Toller Anbau für die IGS – aber immer weniger Pausenhof

Noch ragen Kabel aus der Decke. Überall sind Handwerker, arbeiten am Innenausbau der Erweiterung der IGS, der im Mai weitestgehend abgeschlossen sein soll. Wand und Flur sind zum Teil schon in einem fröhlichen Lila-Rot. „Schule soll auch Spaß machen.“ Deshalb, so Schulleiterin Dr. Susanne Gölitzer, habe man sich mit dem Amt für Bau und Immobilien vorab auf diese Farbe verständigt. Farben und breite Flure mit Sitzsäcken und Büchern zum Lernen und Stöbern vor jeweils vier gemeinsam genutzten Klassenräumen für eine Jahrgangsstufe – das wird im Anbau der IGS Kalbach-Riedberg in der Carl-Hermann-Rudloff-Allee eine ähnliche Rolle spielen wie im Hauptgebäude nebenan. Ebenfalls ein Holzmodulbau, der 2017 erst bezogen wurde. Außerdem wird es noch eine Lehrküche, eine Universalwerkstatt, wo man Holz und Metall bearbeiten kann, sowie einen Theaterraum geben.

Zum neuen Schuljahr kann dieser zweite Bauabschnitt planmäßig in Betrieb gehen. Die siebte und achte Jahrgangsstufe wird hier untergebracht sein. Die Kosten für den Anbau liegen bei rund sieben Millionen Euro. Was ursprünglich nur als Provisorium geplant worden war, bis der der endgültige IGS-Komplex nahe der U-Bahn-Station Riedberg fertiggestellt ist, ist schon längst als Schulbau von Dauer vorgesehen. Das wiederum ist nur möglich, weil von Anfang an die entsprechenden Energieeinsparung-Kriterien eingehalten wurden, die eine Schule aktuell haben muss. Wenn die Integrierte Gesamtschule voraussichtlich 2021/22 auszieht, wird hier die neue Grundschule III einziehen. Diese startet im Herbst in einer Anlage mit Stahlcontainern, nur wenige hundert Meter entfernt.

Baudezernent Jan Schneider bei der Besichtigung der IGS-Baustelle mit Schulleiterin Susanne Gölitzer, Experten vom Amt für Bau und Immobilien, Ortsbeiräten und Elternvertretern    Foto: MAINRiedberg

Noch ein paar interessante Eckdaten: Allein im vergangenen Jahr ist unser Stadtteil um 868 Einwohner gewachsen, 2017 sogar um mehr als 1500. Nicht wenige sind junge Familien mit Kindern. Die Kinderzahlen am Riedberg und damit auch die Zahl der notwendigen Schulplätze sei deutlich schneller und stärker nach oben geklettert, so Baudezernent Jan Schneider gestern bei der Baustellenbesichtigung, als ursprünglich „mit Sicherheitsabstand“ geplant. Auch deshalb drängt jetzt so die Zeit.

Das große Pausenhof-Problem 

„Wir sind total froh und guten Mutes und fühlen uns hier sehr wohl“, machte Schulleiterin Susanne Gölitzer bei dem Termin mit Baudezernent Schneider, Experten vom Amt für Bau und Immobilien, Ortsbeiratsmitgliedern und Elternbeiräten deutlich. Doch an der Zusammenarbeit der Ämter hapere es. Worunter nicht zuletzt Schüler und Lehrer leiden, die derzeit sozusagen „zwei Baustellen gleichzeitig haben und noch ihrem Job nachgehen“.

Ein Beispiel: Der Pausenhof und damit der Platz für künftig 400 Schülerinnen und Schüler zum Laufen, Kicken und Toben wird durch den Anbau noch kleiner. Inzwischen ist schon der Lehrerparkplatz zum Spielfeld umgewandelt worden. Doch noch immer ist es nur ein schmaler Streifen um das Gebäude herum, das die Mädchen und Jungen nutzen können. Was das mit dem Zusammenspiel der zuständigen Stellen der Stadt zu tun hat? Nun – die angrenzende Streuobstwiese, die nicht nur schützenswerten Baumbestand hat, darf man beispielsweise immer noch nicht mitnutzen. Initiativen der Schule, aber auch vom Ortsbeirat in Richtung Baudezernat, Schuldezernat und vor allem Grünflächenamt liefen bisher ins Leere.

Keine Turnhalle in Sicht

Auch Baudezernent Schneider sieht das Problem, wollte aber keine übereilten Versprechungen machen. Zumal letztlich Naturschutz- und Sicherheitsbedenken anderer Ämter ausschlaggebend sind. Eines steht nun aber endgültig fest, beziehungsweise wurde beim Termin gestern bestätigt: Die IGS wird bis zum Umzug in den Neubau keine Turnhalle haben, auch kein Provisorium. Damit wird auch die neue Grundschule III über keine Halle verfügen. Und ist ebenso wie die IGS auf die Kooperation mit den anderen Schulen angewiesen. Doch auch diese haben bereits Engpässe. Die Aussichten könnten besser sein.

Baudezernent Schneider machte sich selbst ein Bild von der Streuobstwiese nebenan, die man zumindest teilweise gerne für die Schüler nutzen würde  Foto: MAINRiedberg

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Foto oben: Stadt Frankfurt