Umfrage: Was fehlt am Riedberg?

Von Daleyla Büttner

In den vergangenen beiden Wochen sind Claudia und ich über den kalten Riedberg gelaufen und haben Bewohner gefragt, was sie hier im Stadtteil vermissen. Wie zu erwarten, haben wir ein paar Körbe bekommen, aber dafür ein paar wertvolle Antworten. Aber lesen Sie selbst:

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Pankaj Upadhyay geht mit seinem Sohn inzwischen zu einem Kinderarzt in Bonames – weil er hier am Riedberg keinen Termin bekommt                                Foto: Büttner

Es gibt zu wenige Kinderärzte

„Was mich persönlich am meisten betrifft, ist die Tatsache, dass es hier nur eine Praxis mit Kinderärzten gibt. Seit drei Jahren wird uns gesagt, dass sie dort keinen Platz für meinen Sohn haben. Wir gehen inzwischen zu einem Arzt nach Bonames. Das Problem ist, dass es hier viel zu wenige Kinderärzte gibt für so viele Kinder.“

Pankaj Upadhyay, Investmentbanker, mit Sohn Kushagra

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Es gibt noch viel zu tun…

„Es kommt darauf an, wem man diese Frage stellt. Wenn man Eltern fragt, die kleinere Kinder haben, würden sie sicher sagen, dass es an Kita-Plätzen fehlt, da die, die zur Verfügung stehen, überfüllt sind. Das wurde wohl bei der jüngeren Planung nicht ausreichend bedacht. Oder es wird gesagt, dass es nicht genügend Sporthallen und Platz für die Sportvereine gibt. Das Familienzentrum Billabong beispielsweise vermietet Räume, aber diese können nicht als eine Sporthalle dienen. Fragt man Jugendliche, würden sie sagen, dass es keine unabhängigen Treffpunkte für sie gibt, und schnell Beschwerden kommen und sogar die Polizei gerufen wird, weil sie zu laut seien. Sie finden das unfair und möchten ihre Freiheit. Andererseits gibt es da auch das Müllproblem oder es sind Glasscherben auf den Spielplätzen – das geht natürlich nicht. Was ich schade finde, ist, dass es zu wenig Vernetzung zu den Studenten gibt. Man sieht sie eigentlich nur, wenn sie an der U-Bahn-Station warten oder über den Riedbergplatz zu Aldi laufen.“

Franz Biebl, Leiter des Stadtteilarbeitskreises

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Es gibt mehr als 10 Spielplätze am Riedberg – aber für Jugendliche gibt es wenig bis nichts   Foto: MR

Viele Spielplätze – aber wo ist Platz für Jugendliche?

„Es gibt hier viele Spielplätze, aber es gibt kaum einen Ort für Jugendliche. Es wäre für viele Jugendliche am Riedberg super, wenn es eine Art Pavillon geben würde, der überdacht ist, und wo Bänke und Tische im Pavillon und vor dem Pavillon sind. Man könnte sich dann hinhocken, wenn es regnet, und auch mal in der Sonne sitzen. Ein super Vorschritt ist, das die U8 jetzt nachts durchfährt, so dass man abends irgendwo hinfährt und nach Mitternacht nach Hause kann.“

Gianluca Guccione, Schulsprecher am Gymnasium Riedberg

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Anja Hohmann vom Familienzentrum Billabong wünscht sich mehr Kontakt zwischen den Generation      Foto: MR

Es fehlt der Schulterschluss zwischen den Generationen

„Es fehlt noch der Schulterschluss zwischen den Generationen. Es fehlt nicht an Raum, sondern es gibt am Riedberg kaum Kontakt zwischen Senioren und beispielsweise jungen Familien. Das versuchen wir nun Schritt für Schritt zu ändern. Ich habe eine Vision, dass sich hier eine 75-jährige Frau und eine junge Mutter mit zwei Kindern kennenlernen und sich die beiden so gut verstehen, dass die junge Mutter, die mobil ist, die 75-jährige Frau etwa zu einer Lesung bei Billabong mitnehmen könnte.“

Anja Hohmann, Familienzentrum Billabong e.V

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Ein pünktlicher Bus und Tischtennisplatten

„Es fehlen mir Tischtennisplatten im Park und ein pünktlicher Bus. Die sind beispielsweise morgens, wenn ich zur Schule muss, immer zu spät.“

Schülerin (14 Jahre)

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Ich wünsche mir einen richtigen Kiosk

„Ich wünsche mir einen Kiosk, wo man Süßigkeiten und Zeitschriften kaufen kann oder auch mal ein Eis oder etwas zu trinken.“

Schülerin (11 Jahre)

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„Es gibt zu wenig Gewerbe am Riedberg“, sagt Sabine Rupp, Inhaberin des Café Riedberg                  Foto: MR

Zu wenig Gewerbe und zu wenig Sauberkeit

„Es gibt zu wenig Gewerbe für zu viele Leute. Das wurde bei der Planung wohl nicht ausreichend bedacht. Mir fehlt auch die Saubereit in den Gebüschen, wo so viel Müll liegt, und hier am und im Einkaufszentrum. Das ist doch unsere Visitenkarte.“

Sabine Rupp, Inhaberin des Café Riedberg

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WAS IST IHRE MEINUNG? Schreiben Sie uns gerne unter mail@main-riedberg.de

Die Umfrage wird fortgesetzt!

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Fotos oben: Stadt Frankfurt/ MR/ anatoliycherkas