Wann gibt es mehr Ärzte?

Mehr als 11.000 Menschen leben inzwischen am Riedberg. Es gibt Kitas, Schulen, 3000 Kinder und Jugendliche unter 18, mehr als 1300 Kinder sind sogar unter sechs Jahren – aber es gibt nur zwei Kinderärztinnen und zwei Hausarzt-Praxen. Junge Eltern berichten, dass Wartezeiten aufgrund der hohen Patientenzahl die Regel sind. Es kam auch schon vor, dass unglücklicherweise beide Kinderärztinnen im Fachärztezentrum am Riedbergplatz krank oder im Urlaub waren – und die Vertretungen teils im Dornbusch zu finden waren. In den Sommerferien allerdings wird ein Kinderarzt zur Vertretung an den Riedberg kommen. Auch im nahen Mertonviertel ist ein Kinderarzt, der sich aber bereits für mehr Kinderärzte in der Gegend engagiert.

„Das ist ein unhaltbarer Zustand. Soll ich mit einem Baby oder einem Kind mit Magen-Darm-Virus bis zum Dornbusch fahren – ganz davon abgesehen, dass viele Eltern nicht so mobil sind?“, fragt die bisherige Kinderbeauftragte Manuela Roll. Senioren und Notfallpatienten hingegen berichten, dass sie von Hausärzten bereits abgewiesen wurden mit dem Hinweis “sie hätten keine Kapazitäten mehr”.

Der Ortsbeirat ist mit Blick auf Senioren und Kinder jetzt aktiv geworden und bittet in einem aktuellen Antrag den Magistrat, mit der Kassenärztlichen Vereinigung Kontakt aufzunehmen, um die Versorgung mit Ärzten am Riedberg zu verbessern. Zwei Ortsbeiräte stimmten in der Sitzung am Freitag nicht zu, da die Rechtsgrundlage für einen solchen Antrag fehlt. Das Gremium hat, wie Dr. Thorsten Lieb (FDP) ausführte, diesbezüglich keinerlei Einflussmöglichkeit.

Fakt ist: Mit der Fertigstellung des Westflügels werden nochmals mehr als 4000 Menschen an den Riedberg ziehen. Ärzte-Mangel herrscht offensichtlich bereits jetzt.

(Zusammenfassung: cd/ Foto: anyaberkut)