprechen auf der Homepage der Kampagne http://www.aktion-biotonne-deutschland.de abgibt, kann attraktive Preise gewinnen, unter anderem eine dreitägige Reise zum UNESCO-Welterbe Neusiedler See. Das Versprechen lautet: „Auch ich werfe meine Bioabfälle in die Biotonne – für mehr Klima- und Umweltschutz“. Mit einem Klick auf der Website auf den Button „Ich bin dabei“ wird das Versprechen eingereicht und ein Bioabfall-Barometer zeigt, wie viele Biotonnen-Versprechen im Verlauf der Kampagne abgegeben wurden. Die Kampagne läuft bis Ende 2020.

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: FES

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6500 Eintracht-Fans dürfen wieder ins Stadion

Gute Nachricht für alle Fußball-Fans: Zum Bundesliga-Auftakt dürfen – zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdown – wieder 6500 Zuschauer ins Stadion. Das Gesundheitsamt hat das Hygienekonzept von Eintracht Frankfurt genehmigt.

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat heute Eintracht Frankfurt darüber informiert, dass es das vom Verein beantragte und mit dem Gesundheitsamt abgestimmte und geprüfte Hygienekonzept für Spiele mit Zuschauern genehmigt hat. Für die Heimspiele gegen Arminia Bielefeld am Samstag, 19. September, sowie gegen die TSG Hoffenheim am Samstag, 3. Oktober, sind 6500 Zuschauende zugelassen, die in einem aufwendigen Losverfahren ausgewählt werden. Der FSV Frankfurt darf bei seinem Heimspiel gegen Bayern Alzenau am Samstag, 12. September mit 650 Zuschauenden das erste Heimspiel bestreiten.

Oberbürgermeister Peter Feldmann freut sich, „dass – zumindest teilweise – wieder Zuschauer in den Stadien von Eintracht und FSV zugelassen werden. Spiele ohne Fans, da fehlen Atmosphäre und Stimmung. Sie sind das Salz in der Suppe. Jedem Fußballfan muss aber klar sein, dass wir diesen Weg nur weitergehen können, wenn wir das Infektionsgeschehen unter Kontrolle behalten. Jeder kann im Alltag seinen Teil dazu beitragen, indem er sich an die Regeln hält. Eine Maske in der U-Bahn und der Schule mag unangenehm sein. Aber das ist ein Sicherheitsgurt auch – und beide retten Leben.“

Gesundheitsdezernent Stefan Majer sieht Vorteile in dem von den beiden Frankfurter Vereinen garantierten, geregelten Ablauf der Spiele: „Bei den richtig guten Hygienekonzepten von FSV und Eintracht Frankfurt sind die Abstands- und Hygieneregeln machbar und durchsetzbar. Außerdem ist durch das ausgeklügelte System der Ticketvergabe die Kontaktnachverfolgung durch unser Gesundheitsamt jederzeit gewährleistet. Mir sind solche geregelten Veranstaltungen, bei denen auch eine Evaluierung der Umsetzung der Hygienekonzepte vorgenommen wird, allemal lieber als verantwortungslose Party-Hotspots, in denen sich keiner um Abstands- und Hygieneregeln schert.“

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes Prof. René Gottschalk bewertet die Konzepte ebenfalls positiv: „Aus infektiologischer Sicht sind die Hygienekonzepte von Eintracht Frankfurt und dem FSV stimmig. Die Genehmigungen gelten selbstverständlich immer vorbehaltlich der infektiologischen Entwicklung. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass es entgegen anderslautender Presseberichte zwischen dem Gesundheitsamt und Eintracht Frankfurt schon lange einen intensiven Austausch und eine konstruktive Zusammenarbeit gibt. Sei es in Form von Gesprächen oder Emails zu den Hygienekonzepten oder in der Vergangenheit zur Betreuung von positiv getesteten Spielern oder bei Verdachtsfällen.“

Neben der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gibt es von Seiten Eintracht Frankfurts eine enge Absprache mit den Verkehrsbetrieben und dem Ordnungsamt, um auch die An- und Abreise der Zuschauerinnen und Zuschauer zu entzerren und das Infektionsrisiko gering zu halten.

Auch das Land habe grünes Licht für die Öffnung der Stadien für Zuschauer gegeben, so Gesundheitsdezernent Stefan Majer: „Neben der Begutachtung der Hygienekonzepte durch das Gesundheitsamt war für uns eine grundlegende Voraussetzung, dass die Hessische Landesregierung die Entscheidung mitgeht und in welcher Größenordnung wir Zuschauende zulassen.“

Informationen: Stadt Frankfurt

Foto: Eintracht Frankfurt

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OB legt Steuerbescheid offen

Als Reaktion auf die AWO-Affäre will OB Peter Feldmann zum „ersten gläsernen Oberbürgermeister Deutschlands“ werden und legt seinen Steuerbescheid offen. Die Zahlen sind seit heute für jeden im Netz abrufbar.

Im Zuge der AWO-Affäre sind auch Vorwürfe gegen Frankfurts OB Peter Feldmann laut geworden, unter anderem zum ungewöhnlich hohen Gehalt seiner Frau als Kita-Leiterin. Feldmann betont, er habe keinen Einfluss auf Verträge der AWO gehabt. „Inwieweit die nun online gestellten Dokumente Antworten auf die Fragen danach geben können, ist fraglich, da sie die Vorwürfe nicht tangieren“, schreibt hessenschau.de.

Dreh- und Angelpunkt der Transparenz-Offensive des OB ist die Veröffentlichung seines Steuerbescheids. Dabei orientiert er sich an den Empfehlungen des unabhängigen Portals https://www.abgeordnetenwatch.de/  Der derzeit aktuellste Steuerbescheid, aus dem unter anderem Einkommen und Nebentätigkeiten hervorgehen, ging ihm am 23. Juli 2020 zu und bezieht sich auf das Steuerjahr 2018. Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Ich will Deutschlands erster gläserner Oberbürgermeister werden. Ohne Transparenz kein Vertrauen – das schadet der Demokratie.“

170.000 Euro Bruttogehalt

Aus seinem Steuerbescheid geht hervor, dass sein Bruttogehalt als OB bei rund 170.000 Euro liegt. Nach Abzügen blieb ein zu versteuerndes Einkommen von rund 142.000 Euro. Hinzu kamen rund 85.000 Euro aus Nebentätigkeiten in Aufsichtsräten. Den Großteil davon musste Feldmann an die Stadtkasse abführen. Der Auflistung zufolge blieben ihm aus den Aufsichtsratstätigkeiten noch 6.150 Euro.

Feldmann hat auch angekündigt, ein „persönliches Lobby-Register“ veröffentlichen zu wollen. Ab Oktober will er darin alle Treffen mit Lobby-Verbänden dokumentieren. Auch künftige Steuerbescheide sollen online gestellt werden.

Der Steuerbescheid und Nebentätigkeiten des OB sind seit heute unter https://frankfurt.de/service-und-rathaus/stadtpolitik/oberbuergermeister/nebentaetigkeiten-und-steuerbescheide einsehbar

Foto: Stadt Frankfurt

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Schreiben gegen das Vergessen

Auch Kulturdezernentin Ina Hartwig am Gedenkprojekt „Schreiben gegen das Vergessen“ der Künstlerin Margarete Rabow teilgenommen. Zusammen mit Schülern sowie Passanten schrieb sie auf den Asphalt am Mainkai die Namen von Shoah-Opfern.

Seit Sonntag, 23. August, werden die Namen der insgesamt 11.908 aus Frankfurt stammenden und während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordeten Juden auf den noch für den Verkehr gesperrten Mainkai geschrieben. Nach den Schätzungen der Künstlerin entsteht auf diese Weise in knapp einer Woche eine etwa 700 Meter lange Namensliste, von Mainkai 17 bis zur Untermainbrücke.

„Die Kunstaktion von Margarete Rabow ist ein bedeutsames Gedenkprojekt. Es bindet nicht nur die Mitschreibenden, sondern alle Passanten des Mainkais mit ein. Margarete Rabow stellt eine wichtige Frage, die auch mich sehr beschäftigt: Wie können die Themen der Erinnerungskultur möglichst viele Menschen erreichen? Auf diese Frage bietet das Projekt gleich eine mögliche Antwort“, sagt Hartwig.

Das Kunstprojekt „Schreiben gegen das Vergessen“ trägt die in Frankfurt bereits bekannte Handschrift der international agierenden Künstlerin Margarete Rabow. So erinnerte sie 2014 mit einer mehrteiligen Aktion an die zahlreichen Opfer des KZ-Außenlagers Katzbach in den Adlerwerken. Dabei ließen sich mehr als 200 Frankfurter rund um die Hauptwache zu Boden fallen, um den über 500 Opfer zu gedenken. Auch das Schreiben der Opfernamen mit Kreide und die anschließende filmische Aufarbeitung waren Teil des damaligen Projektes.

Im Juni 2018 realisierte Margarete Rabow in Wien unter dem gleichen Titel „Schreiben gegen das Vergessen“ eine Kunstaktion, bei der die Namen der 66.000 österreichischen während der Shoah ermordeten Jüdinnen und Juden auf die Prater Hauptallee geschrieben wurden. Der daraus entstandene Film wurde am 9. November 2018 unter dem Titel „66.000“ veröffentlicht.

In Frankfurt wird ähnlich vorgegangen. Von allen Namen werden mit einer analogen 16-mm-Filmkamera Einzelbilder angefertigt. Anschließend entsteht ein Film von zehn Minuten Länge mit dem Titel „11.908“. Zehn Minuten lang werden pro Sekunde 24 Namen zu sehen sein. Hinter jedem dieser Namen steht ein Einzelschicksal, ein Leben.

Das Gedenkprojekt „Schreiben gegen das Vergessen“ wird vom Kulturamt Frankfurt gefördert.

Foto: Stadt Frankfurt / Salome Roessler

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Straßen nach Naturwissenschaftlern der Goethe-Universität benannt

Nun ist es für jedermann sichtbar: Die Mikrobiologin Emmy Klieneberger-Nobel, der Atomphysiker Friedrich Hermann Hund und der Chemiker Sir Alexander Todd sind die mit der Goethe-Universität verbundenen Naturwissenschaftler, die drei bislang namenlosen Straßen auf dem Campus Riedberg einen Namen geben.

Der Ortsbeirat 8 hatte sich im Sommer 2018 für die Namensvorschläge der Universität ausgesprochen; nun wurden die neuen Straßennamen Ende Juni mit dem Anbringen der Schilder öffentlich gemacht.

Vizepräsident Manfred Schubert-Zsilavecz, der im Ortsbeirat engagiert für die drei Wissenschaftler geworben hatte, ist froh über diesen Schritt. „Wir erinnern nicht nur an drei hervorragende Forscher, die mit der Goethe-Universität verbunden sind und von denen zwei – Hund und Todd – in die Geschichte ihres Fachs eingegangen sind. Wir würdigen im Fall von Emmy Klieneberger auch eine Frau und Jüdin, die ihre wissenschaftliche Laufbahn nur unter schwersten Bedingungen beginnen und fortsetzen konnte.“

Die Bakteriologin Emmy Klieneberger-Nobel (1892-1985) war die erste Frau, die in den 20er Jahren an der Universität Frankfurt gegen Widerstände von Kollegen habilitiert wurde. Mit ihr wird nicht nur an eine der wenigen Frauen in den Anfängen der Universität erinnert, sondern auch an das Schicksal der jüdischen Universitätsangehörigen im Nationalsozialismus: 1933 wurde der Bakteriologin aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen. Kurz darauf emigrierte sie nach London, wo sie ihre Forschungen bis zu ihrer Emeritierung fortsetzen und sich als Mitentdeckerin der sogenannten Mykoplasmen einen Namen machen konnte. Ihren Namen trägt nun der Weg am Biologicum.

Die campusinterne Verbindung von Physikalischen und Chemischen Instituten ist nach dem renommierten Atomphysiker Friedrich Hund (1896-1997) benannt. Der Assistent Max Borns und Kollege Werner Heisenbergs war von 1951 bis 1957 in Frankfurt Ordinarius für Theoretische Physik. Mit den berühmten „Hundschen Regeln“ über Elektronen prägte er den Wandel der Quantentheorie in den zwanziger Jahren; er gilt ebenso als Entdecker des später sogenannten, für die Entwicklung der Quantenmechanik bedeutenden „Tunneleffekts“.

Die Zufahrtsstraße von der Altenhöferallee in Richtung Biozentrum erinnert an den Chemiker und Nobelpreisträger Sir Alexander Robertus Todd (1907-1997). Der Brite Todd promovierte an der Universität Frankfurt, danach kehrte er nach Großbritannien zurück, wo er nach mehreren Stationen bis zu seiner Emeritierung an der Universität Cambridge lehrte. Alexander Todd war einer der Pioniere der Erforschung der Nukleinsäuren, mit denen er Grundsteine für die moderne Genetik, Biochemie und Molekularbiologie legte. 1957 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen.

Die Entscheidung für die drei Naturwissenschaftler war in der Goethe-Universität bereits Anfang 2015 gefallen. Mit dem Anbringen der Straßenschilder auf dem Campus der Naturwissenschaften kommt der Prozess der Straßenbenennung nun zu einem Abschluss.

Informationen und Foto: Goethe-Universität

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Gleisbau: U9 fährt nicht, U8 fährt planmäßig

Neue Informationen zu den Sommerferien-Baustellen im RMV: Ab Montag bis zum 3. August fährt die U9 wegen Gleisbauarbeiten nicht, es ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die U8 fährt aber weiterhin planmäßig zum Riedberg.

In der Zeit von Montag, 6. Juli, circa 2 Uhr, bis Samstag, 1. August, circa 3 Uhr, ist die U-Bahnlinie U2 zwischen Riedwiese/Mertonviertel und Nieder-Eschbach unterbrochen. Grund sind Gleisbauarbeiten zwischen Kalbach und Nieder-Eschbach. Die U2 verkehrt nur zwischen Südbahnhof und Riedwiese/Mertonviertel sowie zwischen Nieder-Eschbach und Bad Homburg-Gonzenheim. Zwischen Riedwiese/Mertonviertel und Nieder-Eschbach findet kein Betrieb der U2 statt.

Im Anschluss daran, von Samstag, 1. August, circa 3 Uhr bis Montag, 3. August, circa 1.30 Uhr, verkehrt die U2 nur zwischen Südbahnhof und Heddernheim sowie zwischen Nieder-Eschbach und Bad Homburg-Gonzenheim. Grund dafür sind Arbeiten an der Fahrleitung. Von Heddernheim nach Nieder-Eschbach und zurück fährt die Linie U2 nicht.

Linie U9 fährt nicht

Die Linie U9 fährt während der gesamten Bauarbeiten nicht. Der Riedberg ist mit der Linie U8 planmäßig erreichbar.

Schienenersatzverkehr mit Bussen

Ein Schienenersatzverkehr mit Gelenkbussen zwischen Heddernheim, Riedwiese/Mertonviertel über Unicampus/Riedberg, Kalbach, Bonames Mitte und Nieder-Eschbach wird im gesamten Zeitraum eingerichtet.

RMV-Fahrplanauskunft ist aktuell

Über die RMV-App und auf http://www.rmv-frankfurt.de können sich Fahrgäste über die Fahrpläne und ihre neuen Verbindungen informieren. Auch die Mitarbeiter am RMV-Servicetelefon unter 069/24248024 sind rund um die Uhr erreichbar und beraten gerne.

Foto: MAINRiedberg

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Nach Flüchtlings-Protest: Aufklärung der Vorwürfe gefordert

Undichte Dächer, Ungeziefer, enge Wohnverhältnisse, Hygienemängel und mangelndes Verständnis bei den Mitarbeitern des Trägers: Rund 100 Flüchtlinge haben Mitte Juni gegen die schlechten Zustände in der Unterkunft am Alten Flugplatz Bonames protestiert. Das zeigt jetzt Wirkung.

Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) fordert eine tiefgreifende Aufklärung aller Umstände, die zu den Vorwürfen führten, beziehungsweise der Gesamtsituation der Leitung der Flüchtlingsunterkunft.

„Wir wissen, dass die Flüchtlinge selbst kaum eine Lobby haben und deshalb Schwierigkeiten haben, ihre Probleme anzusprechen, geschweige denn, sie zu lösen. Aus diesem Grund müssen sich andere für sie einsetzen. Vorrangig aber ist die Aufklärung des Sachverhaltes, damit eventuelle Versäumnisse oder Fehler öffentlich werden und dann auch beseitigt werden können“, heißt es von der KAV.

Foto: Archiv

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Fachärztezentrum: Es gibt noch keine Lösung!

Die Schließung des Fachärztezentrums Riedberg hat auch die Lokalpolitik „kalt erwischt“. Auf drängende Fragen gab es vom bisherigen Betreiber im Ortsbeirat nur vage Antworten. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen führt weiterhin Gespräche, um die Versorgung vor Ort aufrechtzuerhalten. Doch die Sorge im Stadtteil nimmt zu.

Zu Beginn der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Freitag bekannte die Ortsvorsitzende Carolin  Friedrich: „Wir haben mit Schrecken vernommen, dass das Fachärztezentrum Ende September geschlossen wird.“ In Riedberg und Kalbach mit ingesamt 21.000 Einwohnern gibt es derzeit nur drei Praxen von Allgemeinmedizinern vor Ort plus das Ärztezentrum. Sollte keine Nachfolgeregelung gefunden werden, sehen Lokalpolitiker die Versorgung in so wichtigen Bereichen wie Kinderheilkunde und Gynäkologie akut gefährdet. 

Warum aber wird das beliebte Zentrum geschlossen? Dr. Rafaela Korte, Geschäftsführerin des bisherigen Betreibers Fachärztezentrum Frankfurt GmbH (FÄZ), war gekommen, um Rede und Antwort zu stehen. Das FÄZ hat derzeit sieben Standorte. In der Patienteninformation zur Schließung am Riedberg ist von einer „strategischen Neuorientierung“ der GmbH die Rede, im Ortsbeirat sprach die Geschäftsführerin von einer „umfänglichen strategischen Überprüfung“, aufgrund der man diese Entscheidung getroffen habe. Konkretere Aussagen dazu gab es nicht.

Die FÄZ-Geschäftführerin wurde auch damit konfrontiert, dass sich Patienten schon jetzt über eine schlechte Erreichbarkeit des Ärztezentrums beschweren und darüber, dass selbst notwendige U-Untersuchungen für Kinder nicht mehr durchgeführt würden. Sie kündigte an, dass zusätzliche Stellen geschaffen werden sollen, um die telefonische Erreichbarkeit zu verbessern. Sie wies aber auch darauf hin, dass sich Mitarbeiter „gegebenenfalls schon frühzeitig umorientieren wollen“. Auch hier sei man auf der Suche nach Vertretungskräften.

Fachärzte am Riedberg – das ändert sich definitiv

Ziel sei es nach wie vor, dass eine nahtlose und lückenlose Versorgung sichergestellt werden könne. Doch das Verfahren ist kompliziert, da die Ärzte nur noch bis 30. September beim FÄZ angestellt sind und die entsprechenden „Kassenarztsitze“ von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen neu und zentral ausgeschrieben werden. Es müsste also ein neuer großer Betreiber gefunden werden oder Bewerber müssten sich selbständig machen. 

Wenn alles klappt, könnten am Riedberg die Arztsitze für Psychotherapie, zwei Sitze für Gynäkologie und einer für Pädiatrie nachbesetzt werden. Die bisher praktizierende Gynäkologin Ulrike Embaye kam extra zur Sitzung und erklärte, sie schätze den Standort sehr und möchte „gerne am Riedberg bleiben“.

Die bisherige halbe Stelle für Neurologie will das FÄZ mit der Neurologie in ihrem Zentrum in Praunheim zusammenlegen. Einen Neurologen wird es also nicht mehr im Stadtteil geben.

Noch kein Bewerber für den Kinderarzt-Sitz

Fast im Nebensatz fiel folgende Aussage, die noch für Zündstoff sorgen könnte: Derzeit würde bei der Ausschreibung der KV für einen Kinderarzt „noch keine Bewerbung vorliegen“, so Geschäftsführerin und Krankenhausmanagerin Rafaela Korte. Was übersetzt bedeutet, dass noch überhaupt nicht sichergestellt ist, dass in Frankfurts jüngstem Stadtteil auch in Zukunft ein Kinderarzt praktizieren wird. 

Die Kassenärztliche Vereinigung sagt indes auf Nachfrage von MAINRiedberg: „Wir sind hinsichtlich einer zufriedenstellenden Lösung vorsichtig optimistisch.“

„Es werden schon jetzt händeringend Praxismöglichkeiten gesucht“

So optimistisch scheint man im Ortsbeirat Kalbach/ Riedberg nicht zu sein. Sorge machen auch die fehlenden Räumlichkeiten. Das bisherige Zentrum ist für eine „normale“ Gemeinschaftspraxis zu teuer und zu groß und eine Abtrennung verschiedener Räumlichkeiten erscheint fraglich – zumal noch ein Mietvertrag besteht und für den Vermieter kein akuter Handlungsbedarf besteht. Siehe die früheren TEMMA-Räume, die zwei Jahre lang leerstanden, weil auch hier noch ein Mietvertrag, in diesem Fall mit Rewe, lief. 

Hinzu kommt folgende Information der Ortsvorsteherin: „Es werden schon jetzt händeringend Praxismöglichkeiten am Riedberg gesucht, die aber erst ab 2021 zur Verfügung stehen.“ In Neubauten im Westflügel. Andere Räume als das bisherige Ärztezentrum in so kurzer Zeit zu finden „ist fast unmöglich“.

Der Ortsbeirat sieht jetzt den Magistrat in der Pflicht, dabei mitzuwirken, dass die Versorgung im Stadtteil sichergestellt wird. Mehrere Anträge zu diesem Thema von CDU, SPD, Grünen und FDP wurden in der vergangenen Woche verabschiedet.

Fragen warf die Erklärung von FÄZ-Geschäftsführerin Korte auf, dass die Schließung des Riedberger Zentrums von beiden entscheidenden Gremien der GmbH „besprochen, beraten und getragen wurde“. Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, zu der Tochtergesellschaften wie die Fachärztezentrum Frankfurt GmbH, aber auch das Nordwest-Krankenhaus gehören, sind eng mit der Stadt verbunden. Vorsitzender im Aufsichtsrat und Senior im so genannten Pflegamt ist Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Der war ebenfalls eingeladen, habe es aber abgelehnt zu kommen, so Ortsvorsteherin Carolin Friedrich. Auch kein Vertreter stand für Fragen zur Verfügung.

Foto: MAINRiedberg

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Riedberg bekommt den 10-Minuten-Takt

Besserer Anschluss für den Riedberg Richtung Innenstadt: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember fährt die U8 in der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt, Ortspolitiker sprechen von einem „Quantensprung“ für den Stadtteil. Auch an den Wochenenden sind deutlich mehr U-Bahnen geplant. 

Im Parlament-Informations-System (PARLIS) der Stadt Frankfurt finden sich zwei Vorlagen des Magistrats, die sich mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 befassen – und wo etwas versteckt auf Seite 4 folgende gute Nachrichten für den Riedberg zu lesen sind: Auf der so genannten „Stadtbahnstrecke A“ soll die U-Bahn-Linie U8 in der Hauptverkehrszeit im 10- statt wie bisher nur im 15-Minuten-Takt fahren. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen wechselt die U8 schon ab 7:00 Uhr bzw. ab 9:00 Uhr vom 30- auf 15-Minuten-Takt. In den Wochenendnächten wird sie außerdem zwischen „Südbahnhof“ und „Heddernheim“ auf einen 15-Minuten-Takt verstärkt.

Mehr Platz in der U9

Auf der U9 bekommt montags bis freitags in der morgendlichen Hauptverkehrszeit auch der letzte Umlauf einen zweiten Wagen angehängt. Bisher verkehrten drei der vier Umläufe mit Zwei-Wagen-Zügen – es wird also endlich mehr Platz in der U9 für die steigende Zahl der Fahrgäste geben.

Zudem will die städtische Nahverkehrorganisation Traffiq ein 24-Stunden-Netz aus Metrobuslinien einführen. Dafür wird das Nachtnetz komplett umgekrempelt. Die meisten bisherigen Nachtbusse werden ersetzt durch die neuen Metrobuslinien sowie neue Nachtbusse, die direkt entlang der Bahn- und Straßenbahnlinien verkehren und deren Nummern tragen – unter durch Riedberg und Kalbach fährt dann ab Mitte Dezember die Linie „N8“.

Jetzt muss nur noch das Stadtparlament den Vorlagen des Magistrats zustimmen. 

Foto: MAINRiedberg

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Kulinarische Reise mit der IG Riedberg

Ein heißer Cappuccino in Italien, leckere Tapas in Spanien oder bunte Feste in Mexiko – kleine Traumreisen die Sie alle in diesen Sommer unternehmen können – ohne den Riedberg zu verlassen! 

Die IG Riedberg veranstaltet ab Juli ein Mal im Monat Events, die kulinarische Genüsse mit kulturellem Programm verbinden, bei schönem Wetter selbstverständlich „Open Air!“

„Freuen Sie Sich auf ein tolles Programm und bezaubernde Abende, die sich wie kleine Fluchten aus dem Alltag anfühlen“, heißt es in der Ankündigung.

Los geht’s mit Norwegen, Lesung inklusive

Unberührte Natur, frische klare Luft und kristallklares Wasser – steigen Sie in die U-Bahn oder auf Ihr Fahrrad und kommen Sie mit, die erste Reise geht nach Norwegen. „An diesem Abend wollen wir Sie kulinarisch mit vor Ort geräuchertem frischem Lachs verwöhnen.“ Dazu wird Brot und ein norwegischer Gurkensalat gereicht.

Als kulturelles Rahmenprogramm wird die Medienwissenschaftlerin Monika Nowicka Passagen aus dem Buch „Kieloben“ von Karin Nohr lesen. In dem Buch ist die Liebe der Autorin zu Norwegen – wo Sie lange gelebt hat – spürbar. Der Roman erzählt eine deutsch-norwegische Familiengeschichte, voller Geheimnisse, einfühlsam und spannend. Die Protagonistin verbringt Ihren Urlaub auf einer einsamen norwegischen Schäreninsel der gleichzeitig zu einer Seelenreise wird. Eine tolle Sommerlektüre, die auch vor Ort gekauft werden kann.

Die Organisatoren raten: „Wenn Ihre Freunde Sie fragen, was Sie nächstes Wochenende vorhaben, antworten Sie – da bin ich mal kurz in Norwegen…“

NORWEGEN-Abend der IG Riedberg am Sonntag, 5. Juli, von 18 bis 22 Uhr. Wo? Jugendhaus Riedberg/ Stadtteiltreff Dessauer, Friedrich-Dessauer-Str. 4 -6. Eintritt: 15 Euro, inklusive Lachs, Salat und Brot, Getränke können vor Ort gekauft werden. Bitte anmelden unter kontakt@ig-riedberg.de !

Wegen begrenzter Personenzahl bitte vorher unbedingt anmelden und den Teilnahmebeitrag nach der Anmeldebestätigung bis spätestens 1. Juli 2020 überweisen. Die genauen Hygieneauflagen werden in der Anmeldebestätigung mitgeteilt.

Weitere Informationen unter ig-riedberg.de

Foto: IG Riedberg

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