„Wassermengen wie an der Nordsee“

Kurz vor 15 Uhr begann das Donnergrollen auch am Riedberg. Manche Kinder, die schon alleine von der Grundschule nach Hause gehen dürfen, wollten noch schnell heimlaufen oder mit dem Rad fahren. Sie wurden zum Glück von den Betreuern abgehalten. Die Blitze kamen näher. Dann prasselte Sturzregen gegen die Fensterscheiben, drang teilweise durch geschlossene Fenster und Türen und auch in Neubauten. „Es sind hier Wassermengen wie an der Nordsee“, mailte ein Riedberger, der gerade von der Arbeit in der City nach Norden fahren wollte und mit seinem Auto in der Nähe des Palmengartens „bis zur Achse im Wasser und natürlich im Stau“ stand. Die Fotos entstanden an der Bockenheimer Landstraße.

Intensivpatienten wurden evakuiert

Im nahen Elisabethen-Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim fiel wegen des Regens der Strom aus. Insgesamt elf Intensivpatienten mussten evakuiert und in andere Krankenhäuser verlegt werden. Die Feuerwehr konnte die Stromversorgung mithilfe eines mobilen Generators am Abend wieder herstellen. Eine Evakuierung aller Stationen war nicht nötig. Die Mainova berichtete von Stromausfällen in mehreren Stadtteilen, vor allem in Bockenheim und Sachsenhausen. Die Feuerwehr Frankfurt hatte bis zum Abend mehr als 400 Einsätze.

Das erlebte ein Riedberger auf der Heimfahrt von der Arbeit in der Bockenheimer Landstraße

Ampeln, Züge und mehr als 100 Flüge fielen aus

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach fielen vor allem in den westlichen Stadtteilen Frankfurts innerhalb weniger Minuten mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Ampeln in der City funktionierten unmittelbar nach dem Unwetter teilweise nicht mehr. Am Frankfurter Flughafen fielen laut Flughafenbetreiber Fraport mehr als 100 Flüge aus. Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es durch starken Regen Wassereinbrüche im Tiefbahnhof, einige der S-Bahngleise wurden am Nachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn hessenschau.de sagte. Es kam deswegen zu Verspätungen, S-Bahnen wurden umgeleitet oder mussten wenden. Noch dazu schlug ein Blitz am Bahnhof Höchst in ein Stellwerk ein, wie der RMV gegen 15 Uhr mitteilte. So kam es zu weiteren Ausfällen und Verspätungen.

Der J.P. Morgan-Lauf mit mehr als 63.000 Menschen konnte dennoch stattfinden. Start war um 19 Uhr.

Fotos: privat